839 Watorp, Ludwig
öſſentlicht durd) K. Topp in der Weſtfäliſchen Schul-
zeitung. 7. Jahrgang, Nx. 26, nach dem handſchriftlich
eingetragenen Aufjaß vom 24. Januar 1920 im „Zirkular-
buch“ fär die Schullehrerfonferenz=-Geſellſchaft im nörd=
lichen Teil der Divbzeje Tecklenburg. --- b) Religions8-
unterricht. 1. Quartalſchrift für Religionslehrer. Be-
arbeitet von einer Geſellſchaft weſtſäliſcher Gelehrten und
herausgegeben von L. Natorp. Duisburg und Cſſen 1804,
1808. - 2. Die kleine Vibel. Für Freunde einer zweck-
mäßigen Bibellektüre und zunächſt für die erwachſeue
chriſtliche Jugend bearbeitet. Teil 1, 2. G, D. Bädeter,
Eiſen 1802. -- 3. Über das Leſen der Vibel und Vibel-
auszüge. Guts8-Muths Vibliothet. Jahrgang 1805. --
e) Lehrerbildung. 1. Natorp und Buſch: Über die
Vildung der EClementarſchullehrer und Seminarien.
Dentjchrift in „Quartaljchriſt“, 1. Jahrgang 1804, Heft 4,
-=-- 2, Grundriß eines Schullehrer-Seminars für die Kur-
mark vom 27. September 1812. Abgedrudet in G. Thiele,
Die Organiſation uſw. (ſ. 13.). = 3. Plan zur Einrichtung
des Schullehrer-Seminar3 zu Soeſt vom 14. Fehruar
1818. Abgedruct in Fr. Klein, Das niedere Schul- und
Seminariveſen uſw. (ſj. u.). = 4. Kleine Schulbibliothek.
Ein geordnetes Verzeichnis auserleſener Schriften für
Lehrer au Elementar» und niederen Bürgerſchulen.
Duisburg und Cjſjen 1811, =-- d) Muſikunterricht.
1. Lehrbüchlein der Singekunſt. Für die Jugend in Volks-
jhulen. G. D. Bädecer, Eſſen und Duisburg 1816--20.
-- 2. Anleitung zur Unterweiſung im Singen für Lehrer
in Volköſchulen 2 Bd. Vädecder, Eſſen 1813-20, --
3. Choralbuch für evangeliſche Kirchen. Die Choräle
fritiſch bearbeitet und geordnet von L. Natorp und Fr.
Keßler, vierſtimmig geſeßt und mit Zwiſchenſpielen ver-
ſehen von C. H. Rink. Bädeder, Cſſen 1829. --- 4. Über
Ninks Präludien. Ein Beitrag zur Verſtändigung an-
gehender Organiſten über kirchliches Orgelſpiel. (Ebd.
1844. -- 2. Schriften über L. Natorp. Balſter:
B,. C. L. Natorp, in ſeinem Leben und Wirken, nament-
lich als Schulmanun (1848). = O. Natorp: VB, C. L.

Natorxp. Ein Zeit- und Lebensbild (1894). =P. Natorp:
Ludwig Natorp. Ein Beitrag zur Geſchichte der Ein-
führung Beſtalozziſcher Grundſäße in die Volköſchulen
Preußens. Monatshefte der Comenius-Geſellſchaft,
IV. Bd. 1895. Heft 9 und 10. Am Schluſſe der Ab-
handlung ein Verzeichnis der Schriften N.s in zeit-
licher Reihenfolge. =- G. Thiele: Die Organiſation des
Volksſchul= und Seminarweſens in Preußen 1809-1819.
Mit beſonderer Berückſichtigung der Wirkſamkeit Ludwig
Natorps (1912). =- Fr. Klein: Das niedere Schul-
und Seminartveſen der Grafſchaft Mark von 1775-1825
(1925). gerrl.
Ratorp, Paul. 1. Der Lebensgang. 2. Die
philoſophiſche Grundlegung. 3. Die päd-
agogiſche Auſgabe. 4. Die pädagogiſche
Methode. 5. Die Familienerziehung.
6. DieSchulerziehung. 7. Diefreie Selbſt-
erziehung. 8. Die Bedeutung Natorps8.
. Dex Lebensgang. N. iſt Nheinländer. Er
wurde 1854 in Düſſeldorf geboren und durch die
wiſſenſchaſtlichen, künſtleriſchen und induſtriellen
Anregungen dieſer Stadt aufs ſtärkſte beeinflußt.
Nach dem Studium der klaſſiſchen Philologie
und der Philojophie iſt er ſein ganzes Leben
lang Hochſchullehrer in Marburg geweſen. Hier
habilitierte er fich 1881, wurde 1885 außer-
ordentlicher Profeſſor, 1893 ordentlicher Pro-
jeſſor und 1922 in den Ruheſtand verſetzt. 1924
wurde er Chrendoktor der Theologie und iſt in
demſelben Jahr ſiebzigjährig geſtorben.
2. Die philojophijche Grundlegung. N. iſt neben
Cohen der Haupivertreter der jogenannten

