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Deutſcher Verein für Moralpädagogik (1922, dort!
weitere Literaturangaben). -- Foerſters Schriften
j. unter „Lebenskunde“. -- E. Horneffer: Konfeſſion3-
loſer M. (1911). -- Penzig: Die Harmonie zwiſchen
Neligion38= und M.-Unterricht (1912). -- Derſelbe:
Zum Kulturkampf um die Schule (1905, Parteiſchrift).
-- Jodl: Das Problem des M.3 in der Schule (1912). --
Modrauer: Grundlagen des M.3 (1919). -- Tögel:
M.- und Religionsunterricht (1920). =- Leuſchke: :
Religions= Öder M.? (1919), = Franke: Die Zutunft :
de3 Neligions8yunterriuyis. Moralunterricht ? Jnterkon-
feſſioneller oder konfeſſioneller Religionsunterricht?
101) =- Sc (1916), --
Clemen: Quellen zur Lehre vom Religionsunterricht
(1910; enthält die neuere Unterricht8geſezgebung einer
Neihe von Ländern auch für den M.) -- Sadler:
Moral instruetion and training in gehools, 2 Bde. (1908,
die vollſtändigſte internationale Orientierung).
Spiller: Report on moral instruction and on moral
traiming (1909, 18 Kulturſtaaten umfaſſend, reiche
internationale Vibliographie). -- Börner: Der M. in
Frankreich (1910, enthält auch das M.8geſeß). -- Heil-
maier: Der M. in der franzöſiſchen Laienſchule (1918).
-- Höft: Der heutige Stand des konfeſſionsloſen ethiſchen
Jugendunterrichts in den Kulturländern (1910, objektiv).
-- Jodl: Ethik und Moralpädagogik gegen Ende des
19. Jahrhunderts (1913, unterrichtet auch über die andern
Länder). = Neichsminiſterium des Jnneren:
Curvpäiſche Unterrichtsreformen ſeit dem Weltkrieg
(1924). -- |
Lehrbücher. Compayr6: Vläements d'instruetion
morale et eivique (1880, moraliſcher Theizmus8 im
Sinne Nouſſeaus). = Liard: Morale et enseignement
eivique 4 Y'ugage des 6ecoles primaires (1883, rational
beweiſend in Anlehnung an Kant). -- Payot: la
morale ä 1'8cole (1907, für Gdjüler, atheiſtiſch-evolu-
tivniſtiſch). -- de Amicis: Cuore (vo. J., ethiſches Leſe-
buch, „das Heil8buch der italieniſchen Volksſchule“). --
Adler: The Moral Instruction of Children (1890,
deutjc) von Gizy>di: Der M. der Kinder, 1894). --
Frie: Sittenlehre für konfeſſionsloſe Schulen (1879).
Dbring: Handbuch der menſchlich=-natürlichen
Sittenlehre für Eltern und Erzieher (1899). --- Hauffe:
Noſfstümliches Handbuch der humanen Ethif auf
wiſſenſchaftlicher Grundlage, vierbändige Enzyklopädie
(ov. J.). = Tſchirn: Lehrbud) für den freireligiöſen
Unterricht (ov. I.). = Barth: Der Lebens8führer (1919).
--Foerſters u. Penzigs Schriften, ſ. ov. -- Penzig:
Ernſte Antworten auf Kinderfragen (1897 1912*). =-
Kritik. Devolve: Rationalisme et tradition (1910).
-- Kinoſch richtsminiſterium von 1898, --- Stanley Hall: Bduca-
tional problems, Bd, 1. -- Foerſter: Religion und
Charakter (1925). Eberhard.
Motiv. 1. Weſen. 2. Arten. 3. Pädagogiſche
Bedeutung und Verwertung.
