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Pünktlichkeit 0. Bi 48
der Pſychologie kann vom Erzieher leicht überſchäßt werden, wenn er die friſch gelernten =
Allgemeinheiten über Temperamente, Charakter u. ſ. w. in der erſten Lernfreude voreilig
auf die Seelen der ihm anvertrauten Kinder anwendet und den unendlichen Reichthum des
geiſtigen Lebens faſt ſchon begriffen zu haben glaubt, bis ihn die Erfahrung eines An-
deren belehrt. - | | |
Pünftlichfeit. Es kommt nicht nur varauf an, daß Jemand ſeine Pflicht thue, ſondern
auch, daß dies in der rechten Weiſe geſchehe, z. B. zur rechten Zeit. Die Erziehung hat
darauf Rückſicht zu nehmen, daß dieſe Tugend ſchon dem Kinde zur zweiten Natur werde,
da es dem Alter zu ſchwer, ja oft unmöglich wird, ſich dieſelbe noch zu erringen. Dies
iſt aber nur durch Gewöhnung möglich , die freilich bei dem einen Kinde leichter , beim
anderen ſchwerer zu erreichen iſt, je nachdem e8 mit dem oder jenem Temperamente von
ver Natur verſehen wurde. Am Schwerſten dürfte ſie bei ſanguiniſchen Naturen zu er-
ringen jein. Zunächſt muß gefordert werden, daß Aeltern und Lehrer die Pünktlichkeit ſelbſt
üben, jo daß das Kind ein Vorbild (d. i. Anſchauung) hat; dann aber, daß bei dem Kinde mit
Peinlichkeit auf Uebung derjelben gehalten werde. Zu große Nachſichtigkeit erzielt nicht ſie,
jondern Nachläſſigkeit, ja Ordnungsloſigkeit. Die Schule ſchafft hierbei ein vortreffliches
Gegengewicht, indem ſie einen geordneten Staat darzuſtellen hat, in welchem ſich der Ein-
zelne, wie die Geſammtheit den Geſehen zu fügen haben. Was follte auch aus ihr werden,
wenn jie nicht auf pünktliches Erſcheinen, auf pünktliche Eingabe der Hefte u. ſ. w. halten
wollte? Die beſte Vorſchule der Erziehung zur Pünktlichkeit iſt die zum Gehorſam , im
weiteren Sinne ſchließt leßtere exſtere mit ein.
R.
RNüſomniren (eigentliche Bedeutung: „Vernünftig ſprechen “), Unter „Räſonniren“
verſieht man gemeinhin ein umſtändliches Gerede über einfache , leicht begreifliche Dinge ;
beſonder8 findet das Wort auch Anwendung auf weitſchweifige Zurechtweiſungen.
Auch im Erziehungs8geſchäfte hat das Raiſonniren hier und da ſeine Stelle, und man=
hat es ſeinen Grund in nervöſer Erregtheit und überhaupt körperlichen Abnormitäten
jeiner Perſon , jehr häufig aber iſt es nur die Folge übler Gewohnheit. In allen Fällen
iſt es einfach zu verwerfen und zwar aus ſolgenden Gründen: der Räiſonneur nübt
der Sache. nicht, um die es ſich handelt; denn wo viele, im Eifer hingeworfene Worte
fallen , da trifſt man ſeltener den Kern der Sache, al8 wenn man ſich kurzer , wohl-
überlegter Rede beſleißigt ; das Räſonniren verwirrt alſo, anſtatt aufzuklären. Der Räſon-
- nirende ſchadet ſeiner Perſon ; denn im Eifer und Zorn läßt er ſich leiht zu unwürdigen
Bezeichnungen und zu unzutreffenden und harten Urtheilen hinreißen, er verſcherzt ſich alſo
Autorität und Liebe der Zöglinge. Der Räſonneur ſchadet aber auch endlich dem Gemüthe
der Kinder, das er gleichgiltig und zuleßt ganz unempfänglich macht. Der Erzieher bewahrt
ſich vor diejem Fehler einzig und allein durch rechte Wachſamkeit über ſeine Gemüth8be-
wegungen, durc< Klarheit in ſeinem Denken, durch Ruhe in ſeinen Beobachtungen und durch
das rechte Maß von Geduld, welches das Hauptkennzeichen eine8 wahrhaft durchgebildeten
Pädagogen iſt.
Rüthſel. Es iſt ſchon oft empfohlen worden, Räthſel zur Uebung des Scharfſinnes
und Wißes auch in der Volks8ſchule zu benußen. Das mag auch ganz gut ſein , ſobald
der Unterricht dazu ungeſuchte Gelegenheit bietet und die Schulordnung dadurch nicht ver-
lezt wird. Zuweilen am Schluſſe eines Schultages das Leßtere zu thun, um Erzählungen
vorzuleſen oder NRäthſel auſzugeben, möchte kaum räthlich ſein. Eine beſondere Aufmerkſam-
feit verdienen die ſogenannten Volksräthſel, wie ſie am Reichhaltigſten Simro>s „Deutſches
Räthſelbuch“ (Frankſurt a./M.) bietet, und in denen namentlich auch der Volk83humor ſein
Spiel treibt, jene Ne>- und Scherzräthſel , die zum Theil noch im Munde des Volkes
lebendig find. Auf höheren Stufen treten neben dieſe Volksräthſel , die namentlich auch
.. - 8* .

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