495 Logitf -- Logiſche (Erkenntni38-)Gefühle 496

berlet: Logik und Crkenntnistheorie (19092). -- Th. | innerhalb einer jolchen Struktur empfangen
leh ine 34 EE Miefert: Done Eis die Gefühle, wie alle ſeeliſchen Elemente, eine
Kritik au der Geſchichte ihrer Jdee. Inu „Die Philoſophie Sinnbeziehung, wie die Teile eines Organismus
in ihren Einzelgebieten“, herausgegeben von M. Deſſoix | zueinander im Sinnbeziehungen ſtehen. (Vgl.
(1925), = G. Stammlexr: Begriff, Urteil, Schluß Spranger, Lebensformen, S. 18---24).
(1928). = W. Koppelmann: Unterſuchungen zur : + (Yvf : ;. , ..
Logik der Gegenwart (1913-18). Koppelmann. | Logijche oder Erkenntnisgeſühle (der Name
intellektuelle Gefühle iſt nicht zwe>mäßig, da
Logiſche (Erkenntnis-) Gefühle, 1. Diegeiſtigen | manche Forſcher darunter die geiſtigen Gefühle
Gefühle, Definition der Erkenntnis8gefühle. Die / überhaupt verſtehen) ſind darnach ſolche Ge-
logiſchen oder Erkenntni8gefühle ſind nach der | fühle, die bei den Akten und Erlebniſjen des
üblichen pſychologiſchen Begriſſsbeſtimmung | reinen Grkennens als ſeeliſche Funktionen oder
eine beſondere Klaſſe der geiſtigen Gefühle. | Bewußtjein3weiſen beteiligt ſind oder an dieſen
Die erklärende, naturwiſjenſchaſtliche Pſycho- | Akten als Seiten aufzuweiſen ſind.
logie verſteht unter geiſtigen Gefühlen die Ge- | 2. Exrkenntnisakte und Erkenntnisgefühle. Nun
fühle, die ſich an Vorſtellungen und Gedanken- | ſcheinen die Erkenntniöakte das Gefühl grade-
bildungen anſchließen. Ob man dabei dieſen | zu auszuſchließen. (Cs gehört zum Weſen des
geiſtigen Gefühlen nur die Qualitäten Luſt und | theoretiſchen Akte3, daß der, der ihn vollzieht,
Unluſt zuſchreibt und ihre „ſcheinbare“ Quali- | auſ ſeinen Gegenſtand rein objektiv einge-
tätsmannigſfaltigfeit nur auf Rechnung der ſtellt iſt, auf jeine allgemeine Weſenheit, ſeine
Vorſtellung8s- und Gedankenbildungen jeßt | Jdentität, auf das, was aus ihm begriſſlich
(Jo Ebbinghaus), oder ob man ihnen ſelbſt die folgt und auf allgemeine ideelle Prinzipien ge-
mannigſfaltigſten Qualitätsunterſchiede zubilligt | bracht werden kann, ohne jede Berückſichtigung
(wie Wundt), immer werden ſie als beſondere | der Wirkungen, die von dem Gegenſtand auf
ſeeliſche Clemente betrachtet, die den übrigen | das Gefühl oder das Begehren des Subjektes
Bewußtſein3inhalten (Vorſtellungen, Gedanken, : aus8gehen. Jedoch) ſind bei den Erkenntnisöakten
Strebungen) nebenherlaufen. Die verſtehende |! auch Gefühle beteiligt. Wir ſehen davon ab,
Pſychologie, die Akt- und Strukturpſychologie, | daß bei den meiſten theoretiſchen Akten äſthe-
nach deren Auffaſſung der geiſtige Akt nicht | tiſches Einfühlen, wirtſchaftliche oder auch leiſe
aus Clementen beſteht, aus denen er ſich aufbaut, | religibſe Sinnbeziehung als Seiten des Akte3
bezeichnet ſie als Weiſen des Bewußtſeins | mitſchwingen können und ſchon daher die Cr-
oder als Seiten des Aktes, die nur in ideierender | kenntnisakte vielfach nicht ohne Gefühl3betonung
Abjtraftion an ihm erfaßt werden fkünnen , ſind, jedenfalls verwirklichen die theoretiſchen
(Brentano, Hujjerl), oder als ſeelijſche Funk- | Akte Werte, die dann in Werterlebnijſen und
tionen, die, wie auch die Vorſtellungen, Aſſo- Werturteilen, die ſich auf den Akt aufbauen,
ziationen, -Roproduktionen und Gtrebungs8- ' erfaßt werden; dieſe Werterlebniſſe ſind die
vorgänge, beim geiſtigen Akt beteiligt ſind | logiſchen oder Erkenntni8gefühle. Nun iſt das
(Spranger). (S. hierzu auch Art. „Gefühl“.) | Forſchen nach der Wahrheit an ſich ſchon ein
Die einzelnen Arten der geiſtigen Gefühle Wert, und das Crleben dieſes Wertes, das
ergeben ſich nach der Strukturpſychologie aus | Glück8gefühl der WahrheitSidee, kann ſich beim
Den verſehiedenen Sinnrichtungen des Bewußt- | Forſcher zum ſtäriſten Affekt ſteigern. „Affekt-
jeins. Je nachdem, ob im Sinnzuſammen- | loſigkeit iſt der Zuſtand des Forſchers, ſo ofern er
hang des Seelenlebens die erkennende Ein- | erkennen will, allgemeine gegenſtändliche
ſtellung ſtatthat oder die äſthetiſch erlebende, ſeßlichfeit jein einziges Ziel. Nur eine
die öfonomiſd) wertende und ſchaffende oder die ' Leidenſchaft darf in ihm lebendig jein, die
religiöſe uſw., ergeben ſich beſondere Akt- und - Leidenjc Erlebnisflaſſen, denen beſondere Sinngebiete ; aber im wörtlichſten Sinne. Denn der theo-
des objeftiven Geiſtes entſprechen, die als | retiſche Menſch in ſeiner ganz reinen Geiſte3art
Ganze je ihren eigentümlichen voneinander kennt nur ein Leiden: das Leiden am Proble,
abgegrenzten Sinnzujammenhang und ihre ' an der Frage, die auf Crtlärung, Zujammen-
Cigengeſeklichkeit haben, wie Wiſſenſchaft, Kunſt, ' hang, Theoretiſiexrung dringt. Dies iſt ſeine
Wirtſchaft, Religion. Gefühle ſind nun, „wie metaphyſiſche Bewegtheit, daß er verzweifeln
auch die anderen jeeliſchen Funktionen (Vor- kann am Nichtwijjen, jubeln kann über eine
ſtellungen, Strebungen uſw.), ſowohl bei den bloß theoretijche Entdeckung, und wäre es
Akten des reinen Erfennens wie auch beim ' eine * Einjicht, die ihn tötet." (Spranger, a. a.
techniſchen Geſtalten, beim äſthetiſchen Ver- O. S S. 124.)
halten und beim religiöſen Erleben beteiligt, | 3. Die einzelnen logiſchen Gefühle. Schon
und daraus ergibt jich die Unterſcheidung | die Verlauſsgeſühle, die ſich aus der Auſ-
in religiöſe, äſthetiſche, logiſche Gefühle uſw.; | merkſamkeitöeinſtellung bei der Erkenntnistä-
denn jedesmal jind die Gefühle in einer ganz | tigfeit ergeben, fann man als Grfenntnis-
eigenen organiſchen Verbindung beteiligt; erſt ; gefühle bezeichnen, wie Erwartung, Span-



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