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lichen Bildungsweſjen Norwegens angeſchloſſen.
---Nur in lojer Verbindung mit dieſer Anſtalt ſteht
das „Meteorologiſche Inſtitut" in Bergen,
das zur Zeit die größte Inſtitution dieſer Art in
der Welt iſt und mehrere Unterabteilungen hat
(in Tromjs, auf Jan Mayen u. a.). -- „Nor=-
wegens Techniſche Hochſchule", in Dront-
heim gelegen, wurde zum erſten Male 1333 ge-
plant, aber erſt 1960 vom Storting beſchloſſen
und begann 1910 ihre Wirkſamkeit. Dieje Hoch-
ſchule hat Abteilungen für: 1. Architektur, 2.
Bergwiſſjenjchaſt, 3. Bauweſen, 4. Elektrotechnik,
5. Chemie, 6. Maſchinenbau und Schiffbau, 7.
Mathematik und naturwiſſenſchaftliche Diſzipli-
nen. Der Unterricht iſt unentgeltlich; die Stu-
dienzeit dauert 4--5 Jahre. Hier unterrichten
25 Broſeſjſoren, 10 Dozenten, 6 Stipendiaten und
14 Lehrer. -- Die Landwirtſchaſtö3hoch -
ſchule in As hat 5 Abteilungen: 1. für l>er-
bau und Viehzucht, 2. Forſtweſen, 3. Garten-
tenbetrieb, 4. Meiereiweſen, 5. Parzellierung.
Dieſe Hochſchule hat 19 Profeſſoren, 10 Do-
zenten und 16 Aſſiſtenten. Die Studienzeit
beträgt 3 Jahre. -- In anderer Stelle erwähnt
ſind die Lehrerhochſchule und die Kriegöhoch-
Ichule; bemerkenswert iſt noch die Zahnarzt-
akademie in Oslo, die nur für Studenten be-
ſtimmt iſt und den Rang einer wiſſenſchaftlichen
Hochſchule beanjprucht. Cine Handels8hoch-
ſchule, die in Bergen liegen ſoll, iſt noch im
Werden. --Wiſſenſc Außer der Univerſitätsbibliothek ſind zu nennen:
die Bibliothek der Wiſſenichaftsgeſellſchaft in
Drontheim, die Bibliothek von „Bergens Mu-
ſeum“ und die an der techniſchen Hochſchule in
Drontheim. Wichtige Fachbibliotheken ſind die
Stortingsbibliothef, die Bibliothek des Nobel-
inſtituts, die der landwirtſchaſtlichen Hochſchule,
die „Deichmanske Bibliothek" in Os8lo (300 000
Bde.) und „Bergen3 öffentliche Bibliothek"
(150 000 Bde.). Wichtige Vereine zur Förde-
rung des wiſſenſchaſtlichen Lebens ſind:
„Videnskapsgakademiet“ (Oslo), „Det norske
Videnskapsselskap“ (gegründet 1760, in Dront-
heim), „vSelskapet til Videnskapenes Fremme“
(Bergen), „nstütutet for sSammenlignende
Kulturforskning“ (O8lo), „Raadet for anvendt
Videnskap“ (Oslo), ferner „Geografisk Selskap“
„Historisk Forening“, „Polyteknisk Forening“
u. a.