-- Natorp, Paul 840
Marburger Schule geweſen. Er lehnte alle
Metaphyſik als Wiſſenſchaft und alle Seins-
philoſpphie ab. Das geiſtige Leben ſtand ihm
unter dem Geſichtöpunkt des ewigen Problems.
Wie ſür Fichte gab e3 für ihn nichts Gegebenes,
jondern immer nur Aufgegebenes. Darum war
ihm der Gegenſtand der Erkenntnis nicht das
Sein, nicht die Subſtanz, ſondern die Methode,
die Funktion. Auch das Grundprinzip der Ethik
war ihm nur formaler Natur. Es gab für ihn
keine Anſichten oder Handlungen, die an ſich
gut oder böje jind, ſondern allein der Zweck, der
Der Handlung zugrunde liegt, beſtimmte ihm den
Wert der Handlung. Auch in der Kunſt war
ihm der Stoff für den äſthetiſchen Wert belang-
lo3, auch hier kam es nur auf die Form der
fünſtleriſchen Geſtaltung an. So gliederte ſich
Das Syſtem der Philoſophie nach N. in die drei
Wijjenjc Äſthetik. Die Logik ſtellt die Frage, ob etwas
iſt, wie es iſt und worin es gründet. Die Ethil
ſtellt die Frage nach dem, was nicht iſt, aber
was möglichſt ins Sein treten ſoll, und fordert
die Unterſtellung des Willens unter die Jdee
des Guten. Die Äſthetik deckt den Zuſammen-
hang der Kunſt mit der Wiſſenſchaft und dei
Sittlichkeit auf. Der künſtleriſchen Phantaſic
zeigt ſich das in Erfüllung, was ſowohl au/
theoretiſchem wie auf ethiſchem Gebiet noch ale
unerfüllte Forderung beſteht. Der Religion ha!
N. neben den genannten drei Bewußtſeins-
richtungen feine eigene ſelbſtändige Bewußt-
jeinSrichtung zuerfannt, ihr alſo die „Selb-
ſtändigkeit" abgeſprochen; ihren Wahrheits-
gehalt fand ex wie Kant im Sittlichen; dic
Tranſzendenz, den Gotte8gedanken und dic
GErlöſungöidee hat er als mit der humaner
Kultur unvereinbar geſtrichen. Die Bewußt-
jein8grundlage der Religion ſah er im „Gefühl“
das er ſtreng vom äſthetiſchen Gefühl ſchied
nämlich in dem Selbſterlebhnis des Menſchen
in dem die drei Bewußtſeinsrichtungen de:
Logiſchen, des Ethiſchen und des Äſthetiſche:
noch in ungelöſter Verflechtung ſind. Soy wai
die Religion für N. der „Unendlichkeitsgrund'
Des geiſtigen Lebens. Dieſe Gedanken hat 1
in jeinen Altersſchriſten in der Richtung dc!
deutſchen Myſtik aus8gebaut.
3. Die pädagogiſche Aufgabe. Die philoſopbiſcht
Ginſtellung N.3 beſtimmte auch ſeine Bädagogik
Wie ſeine Philoſophie reinſter JdealiSmus war
jo war auch ſeine Pädagogik, die allen Cmpiris.
mus und UtilitariSmus ablehnte, reinſter Jdealis.
mus. Er gründete die Pädagogik alſo auf einc
dee. Bilden hieß für ihn, eine Maſſe nacl
einer vorſchwebenden Jdee geſtalten. Dieſe!
JdealiSmus war ausgeſprochen ethiſch gerichtet
Erziehung iſt Willensbildung, an der aber auc!
die andern geiſtigen Tätigkeiten des Denkens
des fünitleriſcchen Gefühls und der Reliaior

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