Klajjiſches Altertum -- Kleidung
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aus geiſtiger Freiheit zur geiſtigen Freiheit zu
führen. 8
Literatur. 1. Allgemeines. F. Cramer: Ge-
ſchichte der Erziehung und des Unterrichts in welt-
hiſtoriſcher Entwidlung (1832/38; Hegelianer). =- Nur
Tatſächliches geben: L. Grasberger: Erziehung und
Unterricht im flajſjiſchen Altertum (1864/81). = J. L.
Uſſing: Erziehung und Unterricht bei den Griechen und
Nömern (1885). -- P. Barth: Geſchichte der Erziehu"g
(1911 ; ſoziologiſch, ohne Quolleiitenntnis, allgemein). ---
W. Rein. Enzyklopädiſches Handbuch der Pädagogik,
10 Bd. (1903/10). -- Ebd. Willmann: Griechijc Unterricht (unzulänglich). -- Derſelbe: Nömiſj ziehung (beſſer). = Derſelbe: Chriſtliche Erziehung
(gut). = Ebd. Natorp: Platos Erziehungslehre (Sozial-
pädagogik; zu eng). =- Kurz, aber viel Gutes: Drerup=-
Hoſius: Erziehung und Unterricht im klaſſiſchen Alter-
tum (1918, V. Beiheft zur Chriſtlichen Schule, Cichſtädt).
Unzulänglich W. Neſtle: Die Begründung der Jugend-
bildung bei den Griechen (Hum. Gymn. 38; 1927, 197).
2. Die Hellenen. Plato. Am wichtigſten J. Sten -
zel: Plato als Erzieher (1928); nüßlich A. Kapp:
Platons Erziehungslehre (1833) als Chreſtomathie pla-
toniſcher Gedanken über Erziehung für ſolche, die fein
Griechiſch können.
Iſokrates. A. Burk: Die Pädagogik des Iſokrates
(1923, Studien zur Geſchichte und Kultur des Altertums
XI]); ſtoffreich, mit maßloſer Überſchäzung des JZſo=
frates.
3. Die Nömer. Cicero. Th. Zielinski: Cicero im
Wandel der Jahrhunderte (1912 2), -- W. Sohm: Die
Schule Johann Sturm38 und die Kirche Straßburg?
(Hiſtoriſche Bibliothek 27, 1912). Wichtig auch für Cicero.
Quintilian. I. Loth: Die pädagogiſchen Gedanken
der Institutio oratoria Quintilians ( Diſſ. Leipzig, 1898).
=- BV. Appel: Das Bildung38= und Erziehungsideal
Quintilians (1914). -- A, Meſſer: Quintilian und jein
Einfluß auf die Theorie des Humanismus8 (N. Jb. 1897;
11, 166 ff.). -- Nhetorik und Philofophie. H. v.
Arnim: Dion von Pruſa (1898), S. 1-114.
4. Die Chriſten. Bouſſet: Jüdiſch- betrieb in Alexandria und Nom (1915).--H. v. Schubert:
Bildung und Erziehung in frühchriſtlicher Zeit (Feſtgabe
für Gothein, 1923). =- PB. Wendland: Die helleniſtiſch-
römiſche Kultur (19122-3),
Clemens. W. Wagner, Zeitſchrift für wiſſenſchaft=
liche Theologie (1902, 213).
Gregorivos Thaumaturgvos. Ausgabe von Kvel=
ſ Vaſilius. K. Weiß: Die Erziehungslehre der drei
Kappadozier (1903).
Auguſtin. X. Egger38dorſer: Der heilige Auguſtin
als Pädagoge (1907). -- H. Fuchs: Die frühe c liche Kirche und die antike Bildung (Antike V, 1929,107).
Regenbogen.