7. Pläne zur Umgeſtaltung des Schulweſen5. Die
Ordnung mit einem 3jährigen Gymnaſium auf
der Grundlage des Mittelſchulexamens wird von
vielen Seiten angegriſſen. Von der Volksſchule
wird behauptet, dieje Ordnung ſei keine wirkliche
Sinheitsſchule, während von der höheren Schule
mgeführt wird, daß die 4jährige Mittelſchule
zach der Ordnung von 1896 beſſer fungiert habe
15 die jehige 3jährige auf der Grundlage der
jährigen Volksſchule. Dazu kommt, daß die
Norwegen (Bildungsweſen) -- Nüßlichkeit3prinzip

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Schüler mit dem jekigen 13jährigen Schulgang
unverhältni8mäßig alt werden. Das Alter der
Abiturienten iſt in normalen Fällen 19-20
Zahre. Aus diejen Gründen wurde 1921 vom
Storting eine „Parlamentariſche Schul-
fommiſjſion“ eingeſjeßt, die 1927 weitgreifende
Pläne zur Neugeſtaltung des Schulweſens ent-
worfen hat. Die Mehrzahl der Kommiſſions-
mitglieder will die Mitteljchule ganz vom Gym-
najium löſen und eine 3Zjährige Realſchule ein-
führen, deren dritte Klaſſe direkt aufs praktiſche
Leben zielt und Fächer wie Stenographie, Buch-
haltung u. a. aufnehmen joll. Auf der 7. Klaſſe
ver Volksſchule ſoll dagegen ein öjähriges
Gymnaſium mit demſelben Bildungsziel wie
das jeßige aufgebaut werden. Die Schwierig-
keiten ſind hier folgende: Wann ſoll der fremd-
ſprachliche Unterricht anfangen, und von welchen
Lehrern -- denen der höheren Schule oder der
Voltksöſchule =- ſollen die Clemente des Sprach-
unterrichts gelehrt werden? Die Mehrheit der
Kommiſſion verlangt, daß dieſer Unterricht von
den Volksſchullehrern erteilt werden ſoll, und
dies hat wieder die Forderung der Univerſitäts-
aus8bildung dieſer Lehrer hervorgerufen. Ferner
wird von ſeiten der höheren Schule und der
Univerſität gefordert, daß die Volksſchule im
Falle dieſer Neuordnung Begabtenklaſjen er-
richten joll, welcher Forderung ſich dieſe wider-
jeßt. Auch andere Pläne ſind von Mitgliedern
der Kommiſſion entworfen worden; ein bjähriges
Gymnaſium als Auſbau auf der 6. Volksſchul-
laſſe, die Rückkehr zur Ordnung von 1896 mit
4Hjähriger Mitteljchule und endlich eime 2jährige
Mittelſchule auf ver Grundlage der 8. Volksſchul-
klaſſe. Weil das Bildungsweſen der Stolz des
norwegijchen Volkes iſt, werden dieje Plane mit
großer Leidenſchaft in der Preſſe und in zahl-
reichen Verſammlungen erörtert.
Literatur. P. Voß: Der Sculfampf des 19. Jahr-
hunderts auf norwegiſchem Boden (Deutſche Zeitſchr.
für ausländiſches Unterricht8weſen, 1897--1898). --
Victor Holſt und I. K. Berle: Norwegiſches Schul-
weſen, in Reins Enzyklopädiſchem Handbuch der Päd=
agogit. = H. Naabe: Norges Polkeoskolev >sgen 1
hundrede Aar (1914). -- Otto Anderſen: Norges
höiere Skolevsgen 1814--1914, -- ODO, A, Huffſtad:
VFolkeakademienes Utvikling , 098 nunverende Stand-
punkt (1914). -- Hafon AzSvejen und Ra8mus
Stauri: Ungdomsskulen i Norge 159 Aar (1914). -- H.
M. Hauge: Det norske Abnormskolevzsen (1914). --
IJ. Jürgenſen und Fr. Ording: Norges Lxrerskole
1 hundrede Aar (1914). -- Offizielle Berichte und
Zeitſchriften: Skolevwsenets Tilstand, 1925--26
(1928). -- Handbok over norske Biblioteker (1929). --
Gymnagiet (1915). -- Middelskolen (1915). -- Norsk
Lwererkalender (1929). --- Univergitets og Skoleannaler,
-- Vor Ungdom, -- Den höiere Skole, -- Padagogigk
TidssKrift, Beyer.
Nüßlichfeitsprinzip. 1. Das Nüßlichteits-
prinzip nach ſeinem Weſen. a) im Gegen-
ſaß zum Jdeali3mus3, b) das Nüblichteit3-
prinzip und die Werttheorie, 6) der Utili-

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