Shlndion. - Scönheitsfiin WB
Bleichſucht und Blutarmuth, 8--10 Stunden xryhigen Schlafes nöthig , die weder“ durch
Arbeit noh durc< Vergnügungen öſter abgebrochen oder verkürzt werden ſollten. . Für den
Erwachſenen genügen 6--7 Stunden Schlafes, und Greiſe ſchlafen noc die Nüblichkeit des ſogenannten Mittagsſchläſchens ſiehe Dr. Bock's Buch vom geſunden
und franken Menſchen ; dabei muß hervorgehoben werden, daß dex Beginn des Nachmittag3-
unterrichtes allzuzeitig na< Tiſche eine Einrichtung iſt, welche die äußeren Verhältniſſe wohl
erüären, nimmermehr aber rechtfertigen können. Das Schlafzimmer muß vor dem Schlafen-
gehen gehörig gelüftet werden und überhaupt der Luft und dem Lichte gut zugänglich ſein ;
leiver und unverſitändiger Weiſe werden noc: häufig ohne Noth die weniger guten Räume.
der Wohnungen zu Schlafzimmern verwendet, obgleich das Schlaſzimmer eigentlich derjenige
Theil der Wohnung iſt, in dem man verhältnißmäßig die längſte Zeit ununterbrochen
verweilt , jo daß man alle Urſache hätte, dazu das beſigelegene Zimmer zu wählen. Als
Lagerſtatt iſt für Kinder eine Matraße mit einer warmen Decke beſſer, als ein weiches
Feverbett , in leßterem werden die Kinder übermäßig warm , decken (ſtrampeln) ſich dann
im Schlafe auf und erkälten ſich dadurch um ſo leichter. Noch ſei erwähnt, daß der Schlaf
jelbſt etwa eine Stunde nach dem Einſchlafen am Tiefſten iſt, daher das Erwachen und
Erwecden um dieſe Zeit am Schwerſten ; erfolgt e8 dennoch, ſo folgen häufig unruhiger
Schlaf oder Schafloſigkeit mit all* ihren bekannten unangenehmen Folgen. =- Die beſchänkte
Fortdauer pſychiſcher Erregtheit im Schlafe iſt der Traum. Näheres darüber ſiehe in Beneke,
„Lehrbuch der Pſychologie" 88 318 ff.
Schlendrian iſt die Bezeichnung für alles Schlenderhafte , Nachläſſige , in8beſondere
für jede Art, Geſchäfte zu betreiben und Arbeiten zu verrichten, welche gedankenlos, ohne
Streben nach Verbeſſerung und Fortſchriti und ohne Neigung zu den dazu nöthigen An-
ſtrengungen an dem Gewohnten und Hergebrachten feſthält. Auch in mancher Schule hat
der Schlendrian ſeine Stätte aufgeſchlagen. Hat dieſelbe im Allgemeinen das Gepräge des
Schlenderhaften, ſo iſt mit Gewißheit anzunehmen , daß der Lehrer ſelbſt ein Sclendrian
iſt; denn der Geiſt einex Schule geht jede8mal vom Lehrer aus. Aber auch ſelbſt dann,
wenn nur einzelne Zöglinge dem Sclendrian völlig verfallen konnten, hat der Lehrer ſeine
Schuld dabei. Er hat die Pflicht, und er beſißt auch die Mittel, ſie davor zu bewahren.
Wie erkennt man den Schlendrian in einer Schule? Iſt der Geiſt der Anſtalt überhaupt da-
von durchdrungen, ſo kommen Schüler und Lehrer nicht zur rechten Zeit, die Stunden
werden nicht planmäßig abgehalten, Aufgaben werden geſtellt, aber die Löſungen nicht con-
trolirt, die Disciplin wird lax gehandhabt, der Unterricht wird ertheilt nicht nach den ratio-
nellſten , ſondern lediglich nach den bequemſten Methoden, die Fortſchritte ſind höchſt un-
gleich, im Ganzen aber ſtet8 untermäßig. Sind nur einzelne Schüler dem Schlendrian
verfallen , ſo gewahrt man dies am Deutlichſten aus ihrem mündlichen Ausdrucke beim
Antworten, an der Haltung während der Lehrſtunden, am Klarſten aber aus den ſchrift-
lichen Arbeiten. Soll eine Anſtalt vom Schlendrian fernbleiben, ſo muß der Lehrer erfüllt
jein von Begeiſterung für ſeinen Beruf, von wiſſenſchaftlihem Streben, das ihm auch
die Errungenſchaften der neuen Zeit erſchließt und von einer Gewiſſenhaftigkeit, die auch
Kleinigkeiten nicht gering achtet. Einzelne ſchlenderhafte Naturen ſind zu beſſern durch
eijerne Conjequenz in der Controlirung mündlicher und ſchriftlicher Leiſtungen (in Bezug auf
das Mündliche kann das Halten auf vollſtändige, den Kern der Frage einſchließende Ant-
worten nicht oft genug empfohlen werden) und durch eine ſtraffe, den ganzen Menſchen
zujammenraffende Schulordnung. Auch Strafen ſind im äußerſten Falle anzuwenden und
zwar unermüdlich jo lange fortzuſehen, bis ſie Beſſerung gewirkt haben. Unter den ver-
Ichiedenen Strafmitteln ſind für dieſen Fall die Strafarbeiten, ſowie alle diejenigen Cor-
rectiven am Wirkjamſten, welche ſowohl die übeln Folgen des Schlendrians ausgleichen,
als auch gleichzeitig auf natürlichem Wege das Kind zur GCinſicht von der Verkehrtheit
und Unbequemlichfeit des eingeſchlagenen Weges führen. Chrenſtrafen wirken erſt dann,
wenn der Jrregegangene ſchon auf dem Wege der Heilung ſich befindet.
Schönheitsſinn iſt der treſſendere und würdigere Ausdruck für „Geſchmack“ in dem
gleichen Sinne. Man gewöhne ſich, mit dem leßteren Worte nur den Sinn des Schmeckens

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