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Nohl: Die Philoſophie in der Schule (Pädagogiſches
Zentralblatt 1922, Heft 12). --- Keſſeler: Die Ph. Vr.
als beſonderes Unterrichtöfach (Höhere Mädchenſchule
1919, Heft 8. u. 9). -- Auffäze im Deutſchen Philo-
logenblatt 1920, Nr. 28, 32, 34 u. 35; 1925, Heft 1
(Neubauer); 1929, Heft 1 1.5.--Monatsſhrift für
95h, Schulen 1929, H. 6/7: Richert: Die Stellung
der Philoſophie in der preuß. Schulreform; H erz:
Philoſophie, Schule u. Ph. in der Schule; Sto>:
Phil. Propädeutik u. exakte Wiſſenſchaften. -- Faut:
Kant im Philoſophieunterricht (Voilage ves Staats-
anzeigers für Württemverg, 1928, Nr. 1). =- Münz -
huber: Philoſophiſche Propädeutik (im Anſchluß an
den einzelwiſſenſchaftlichen Unterricht der höheren Lehr-
anſtalten); Sakmann: Philoſophiſches Leſebuch --
beides aus d. Sammlg. „Deutſche Schulaus8gaben“,
Verl. EChlermann-Dre8den (Heft 111 u. 142). Ferner
die philoſophiſchen Leſebücher von Baſtian-
Schmid, Deſſvir- Menzer, Friſcheiſen-Köhler,
HVavenſtein und Müller-Freienfels, Joſeph Feld-
mann, = Neubauer: Große Denker (1923). --
Derſelbe: Grundbegriffe der Pſychologie und Logik
(1925). Faut: Einführung in die Philoſophie (1915).
-- Eine große Zahl von Quell enheften, (beſonder3
aus dem Gebiet der deutſchen Philoſophie), der Ver-
lag3handlungen: Aſchendorff, Dieſterweg, Felix Meiner,
Quelle & Meyer, Teubner, Velhagen & Klaſing.
Schuſter,
Phlegmatiker ſ. Temperamente.
Phonetik. 1. Geſchichte und Jnhalt der Vhonetik.
Die Wiſſenſchaft von der Bildung menſchlicher
Sprachlaute beginnt bei den altindiſchen und
griechiſchen Gelehrten. Das von den Griechen
Entdeckte wurde von den Römern weitergegeben;
ihreFachausdrüde ſind zum Teil nochin Gebrauch).
Die Erkenntnis ſchritt im ſiebzehnten und acht-
zehnten Jahrhundert ſtückweiſe fort. Jhren
eigentlichen Ausbau lieferte erſt das neunzehnte
Jahrhundert durch das Entſtehen der verglei-
Kehlkopfjpiegels, die Fortſchritte der Phyſik,
Anatomie und Phyſiologie, und das Anwenden
experimenteller Verſahren. Sie erſtreckt ſich auf
die Atemwerkzeuge, als den bewegenden
Antrieb der körperlichen Sprachleiſtung, den
Kehlkopf, als Urſprungsort der Stimme,
das Anſaßrohr, als Bildungsort von Klängen
und Geräuſchen, ſowie auf Farbe, Höhe,
Stärke und Dauer der hervorgebrachten
Sprachlaute.
Phonetik bildet eim Zwiſchengebiet, welches
teils an die Philologie (Betrachtung geſchichtlicher
Sprachzuſtände), teils an die Sprechkfunde (Be-
trachtung und Erziehung perſönlicher Sprech-
leiſtung), teils an die Logopädie (Betrachtung
und Heilung von Sprachleiden) angrenzt.
