- Domſhülen 3 Doppelinferiht 337.
Dividenden gleichbenannt ſein. Der benannte Diviſor bedingt alſo eine Enthälten=
ſein8=, der unbenannte Diviſor eine Theilungs3auſgabe. Beide Auffaſſungen
ſaſſen ſich aber unter einander vereinigen , wenn man den Dividend als ein Product und
den Divpiſor als einen Factor des8ſelben auffaßt, zu dem der Quotient als der andere Factor
geſucht werden ſoll, Aus dieſer Betrachtung ergeben ſich folgende Gleichungen : Dividend.
== Dipiſor : Quotient. Diviſor == Dividend : Quotient. Quotient == Dividend ; Divijor.
Zeder Fariopr iſt == dem Producte, dividirt durch den anderen Factor. Die obige doppelte
Auffaſſung der Diviſion als Theilen oder Enthaltenſein findet ſich nun auch .in Ueberein=
ſtimmung mit den Geſeßen der Multiplication, nach welchen nur ein Factor eines Productes
benannt ſein kann. Hat man einen mehrgliederigen Dividenden , ſei es eine größere aus
mehreren Ordnungen des Zahlenſyſteme8 beſtehende unbenannte, oder eine aus verſchiedenen
Benennungen zuſammengeſeßte benannte Zahl, ſo dividirt man zuerſt die höheren Ordnun-
gen, verwandelt den Reſt in Einheiten der niederen Ordnung und fährt in der Diviſion
ſort. Die Summe der Einzelquotienlen iſt dann der Geſammtquotient.
Domſchulen. Die Domſchulen (Kathedralſchulen) entſtanden in der Mitte des achten
Fahrhundert8 durch Biſchof Chrodegang in Meß, der die an ſeiner Domkirche angeſtellten
Geiſtlichen zu klöſterlicher Eingezogenheit und zur Erziehung der Jugend nach der Regel
der Benedickiner vereinigte. Ju ihren Schulen wurden zunächſt Diejenigen, welche in den
Dienſt der Kirche treten wollten, dur gen dazu vorbereitet, außerdem aber auch die, welche für ihre weltliche Thätigkeit eine
höhere Bildung bedurften, bi8 zu einer gewiſſen Stufe unterrichtet. Dieſe Domſchulen ſan=
den viel Anklang und verbreiteten ſich über ganz Deutſchland und Frankreich, ſo daß an
jedem Biſchofsſiße eine errichtet wurde. Ihr Gedeihen hing jedoch hauptſächlich von dem
Sinne ihres Biſchofs für wiſſenſchaftliche Bildung ab und e8 war natürlich, daß die Blüthe
und der Nuf der einzelnen Schulen ſehr verſchieden waren. So glänzten zu den Zeiten
Karls des Großen beſonder8 die von Alcuin umgeſtaltete Domſchule zu Tour8, ſowie
auch die zu Lyon und Paderborn; ſpäter namentlich durch den Einfluß Bruno's (Bru=-
der Kaijer Otto's 1.) und Gerbert's (Papſt Sylveſter Il.) - die zu Notre-Dame in Pari3,
zu Rheim8, Lüttich, Tournay u. a. = Die Domſchulen waren nicht nur Unter-
richt8=, ſondern faſt mehr noh Erziehung3anſtalten und al8 ſolche klöſterlich eingerichtet. Dex
oberſte Lehrer oder Leiter der Anſtalt hieß der Scholaſticus (Scholaſter) und hatte den Rang
eines Prälaten ; unter ihm ſtanden der Rector, der Cantor und die Lehrer für verſchiedene
Unterricht8zweige. Der Scholaſter unterrichtete in den gelehrten Kenntniſſen, während dem
Rector die Sorge für die trivialen (Leſen, Schreiben, Rechnen), dem Cantor aber hauptſächlich
die Pflege des Geſanges übertragen war. Anfangs waren alle Lehrer geiſtlichen Standes,
ſpäter aber, als die Prälaten den Unterricht für eine Laſt anſahen, wurden auch weltliche
Rectoren angeſtellt und dieſen zuleßt der Unterricht ganz übergeben, während die Geiſtlichen
nur die ſetten Pfründen behielten, Als Unterricht8gegenſtände der Domſchulen galten die
theologijchen Wiſſenſchaften und die ſieben freien Künſte (Grammatik, Dialektik, Rhetorik ;
Muſik, Arithmetik, Geometrie und Aſtronomie). Doch nur den Aſpiranten des geiſtlichen
Standes waren dieſe ſämmtlich zugänglich ; für den Laien genügte Leſen, Schreiben, Rech-
nen und ein wenig Religion, Latein und Muſik. -- In Städten, welche keine Biſchofsſiße
waren, errichtete man an Stelle der Domſchulen Stift8ſchulen, welche eine ähnliche Ein-
richtung wie jene hatten, in kleinen Städten jedoch oft den Unterricht auf das Trivium der
freien Künſte beſchränkte. Durch die zunehmende Verweltlichung der Geiſtlichen, da8 Auf-
blühen weltlicher Schulen , beſonder3 aber durch den Einfluß des Morgenlandes auf die
abendländiſche Wiſſenſchaft geriethen Dom= und Stifts8ſchulen nach den Kreuzzügen in Verfall.
Doppelunterricht. Wo für viele Schüler nur eine Lehrkraft vorhanden iſt, wo man
genöthigt iſt, in eine Claſſe Schüler von verſchiedenem Alter und ſomit von verſchiedener
Ausbildung zu vereinigen, da wird man, um allen, ſoweit möglich, gerecht werden zu können,
gezwungen jein, verſchiedene Abtheilungen zu bilden und dieſelben abwechſelnd zu unterrichten,
und ebenſo ſich ſelbſt beſchäftigen (üben) zu laſſen. Bei der Bildung derſelben wird man
jich nicht von dem Alter oder dem Geſchlechte beſtimmen laſſen, ſondern von dem geiſtigen
Entwickelungöſtande der Schüler, wird aber dabei nicht hingeriſſen werden, die Geſammtzahl

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