Kleidung. Die Kleidung ſoll hinreichenden
Schuß gewähren gegenüber den verſchiedenen
Einſlüſſen der Witterung (übermäßige Wärme-
abgabe im Winter, Schuß gegen Beſtrahlung,
Regen im Sommer), ohne die freie Beweglich-
keit des kindlichen Körpers in irgend einer
Richtung zu hemmen. Als Oberkleid jc bei Knaben und Mädchen der jogenannte
Sweater den früher ſo beliebten und praktiſchen
Matroſenanzug zu verdrängen. Darüber dient
als guter Schuß gegen Regen und Wind die
Windjacke aus waſſerdichtem Stoff. Darunter ein
Leibchen (kein Korſett) aus poröſem Stoff mit
Trägern, angeknöpften Hoſen und Hemdhoſen
(oder Leinwandhemd darunter). Das Leibchen,
das beim Jungen ſpäter durch Hoſenträger oder

Gürtel erjehßt wird, darf über der Bruſt, be-
jonders bei Mädchen, nicht zu eng ſein, ſondern
muß für die Ausdehnung des Bruſtkorbes bei
der Atmung eingerichtet ſein und genügend
Spielraum laſſen. Das Mädchen trägt unter
L. | dem Kleiderro> den Unterro>, der in der
fühleren Jahre3zeit zwec>lmäßig durch eine
Schlupſhoje ergänzt oder erſeßt wird. Die ge-
jhloſſene, hinten gefnöpfte Hoje iſt bei Mädchen
jeder anderen, auch der modernen Windelhoſen-
ſorm vorzuziehen. Der Hals ſoll zur beſſeren
Abhärtung möglichſt frei gelaſſen werden.
Kinder, die erfahrung8gemäß eine Abkühlung
nicht vertragen (rheumatiſche, zu Katarrhen
neigende Kinder, Nierenkrankfe, Bettnäſſjer)
jollen Unterwäſche tragen, am geeignetſten
Netßzjäckchen, die Überall zwiſchen den weiten
Maſchen die Luft durchlaſſen. Kinder mit
Blajenj dem eine Leibbinde tragen, in manchen Fällen
jogar im Sommer. Ungelöſt iſt die Frage der
zweckmäßigſten Strümpfe: ob wollene oder
baumwollene vorzuziehen find. Wollene ſcheinen
im Winter geeigneter und unbedingt nötig bei
Wanderungen; bei Übermäßigem Fußjchweiß
müjjen die Strümpfe weitmaſchig ſein und
jollen möglichſt oſt gewechſelt werden (häufige
kühle Waſchungen der Füße, Einpudern). Das
Tragen von Socken fördert, namentlich im
Winter, weder, wie die Mütter annehmen oder
angeben, die Abhärtung der Kinder, noch
iſt der Anblick der blauroten, verfrorenen Beine
ein erfreulicher. Für manche Kinder ſind ſie
ohne Frage die Urſache zu Erkältungen, da die
Wärmeregulierung durch das Unbedecktſein
nur eimes Teiles der Hautoberfläche ſehr er-
ſchwert iſt. Das zum Halten der Strümpfe
nötige Strumpfband, namentlich wenn aus
Metall, wirkt durch Stauung ſchädigend, einerlei,
vb es oberhalb oder unterhalb des Knies ge-
tragen wird. Werden die Strümpfe mittels
Gummibänder an dem Leibchen befeſtigt, ſo iſt
es bei X-Beinen ratſam, ſie vorn anzubringen,
weil fie jeitlich einen dauernden Zug auf den
wachſenden Knochen ausüben. Das Schuh-
werk joll vorne breit und nichi zu kurz ſein,
damit ſich die Zehen nicht übereinander legen,
die große Zehe nicht, wie ſo häufig, nach innen
abgebogen wird. Die Hacken dürſen nicht zu hoc
ſein. Hohe Schnürſtiefel, die den oft ſchwachen
Knöcheln einen Halt geben, ſind im allgemeinen
den Halbj häufigen Knickfuß, der außerdem noch, ebenſo
wie der Plattfuß, Einlagen (Übungen, Maſſage)
benötigt; bei letzterem iſt von dem Tragen
von Sandalen abzuraten. Barſußgehen iſt für
Kinder, die es nicht gewöhnt ſind, nur zeitweiſe
und vorübergehend erlaubt, z. B. beim Baden,
am Strand, im Sonnenbad ujw., wegen Ge-
ſahr der Erfältung und der Verlekzung der nicht

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