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jugendamt ſind hauptamtlich ein Lande8jugend-
pfleger und eine LandeSspflegerin tätig. Aus-
führungsgeſeb zum Yieichsgejez vom 7. 7. 24
-- Rbl. S. 221; Bekanntmachung vom 6. 7.
1928 -- Nbl. S, 275.
Vgl. Evermann, Jugendwohlfahrt, reichs-
und landesgeſekliche Beſtimmungen. Wismar
1927.
8. Andexe Bildungsanſtalien. Die Volks3-
hochſchule iſt eine Veranſtaltung des Staates
und wird geleitet von einem dem Miniſterium
untergeordneten Hauptausſchuß in Schwerin.
Sie veranſtaltet Unterrichtskurſe zur Erwach-
jenenbildung. An vielen Orten beſtehen örtliche
Volksſchulvereine und -ausſchüſſe im Dienſte der
Sache. Der Staat gewährte für 1929 8000 „FAX
Zuſchuß.
Außerdem beſteht die evangeliſch-luthe-
riſche Bauernhoc private Veranſtaltung in Friedrichstal bei
Schwerin. Zur Förderung der Leibe3-
übungen iſt beim Miniſterium, Abt. ſür
Sozialpolitik, in Schwerin ein Lande3ausſchuß
errichtet, Bgl. Bekanntmachung vom 18. 9.
1923 -- Rbl. Amtl. Beil. S. 445.
Das Volksbüchereiweſen wird mit einem
ſtaatlichen Zuſchuß von 12000 F.X für 1929
von den intereſſierten Stellen ſelbſt verwaltet.
(85 beſteht in Schwerin ein LandeöSausſchuß, der
allgemeine Anregungen gibt, und ein kleinerer
Arbeitsausſchuß. Ortsfeſte Büchereien in 36
Städten und 43 Dörfern. Außerdem Wander-
büchereien.
Die Medlenburgiſche Landesbibliothek
und die damit verbundene Hennemannſche
Stiſtung von Büchern und Inſtrumenten für
Ärzte in Schwerin, Dom Kreuzgang, ſind ſtaat-
lich. Cbenſo das Staatstheater imScwerin
und das Landesmuſeum(Muſeum am alten
Garten und Schloßmujeum) in Schwerin. Cin
ſtädtiſches ſtändiges Theater befindet ſich in
Roſtock. Weber.
Metrlenburg-Streliß (Bildungöweſen). 1. Auf-
ficht und Verwaltung, Die Oberauſſicht über alle
vſfentlichen und privaten Schul= und Bildungs8-
anſtalten führt das Miniſterium des Jnnern, Ab-
teilung ſür Unterricht und Kunſt; au8genommen
jind die techniſchen und gewerblichen Fach- und
Vortbildungsſchulen, die dem Miniſterium des
Znunern unmittelbar unterſtellt ſind. Für die
höheren und Bolksſchulen iſt je ein Referent in
der Unterrichtsabteilung tätig.
2. Höhere Schulen. An höheren Schulen be-
jibt das Land: 1. in Neuſtrelig das Carolinum
(Gymnaſium u. Realgymnaſium) mit gemein-
ſamem Unterbau bi2 IV; 2. an gleichem Ort ein
Lyzeum mit fakultativen Lateinkurſen zweds
Übergangs in die OI des Carolinum3; 3. in
Ecdhönberg eine lateinloſe Realſchule; 4. in Neu-
Medlenburg-Schwevrin (Bildungsweſen) -- Meiſter Clehart

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brandenburg ein Gymnaſium und eine latein-
loſe Realſchule; 5. an gleichem Ort ein Lyzeum
und ein Reſormrealgymnaſium für Knaben u.
Mädchen; 6. in Friedland ein Gymnaſium, das
im Umbau zum RNeſormrealgymnaſium für
Knaben u. Mädchen begriffen iſt; Latein von
UI11 ab, ebenjo auch bei 5,
Die Schulen ſind ſtaatlich; doch tragen die
Städte unter 4. bis 6. faſt die Hälfte der per-
jönlichen und die ganzen ſächlichen Schullaſten.
Das Schulgeld von 240 Mk. für Einheimiſche
und 300 Yet. für Auswärtige fließt hier den
Stadtkaſſen zu.
3. Voltsſchunlen. Sämtliche Volksſchulen ſind
ſtaatlich, au8genommen die dreiklaſſige katho-
lijcche Privatſchule in Neuſtrolibp. Die Auſſicht
über die Volksſchulen führen drei Kreisſchul-
räte (in Neuſtrelip, Neubrandenburg vy. Schön-
berg). Für die Verwaltung und Beaufſichtigung
der Öffentlichen Volksſchule gilt das Volksſchul-
verwaltungsgeſeß vom 27. Juli 1922. Die per-
jönlichen und ſächlichen Koſten der Volksſchulen
werden vom Staat getragen. Einige Städte
(Neubrandenburg, Friedland, Woldegk, Strelitz)
zahlen Zuſchüſſe. Die Patrone der ehemals
ritterſchaftlichen Landſhulen ſind zu einem ge-
ringen Koſtenbeitrag verpflichtet. Die Errich-
tung und Unterhaltung der öffentlichen Volks-
jehulen regelt das Gejez vom 6. Februar 1922.
Die öffentlichen Volksſchulen ſind Simultan-
ſchulen (wie die öffentlichen höheren Schulen).
Die geſeßliche Schulpflicht beträgt 8 Jahre.
4. Andere Bilduyngsanſtalten. Gewerbliche
Pflichtfortbildungsſchulen beſtehen nur in den
Städten (Verfg. vom 19. 7. 11). Die ländliche
Fortbildungsſchule ſteckt noch in den erſten An-
ſängen. Die Kaufmannsſchulen in den Städten
jind Gimrichtungen der Mecklenburgiſchen Han-
velöSfammer. Die Ingenieurſchule „Technifum
Streliß'“ wird von emem Kuratorium verwaltet.
Lehrerbildungsanſtalten beſit das Land nicht.
Das Landesſäuglingösheim Domjüch bei Stre-
lib bildet im eimjährigem Kurſus Säuglings-
ſchweſtern heran (ſtaatlich anerkannte Prüfung);
es iſt dem Minijterium des Jnnern, Abt. für
Medizinalangelegenheiten, unterſtellt.
Kozminsti.
Meiſter Ekfehari (etwa 1260-1327) iſt der
Klaſſiker der deutſchen Myſtik des Mittelalters.
Sein Lebensgang iſt noc< nicht reſtlos ex-
jorſcht. Als Sohn eines Thüringiſchen Ritter3
in Hochheim bei Gotha geboren, iſt er in frühen
Jahren Dominikanermönch geworden. Wir
ſehen ihn als Prior in Erfurt und als Provinzial-
vikar von Thüringen an der Verwaltung ſeines
Oxven3 arbeiten. Nachdem er ſich in Paris die
Magiſterwürde erworben, wird ex Provinzial von
Sachſen und Generalvikar von Böhmen, dann
wieder theologiſcher Lehrer in Paris, Straßburg
und Köln. Unter ſeinen Schülern finden wir

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