164 Sq daß ſie zeigen, was jede8 Land Gutes vor dem anderen voraus hat, wie eines vom anderen
lernen könne und worin die Mängel des heimathlichen Schulweſen3 beſiehen. == Wa3 mun
die zweite Art, die Ausſtellung von Schüſerarbeiten, betrifft, ſo finden wir ſie allgemein
bei Gelegenheit öffentlicher Prüfungen, um durch fie einen Einbli>d in da8 Wirken der
Schule, das während des Examens nicht berührt werden kann, zu bieten. Sie beſtehen
meiſt in der Auslage von geſchriebenen Heften und Zeichnungen. Leicht kann dabei den
Leuten Sand in die Augen geſtrent werden und nicht zu ſelten iſt dies geſchehen. Cin
Lehrer legt nur gelungene Probeſchrifien, nicht aber die Schreibeheſte ſelbſt vor ; ein ande-
rer hilft bei den Zeichnungen, nimmt ſie wohl mit nach Haus und beſſert aus. Wo das
geſchicht, da wäre es beſſer, man unterließe es ganz und gar; denn die Schule ſoll nicht
ſlunfern, jondern volle Wahrheit bieten, und es iſt unſerer Meinung nach allein gerecht=
fertigt, Alles ſo zu bieten, wie es aus der Hand der Schüler hervorzugehen pflegt, zumal
da8 Publikum dabei auch viel leichter die Schwierigkeiten kennen lernt, mit denen die
Lehrer zu kämpfen haben. Alle Scheinmanöver werden doch durch die Schüler den Aeltern,
die zur großen Zahl die Kinder bei ihren häuslichen Arbeiten zu beobachten pflegen, auf=
gedecft und jo beigetragen, daß der der Schule aufgeprägte Nimbu8 bald fällt. Wenn
man gegen jolche mit Hülfe von Betrug aus8gegangene Ausſtellungen ſein muß, jo muß
man doc für jolche ſich erklären, die den wirklichen Standpunkt der Schule darſiellen.
Erſtens pflegen ſie Manchen anzuziehen, der ſonſt nicht zur Prüfung erſcheinen würde, zweitens
vermögen ſie auf die für die Schule jorgende Thätigkeit de3 Hauſes Einfluß auszuüben, drittens -
ſind ſie im Stande, manche Cenſur der Lehrer zu illuſtriren. = Gegen die Ausſtellung
von Muſterarbeiten von Schülern auf größeren Ausſtellungen hat man ſich aus ſehr
natürlichen Gründen zu erklären, ganz beſonders aber gegen die Ertheilung von Preiſen,
wie ſie hier und da vorgekommen ſind.
Schulbank, |. Schulgeräthe.
Schulbericht, j]. Programm.
Schulbeſuch, ſ. Schulpflichtigkeit und Schulverſäumniß.
Schulbezirk. Jede Schule muß einen beſtimmten, räumlich abgegrenzten Schulbezirk
haben, jo lautet eine Beſtimmung des ſächſiſchen Schulgeſezes, die dem Weſen nach über-
all in Geltung iſt. Die innerhalb dieſe3 Bezirkes Wohnenden bilden die Schulgemeinde.
Die Bildüng von ſolchen Schulgemeinden iſt nothwendig, damit einerſeits jedes Kind ein Recht
auf den Beſuch und die Verpflichtung zum Beſuche einer beſtimmten Schule habe und an=
dererjeits auch jeder Staat8angehörige genöthigt werden könne, ſeinen Theil zu den Koſten
des öffentlichen Unterrichtes nach Verhältniß ſeines Vermögens beizutragen. Der Schulbezirk
fällt entweder mit der politiſchen Gemeinde zuſammen, oder es vereinigen ſich mehrere
fleinere Gemeinden zu einem ſolchen, alſo zur gemeinſchaftlichen Gründung und Untex-
haltung einer Schule, oder e8 werden innerhalb einer großen Gemeinde mehrere Scul-
bezirke gebildet. In leßterem Falle treten in allen Staaten, wo die Volksſchule confeſſionell
iſt, zunächſt Confeſſionsverwandte zu einem ſolchen Bezirke zuſammen. In größeren Städten
bilden oſt anch alle öffentlichen Volksſchulen zuſammen einen einzigen Sculbezirk, ſo daß
jämmtliche von der Stadtgemeinde gleichmäßig unterhaiten werden« Als8dann wird zwar
für jede Schule ebenfalls ein beſonderer Schulbezirk gebildet, jedoch lediglich nach Rückſicht
der unterzubringenden Schülerzahl und e8 können dieſe Bezirke je nach Bedürfniß ohne
Weiteres anders abgegrenzt werden. Die Theilung eine8 Schulbezirkes im geſeßlichen Sinne,
die zuweilen da, wo mehrere Ortſchaften zuſammen eine Schule zu unterhalten haben, durch
ſtarkes Anwachſen der Kinderzahl oeranlaßt wird, macht dagegen mancherlei Schwierigkeiten,
namentlic) wenn die Schule mit beſonderem Vermögen ausgeſtattet iſt. In Bezug auf das
Cinfommen des bisher amtirenden Lehrer8 muß als Grundſaß feſtgehalten werden, daß
dasjelbe durch die Theilung nicht geſchmälert werden darf und daß daher die ausſchei-
dende Gemeinde demſelben ſeine Bezüge ſortzugewähren hat, ſo lange er in ſeiner
Stelle bleibt.
Schulbibel, j]. Bibelaus8zug.
Schulbibliothefen für das Bedürfniß des Lehrer38 werden in Volksſchulen, wo ihnen
geivöhnlich nur jehr geringe Mittel zur Verfügung ſtehen , meiſt ſehr dürftig beſtellt ſein,

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