1321 Kinderhorte -- Kindiſc fahrt. Verlag Hauptausſchuß für Arbeiterwohlfahrt, | ihrer Kinder, merken ſie oft gar nicht, wa3 für
Berlin. == Nacdhrichtendienſt des Deutſchen
Vereins für öffentliche und private Fürſorge.
Frankfurt a. M., Stiftsſtr. 30. -- Die freie Wohl-
ſahrtö3pflege. Verlag Franz Vahlen, Berlin.
KÖLMONN.
Kinderlähmung ſ. Spinale Kinderlähmung.
Kinderſchußz |. Kinderarbeit uſw,
Kindeönatur ]. Natur des Kindes, Recht de3
Kindes.
Findiſch. 1. Weſen. Wenn ein Kind die ſeinem
Alter entſprechenden Züge, auch die dem Alter
entſprechenden Fehler und Schwächen auſweiſt,
jo iſt das natürlich, und man nennt es „kindlich“;
und wenn ein heranwachſender Menſch ſich noch
im ſpäteren Alter manche liebenöswerten Eigen-
ſchaſten des Kindes bewahrt hat, als wie An-
hänglichfeit, Offenheit, Unbefangenheit, Zu-
traulichkeit, jo findet man auch das lobenöwert
und nennt es ebenfalls „kindlich“. Wenn aber
ein Menſc< Fehler und Schwächen aufweiſt, die
ſonſt nur einem viel geringeren Alter eigen ſind,
wenn er ſich unreiſ, unſelbſtändig zeigt oder gar
läppiſch und albern ſich benimmt, dann wirkt
dies unangenehm und man nennt es „kindiſch“.
„Kindiſch" iſt demnach der Sammelausdruck ſür
eine Gruppe von Eigenſchaften, die das Gejamt-
benehmen und -gehaben eines Menſchen kenn-
zeihnen. Wenn beiſpiel3weiſe in dem ent-
zücdenden Alter von 3--6 Jahren ein Kind durch
poſſierliche Einſälle jeine Umgebung unterhält,
wenn es durch drollige Nachahmungen die
Schwäden ſeiner Angehörigen und Bekannten
kopiert, jo ſindet man die8 äußerſt reizvoll und
liebensSwert. Wenn aber dieſes Verſahren ſich
bi3 in die ſpäteren Kindheitsjahre fortſezt, wenn
au) das heranwachſende Kind ſich in ſaſt- und
reizloſen Wißeleien gefällt, wenn e3s bei gleich-
zeitiger Unluſt zu ernſter Arbeit in platten Ver-
gleichen und albernem Komödiantentum ſich
über jeine Umgebung luſtig macht, kurzum: wenn
jeine ganze geiſtige Einſtellung die dem Alter
entjprechende Reife und Urteilsfähigkeit ver-
miſſen läßt, dann iſt das eben „kindiſch“ und
Damit ein Fehler, der bekämpft werden mußz.
2. Urſache. Dieſer Fehler kann die Folge von
angeborener Verſtandesſchwäche, von intellek-
tuellen Entwicklung8hemmungen oder auch von
Schwachſinn ſein. Er iſt aber auch ſehr häuſig
die Folge von ſaljcher Erziehung. Wenn etwa
das einzige vder das jüngſte Kind oder ein ſpäter
Nachkömmling in der Familie der Abgott des
ganzen Hauſes iſt, wenn jedes ſeiner Worte wie
ein Cvangelium beachtet wird, alle ſeine Ein-
fälle und Späße übergebührlich belacht werden,
wenn ex für alles, was er tut, und ſei es das Al-
bernſte und Törichtſte, Beiſall ſindet, dann ſtellt
tich von ſelbſt bei ihm das Beſtreben ein, dieſe
angenehme Stellung möglichſt lange zu erhalten.
Da Eltern ſehr oſt blind ſind ſür die Schwächen



einen törichten Hampelmann ſie ſich da heran-
ziehen.
3. Behandlung. Das beſte Mittel zur Be-
kämpfung des Kindiſchſein3 iſt die Arbeit, das
Heranziehen zu ernſter und geordneter Tätigkeit,
jomie das Leben in anderen ſozialen Gemein-
ſchaſten als in der des Elternhauſes. Wenn das
Kind merkt, daß ſeine Torheiten keinen Beifall
mehr finden, wenn man ſeinem Poſſenreißen
keine Beachtung ſc merkt, wie wenig es wegen ſeines Benehmens
angeſehen wird, dann hören die Albernheiten
von ſelber auſ, vorausgeſeßt daß ſie nicht die
Folge eines ernſthaften Deſektes ſind. E3 gibt
nämlich auch ein pſychiſches Krankheitsbild, bei
dem der Menſd) zeitlebens auf der Stufe des
Kinde3 ſtehen bleibt, bei dem die geſamte körper-
liche und geiſtige Entwicklung frühzeitig abge-
ſchloſſen iſt --Menſchen, die niemals pubertieren.
Dieje als InſfantiliSmus (|f. d.) bezeichnete De-
ſektpſychoje hat mit dem Jugendfehler „kindiſch“
nichts zu tun, bedarf vielmehr ausſchließlich
pſychiatriſcher Behandlung. Spornhauer.
Finematographie |. Film, Lichtbild, Licht-
ſpieltheater.
Kirche ). Kirchenverfaſſung, Schule und Kirche.
Kirchengeſ liche3. 2. Wert. 3. Auswahl und Anord-
nung des Stoſſes3. a) In der Volk3- und
Mittelſchule. b) In der höheren Schule.
4. Unterrichtliche Behandlung. a) In der
Volks- und Mittelſchule und in den un-
teren Klaſſen der höheren Schule. b)
In den oberen Klaſſen der höheren
Scdcule.
1. Geſchichtliches. Von allen Teilen des Re-
ligion3unterricht3 iſt die Kirchengeſchichte am
ſpäteſten in die Lehrpläne eingerückt. In den
preußiſchen Regulativen vom Jahre 1854 wird
ſie für die Volksſchule überhaupt nicht erwähnt;
ſür die Seminare wird feſtgejekt, daß die Be-
handlung der „Kirchengeſchichte im Zuſammen-
hang" ausgejchloſjen ſei. Die Allgemeinen Be-
ſtimmungen vom Jahre 1872 bedeuten den Wen-
depunkt; für alle Volksſchulen wird vorgeſchrie-
ben: Behandlung der Pflanzung und erſten Aus-
breitung der Kirche, der Begründung de8Chriſten-
tums in Deutſchland, der deutſchen Neſormation
und Nachrichten über das Leben der evange-
liſchen Kirche in unſerer Zeit; in mehrklaſſigen
Schulen iſt in8beſondere die Darſtellung der
weitern. Darüber gehen die Richtlinien vom
Jahre 1922 nicht hinaus; in methodiſcher Hin-
ficht betonen ſie die Bedeutung der großen reli-
giöſen Perſönlichkeiten und den heimatkundlichen
Geſichtspunft. Die Beſtimmungen für die preu-
Biſchen Mittelſchulen vom Jahre 1910 und 1925

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