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ſhulrathes nicht die nöthigen Anſchaffungen, ſo wird auf Antrag desſelben da8 Erforderliche
durch die Gemeinde auf Koſten Desjenigen angeſchafft, dem die Unterhaltung des Kindes
obliegt. -- Gotha, Geſeh vom 1. Juli 1863, 8 71: „Der Sculvorſtand hat darüber
zu wachen, daß der nöthige Vorrath an Lehrmitteln, und Schulmitteln und Schulgeräthen
zur rechten Zeit beſchafft werde." Dasſelbe wird nach 8 4 der „Inſtruction für die Be
zirk8ſchulinſpeckoren des Herzogthum8 Gotha, von dieſen verlangt und zugleich ſeſtgeſeßt,
daß die Beſtimmung darüber, welche Lehrmittel und Bücher für eine Volköj Lande im Allgemeinen nothwendig ſind, von der Conferenz der Bezirksſchulinjpecioren unter
Beirath des techniſchen Miniſterialrathes getroffen werden ſoll. Zürich , Geſeß über das
gejammte Unterrichtöweſen vom 23. December 1859, 8 78: „Die Lehrmittel der all
gemeinen Volk3ſchule werden unter Vorbehalt von 8 69 (Einholung ſachmänniſcher Gut-
achten betreffend) vom Erziehungs8rathe beſtimmt und nach einem, alle Schulſtuſen und
Lehrgegenſtände umfaſſenden Plane hergeſtellt, Der Staat ſorgt für möglichſte Wohlfeilheit
derſelben, zu welchem Zwecke er, ſoweit khunlich, den Verlag übernimmt."
Lehrplan, ]. Unterricht3plan. .
Lehrſtand. Ihm gehören als Glieder Alle an, welche ſich mit dem Lehren in dem
Sinne beſchäſtigen, der in Artikel Lehrer bezeichnet iſt. Mehr durch Gebrauch als aus
innerer Berechtigung hat man den Begriff Lehrerſtand vielfach enger gefaßt und bezeichnet
damit den Stand der Mittel= und Elementarſchullehrer. Ein feſtes, äußeres Band hat der
Lehrerſtand nicht, doh, Dank den Bedrückungen, die er in ſeinem Verhältniſſe zu Staat,
Kirche und Gemeinde erlitten, vollzieht ſich langſam aber ſicher eine immer innigere Ber=
einigung der Stande3glieder. Das Gefühl des gemeinſamen Intereſſes hat den Anſtoß ge
geben, die Lehrerverſammlungen haben eine Handhabe dazu geboten. Damit iſt noch nicht
genug geſchehen. Die Organiſation muß eine feſtere werden. Die Orts8verbände der Standes=
mitglieder haben ſich zu Provinzialvereinen aufzubauen, dieſe zu Landesvereinen, lehtere wieder
zu einem Allgemeinen deutſchen Lehrerverein. Nur ſo kann der Lehrerſtand zu einer feſt-
geſchloſſenen Macht im Siaate werden und Einfluß auf die Geſeßgebung und damit auch
auf die Dotation ſeiner Mitglieder gewinnen.
Lehrſtunde, ſ|. Unterrichtsſtunde.
Lehrton. Unter Lehrton verſteht man die nach den perſönlichen Cigenthümlichkeiten
des Lehrenden geſtaltete Art und Weiſe, einen Gegenſtand im Unterrichte zu behandeln. Da
bei jedem Lehrer beſondere Eigenthümlichkeiten zu Tage treten, ſo iſt auch der Lehrton jo
unendlich verſchieden, al8 e38 verſchiedene Charaktere giebt. Dennoch laſſen ſich gewiſſe Haupt-
geſicht8punkte aufſtellen, von denen aus derſelbe beurtheilt werden muß und denen zuſolge
eine Scheidung vorgenommen werden kann, ſodaß man bald von gutem, bald von ſchlechtem
Lehrtone zu reden berechtigt iſt. Zu einem guten Lehrtone gehört nach Denzel , „Er-
ziehung3= und Unterrichtslehre 1." S. 318 erſtens „fühlbare Wärme für die Sache, die
man vorträgt", zweiten8 „eine rege Lebendigkeit im Vortrage ſelbſt“, drittens „ein würde-
volle3, feſtes, ſicheres Benehmen“ und viertens „eine im Ernſt, wie in der Freundlichkeit
ſich ausſprechende Milde und Liebe.“ Man ſollte über den Lehrton nie geringſc urtheilen, ſelbſt der Profeſſor an der Gelehrtenſhule iſt in ſeinen Erfolgen von der Hand-
habung eines guten Lehrtones mehr oder weniger abhängig, in der Volksſchule aber vor
allen Dingen beſtätigt e8 die Erfahrung augenſcheinlich, daß man den beſten und geord=-
netſten Lehrgang befolgen, alle Treue in ſeinem Unterrichte beweijen und mit der ge-
wiſſenhafteſten Sorgfalt die beſten Lehrmittel benußen könne, ohne bedeutende Früchte
ſeines Wirkens zu ſehen. Im Gegentheil findet man Lehrer, die in Hinſicht auf Fähig=
keiten und Fenntniſſe weit hinter anderen zurück ſind, ſich nie über das Gewöhnliche und
Gewohnte erhoben haben, auch ſonſt einer nicht3 weniger als muſterhaften Methode folgen
und doch nach Verhältniß außerordentlich viel leiſten. Die Urſache dieſer eigenthümlichen
Erſcheinung kann nur in der Perſönlichkeit des Lehrers, in ſeinem Lehrtone geſucht werden,
wodurch er gleichſam den Mechani8mus zum Organi8mu3 erhebt" (Denzel).
Lehrziel, Jeder Lehrer hat ſich für die einzelnen Unterrichts8fächer ein beſtimmtes
Ziel zu ſteden, das bis Ablauf eines gewiſſen Zeitraumes zu erreichen iſt. Dieſe Lehrziele
zerfallen theils in Claſſen, theils in allgemeine Unterrichtsziele. Erſtere bezeichnen den

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