1. Das Weſen de5 Motiv3. Das Wort Motiv iſt
eine mittelalterliche Bildung aus dem lateiniſchen
movere, das bewegen heißt. Motiv bedeutet des3-
halb Beweggrund, und etwas motivieren heißt,
die beſtimmenden Gründe dafür angeben und es
dadurch rechtfertigen. Ein Geſezentwurf 3. B.
wird motiviert, unter Umſtänden auch die Tage3-
ordnung einer Sißung. Von Motiven ſpricht
man aber auch in der Kunſt, beſonders in der
Muſik und meint damit die Urbeſtandteile einer
Tonſchöpſung. Das Motiv kehrt da immer wieder
und gibt der Phantaſie des Künſtlers immer aufs
neue Antrieb und Richtung. Man muß es ex-
kennen und verſtehen, wenn man den Wert de3
Woralunterricht -- Motiv
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| Kunſtwerkes würdigen und ſeine Schönheit ge-
' nießen will. In der Pſychologie hat Motiv ſeine
Urſprüngliche Bedeutung, nämlich Beweggrund
oder Antrieb, Motiv iſt Willensantrieb.
- Aber iſt es überhaupt möglich, den Willen zu
- bewegen und anzutreiben? Gibt es überhaupt einm
: Wollen und einen Willen? Dem geſunden Men-
jchenverſtande wird zwar dieſe Frage unverſtänd-
lich und ſogar wunderlich erſcheinen. Denn die
tägliche Erfahrung beſtätigt ja die Nichtigkeit
dieſer Annahme. Aber ſolche Erfahrung kann
auch täuſchen. E38 muß zu denken geben, daß
jowohl die Philoſophie als auch die Pſychologie
als Wiſſenſchaften jahrhundertelang das Gegen-
teil behauptet haben und zum Teil noch heute zu
dieſen Behauptungen ſtehen. Zwar ſoll hier
nicht deruralte Streit zwiſchen dem Indeterminis-
mus, der eine ſchlechthin unbeſchränkte Willens-
freiheit lehrt, und dem Determinismus, der eben-
jo ſchlechthin jede Freiheit des Wählens, Ent-
Ichließens und Wollens leugnet, erörtert werden.
Dieje Fragen kommen hier nur inſoweit in Be-
tracht, als von ihnen Auſſchluß über das Weſen
des Motivs erwartet werden kann. Es muß des-
halb zum voraus geſagt werden, daß hier troß der
Wijjenſchaft dem geſunden Menſchenverſtande
beigepflichtet wird, wenn er behauptet, daß der
Menjch die Fähigkeit hat, zu ſtreben (triebartig),
zu begehren, aber auch zu wählen und zu wollen.
Dieſe Stellungnahme iſt übrigens durchaus nicht
jo laienhaft, wie e8 den Anſchein haben könnte.
Sie iſt vielmehr wohl begründet, weil durch die
neuejte Pfychologie beſtätigt. Denn die experi-
mentelle Forſchung hat ſeit Ach nachgewieſen,
daß es einen Seelenvorgang gibt, der ebenſo
elementar iſt wie das Wahrnehmen, Vorſtellen
und Fühlen, aber doch nicht mit dieſen, auch nicht
mit einem von ihnen gleichbedeutend. Er kann
auch nicht aus ihnen hergeleitet oder erklärt wer-
den. Dies haben bekanntlich zuerſt die eng-
liſchen Senſiſten verſucht. Sie ſind dabei aber
nicht vorurteilslo3 verfahren, haben ſich vielmehr
von dem Beſtreben leiten laſjen, mit der bis dahin
herkömmlichen Auffaſſung von der Seele zu bre-
erſcheinen. Denn der Kauſalitätsbegriff ſollte ja
eineſubjektive Täuſchungſein. Dieſe Aſſoziation8-
pſychologie bot eine bequeme Möglichkeit zur
naturwijjenjc lebens und fand auf lange hinaus eine will-
kommene Stüße in der naturwiſſenſchaftlich-
materialiſtiſchen Zeitſtrömung. Selbſt die experi-
mentelle Pſychologie in ihren Anfängen glaubte
ſich dieſen Auffaſſungen anſchließen zu müſſen.
Sie tat das und mußte e3 tun, weil ſie die Me-
thode der phyſikaliſchen Forſchung ohne weiteres
auch auf das Leben der Seele anwandte, indem
ſie dabei immer von den allereinfachſten Vor-
gängen ausgehen zu jollen meinte. Ähnlich iſt
auch Herbart, wenn freilich auch von anderen

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