2. Vokale. Geſprochene und geſungene Vo-
kale (deren Bildung3weiſe gleich iſt) ſind von
den menſchlichen Sprechwerkzeugen hervor-
gebrachte Klänge, deren Klangfarbe durch Grund-
ton und Obertöne eindeutig beſtimmt iſt. Jeder
Vokal wird durch beſondere, ihm eigene Ober-
tonbezirfe gefennzeichnet, deren Töne das An-
jaßrohr dem im Kehlkopf gebildeten Grundtone '
beimiſcht. Die dunkleren Vokale werden durch | ehe die Stimmlippen in Schwinauna aeraten,
Philojophiſche Propädeutik --- Phonetik

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tiefere, die helleren durch höhere „Jormanten"-
bezirke gekennzeichnet. Reihenfolge u 0 a 6
äü ei Bewirft wird das Entſtehen ver-
jchiedener Formanten im Anſaßzrohr durch die
verſchiedenen Einſtellung8möglichkeiten von
Lippen, Zunge, Kiefer und Gaumen-
ſegel. Da dieſe in verſchiedenſter Weiſe zu-
jammengeordnet werden können, kann die Men-
jhenſtimme unzählige Vokalabſchattungen her-
vorbringen.
Die Vokale der deutſchen Hochſprache (ſ.
Art. „Bildungsſprache“) ordnen ſich in zwei
Reihen verſchieden zuſammengeordneter Lip-
pen- und Zungenartikulation. Die Reihe
1-e-ä-a-0-u ſchreitet von der breiteſten Spreiz-
ſtellung der Lippen, i, ſtufenweiſe zur größten
Ovalöffnung, a, und verengt ſich weiterhin
ſtuſenweiſe zur kleinſten Rundöffnung, u.
Gleichzeitig mit dieſer Veränderung der Lippen-
ſtellung verändert ſich die Zungenlage von
Vorderzungenhebung bei i zur Zungenflachlage
bei a und weiterhin zur Zungenrückhebung
bei u. Jn dieſer Reihe iſt zuſammengeordnet
Lippenſpreizung mit Vorderzungenhebung,
Lippenrundung mit Zungenmrüchebung. Kurze
Vokale ſind im Deutſchen etwas offener, a-ähn-
licher, als lange (Ofen: offen; Liebe: Lippe).
Neben der Reihe i-u iſt eine zweite, gegen-
jäßlich gebaute Reihe zu erkennen, die Lippen-
jpreizung mit Zungenrüchebung, Lippen-
rundung mit Vorderzungenhebung zuſammen-
ordnet. Dieſer Gegenreihe gehören an ö und ü,
die die Lippenſtellung de8 0 und u mit der
Zungenſtellung des e und i verbinden. In die
Reihen einzuordnen ſind auch die als Diph-
thonge bezeichneten vokaliſchen Gleitlaute,
ei (== al), au, eu (= äu), bei denen während
der Dauer des Lautes nicht eine in ſich gleich-
bleibende Vokaleinſtellung feſtgehalten wird,
jondern das Anſaßrohr während de8 Lautes
ſich verändert. Bei ei wird aus der mittleren
a-Stellung übergeglitten in Richtung auf e,
über die e-Stellung hinaus, jedoch nicht ganz
bis zum i hin; au gleitet aus etwas gerundetem
a in Richtung auf 0 über die o-Stellung hinaus,
jedoch nicht ganz bis zum u hin; eu gleitet
aus offenem 0 Über das ö gegen das 1 oder ü
hin. Außerhalb der beiden durch klare, eindeutige
Artikulation gekennzeichneten Reihen liegt der
geringſtartikulierte Murmellaut e (ſogen. Rri-
märvofal), der in deutſchen Nebenſilben als
unbetontes 6 vorfommt,.
3. Einfäße. Beim Bilden eines Stimmlautes
können Atembewegung und Kehlkopfverſchluß
in dreierlei verſchiedener Abfolge zuſammen-
geordnet werden, ſv daß der Laut dreifach
verſchieden einſeßen kann.
a) Erſt werden die Stimmlippen geſchloſſen,
dann der Atemſtrom angeblaſen. Es entſteht,

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