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Literatur. von ver Pfordten: Das Gefühl und
die PBüuüdagogit (1914), -- Weimer: Der Weg zum
verzen des Schülers (19172), -- Spranger: Lebens-
formen (1925*). = E. Stern: Einleitung in die Päd-
agogik (1922). -- Derſelbe: Autorität und Erziehung
(1925). -- Kerſchenſteiner: Die Seele des Erziehers
un8 das Problem der Lehrerbildung (1927?). = Fr.
Schneider: Erzieher und Lehrer (1928). -- Zeidler:
Vom erziehenden Eros (1919). -- Scheler: Zur
Phänvmenvlogie und Theorie der Sympathiegefühle
(1913; verneint die Vereinbarkeit von Liebe und Gxr-
zieh). Vgl. auch Nießſche35 Kritik der Liebesethik in: Genealogie der Moral u. s. --
Cberhard.
Zippe (Bildungswejen). 1. Allgemeines.
Die Bildungsveranſtaltungen.
1 Allgemeines. Gemäß dem Geſetz vom
11. März 1914 wird das geſamte Volfsſchul-
weſen Des Landes Lippe von ver Oberſchul-
behörde geleitet und beauſſichtigt, und gemäß
der Neuordnung vom 29. März 1915 bearbeitet
die Oberſchulbehörde das höhere Schulweſen
und alle ſonſtigen Schulangelegenheiten, ſoweit
dieſelben zur Zuſtändigkeit der Negierung ge-
hören. Zuſammengeſaßt iſt dies in dem Gejeß
vom 20. Ott. 1921 mit ven Worten ausgeſpro-
djen: „Die Oberſchulbehörde hat das geſamte
Schulweſen des Landes zu leiten und zu beauf-
ſichtigen. Hochſchulen beſitzt Lippe nicht.
Oberſchukbehörde iſt die Regierung, Schul-
abteilung, die gemäß dem Gejetz vom 20. Okt.
1921 aus dem Oberjchulrat als Vorſißendem,
einem Mitglied der Regierung und einem Ver-
treter der Lehrerſchaft beſteht. Über der Ober-
jchulbehörde jteht das Landespräſidium, ihr zur
Seite ein Beirat, dem vier an verſchiedenen
Schularten wirkende Lehrkräfte, die vom Lan-
despräſidium ernannt werden, und fünf Ver-
treter der Cliernjchaſt, die der Landtag wählt,
angehören. Jn allen Angelegenheiten von grund-
jäklicher Bedeutung iſt dieſer Beirat zu hören.
Außerdem ſind in grundſäßlichen Angelegen-
heiten des Schulweſens vor der Entſcheivung
der Oberſchulbehörde die Beruſsvereinigungen
der Lehrerſchaft zu hören. Als ſolche kommen
der lippiſche Lehrerverein als Vertretung der
Bolksjchullehrerſchaft, der lippiſche Philologen-
verein als Vertretung der akademiſch gebildeten
Lehrerſchaft an den höheren Schulen, der
lippiſche Beruſsſchullehrerverein als Vertretung
der Lehrerjchaſt an den Berufsſchulen und der
lippiſche Lehrerinnenverein als Vertretung der
Lehrerinnen (im allgemeinen durd) den lippi-
ſchen Lehrerverein mit vertreten) in Betracht.
Zujammengejchloſjen haben ſich innerhalb diefer
Vereine auch noch beſondere Fachlehrkräfte.
zu dem Ausſchuß für das Unterrichts-
wejen der Qänder iſt Lippe im einer
GruppemitMeclenburg- Schwerin, Meclenburg-
Strelit, Oldenburg und Schaumburg- Lippe.
Für die höheren Schulen des Landes wird
gemäß einem Vertrage mit Preußen ein Ober-
Liebe -- Lippe (Bildungs8weſen)

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Ihnlrat aus Münſter als Berater und zur Ab-
haltung von Reviſionen und Prüfungen heran-
gezogen. Schulauſjichtöbeamie jind außer
vem Oberſchulrat zwei Freisſchulräte für die
Volksjchulen im Schulkreis Deimold und im
Schulkreis Lemgo und ein Berufs Ichulrat für
das ganze Land.
FÜr die Auſſtellung von Lehr- und Stun-
Denplänen an den „Volksſchulen gelten die
Richtlinien vom 12. Juni 1924 (Lipp. Geſ.-
Samml. Seite 639 fj.), für die an den höheren
Schulen die preußiſchen Richtlinien.
Die perjönlichen Ausgaben ſür vas ge-
janite ſtaatliche Schulweſen fallen dem Staate,
die ſachlichen für die Volksſchulen den hier be-
ſtehenden beſonderen Schulgemeinden, ſür die
Beruſsſchulen den politiſchen Gemeinden oder
zujammengeſchlojjenen WGWemeindeverbänden,
jür die ſtaatlichen höheren Schulen aud) dem
Staate zur Laſt. Bei den kommunalen höheren
Schulen haben die betreffenden Kommunen die
perſönlichen und die ſachlichen Koſten zu tragen,
erhalten aber vom Staate einige Zuſchüjje. Bei
den nichtſtaatlichen katholiſchen Volksſchulen
tragen die Schulgemeinden die ſachlichen Koſten
und 3. Zt. 35 % (nach vem Geſetz vom 30. Dez.
1904 die Hälſte) der Gehälter.
Die Schulgemeinden, als Träger der
Volksſchulen, werden durch die Schulgemeinde-
ausſchüſje und die Schulvorſtände vertreten.
Crſtere, die wie die Vertretungen der politiſchen
Gemeinden aus ſreier Wahl der Schulgemeinde-
mitglieder hervorgehen, wählen die lezteren.Die
Schulgemeinden haben wie die politijchen Ge-
meinden das Recht, Zuſchläge zu ven ihnen für
ihre Zwece mit überlaſſenen Steuern (haupt-
jächlich Grundwert- und Gewerbeſteuern) zu
erheben. Jhr Hauptvermögen beſteht m den
Schulgrundſtüken, -Gebäuden und -FJnven-
tarien (auch Lehrmitteln). Die beſonderen
Echulgemeinden haben fich in Lippe bewährt
und ſind deöhalb bei dem neuen Gemeinde-
verſaſſungsgeſeß erhalten geblieben.
An den höheren Schulen des Landes bejtehen
Elternbeiräte, die ähnlich wie in Preußen
prganiſiert ſind. Auch jonſt gelten ſür die höheren
Schulen des Landes ſaſt durchweg die preu-
ßijchen Beſtimmungen.
Die Angelegenheiten der Fortbildungs (Be=-
ruſs)ſchulen ſind durch das Fortbildungs-
Ihulgejeß vom 31. Juli 1919, das am 1. Ok-
tober 1920 in Kraft getreten iſt, geregelt. Die
entjprechenden Ausführungsbeſtimmungen ſind
vom 4. Mai 1920. Die Fortbildungsſchulord-
nung iſt unter vem 17. 1. 1921 erlaſſen. (LVO.
1919, 1920, 1921.)
Jür DIe privaten kaufmänniſchen und gewerb-
lichen Schulen iſt auf Grund der noch gültigen
Bundesratsverordnung vom 2. Aug. 1917
(Reichsgejezblatt S. 683 f.) gemäß Verord-

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