-„Schülſtir -- Shulvermögen. 186
Jahre3berichte und aus den zahlreich darin niedergelegten Daten ſtellt der American 'al-
mana6 jährlich mehr oder minder umfaſſende Au8züge zuſammen. |
Sculſieuer. Sculſteuer heißt die von den ſteuerfähigen Mitgliedern einer - Schulge-
meinde zu entrichtende Abgabe, durc nicht gedec>ten Aus8gaben für das Schulweſen beſtritten werden. Vergl. Schulgeld.
Sdchulſtrafen, ſ. Strafen. |
Sichylvereine Boltsſeulvereine) ſind Vereine, welche ſich die Aufgabe geſtellt haben,
durc< die Schulen eine ächte Volksbildung auf conſervativ- Die bedeutendſten diejer Vereine ſind : 1) Der Württembergiſ welcher im Jahre 1837 in Stuttgart von jüngeren Geiſtlichen organiſirt wurde und haupt-
jächlich Geiſtliche und Lehrer zu ſeinen Mitgliedern zählt. Sein Zweck iſt „ächte Volk8-
bildung hauptſächlich mittelſt der Schulen zu fördern, in der Richtung, daß der Geiſt der
Schule ſröhlich , kräftig , ſittlich und fromm d. h. ging 1841 der Württembergiſche Volk8ſchullehrerverein hervor, welcher in ſein Programm
noh die Förderung der Intereſſen des Lehrerſtandes aufnahm, im Uebrigen aber jenem eine
Zeit lang zur Seite ging, bis er endlich die Trennung der Kirche und Schule auf ſeine
Fahne ſchrieb und jo in Gegenſatz zu ihm trat. 2) Der evangeliſche Schulverein
in Preußen. Er wurde 1853 von einer Geſellſchaft ſtiſtet. Seine Aufgabe lautet: „Heranbildung der Jugend zu lich zum Dienſte an Kirche und Schule ; anderſeit8 Pflanzung des volksthümlichen Geiſtes -
im heranwachſenden Geſchlecht.“ Seine Mitglieder gehören allen gebildeten Ständen an.
3) Der evangelij haltung und Förderung des Volksſchulweſens8 auf ſeinem geſchichtlich = wornach Kirche und Schule, Chriſtenthum und Volksbildung dur< ein göttliches Band
verknüpft find," Er wurde 1865 durc< die Schulconferenz in Unterfranken hauptſächlich
als Oppoſition gegen den bayerſchen Lehrerverein geſtiftet und zählt zu ſeinen Mitgliedern
faſt nur Volksſchullehrer. Außer dieſen dreien giebt e8 noch einige kleinere Vereine, welche
gleiche Zwecke verfolgen. Die Erreichung derſelben wird theils durch Verſammlungen, theils
dur< Zeitjchriſten und Verbreitung entſprechender Schriften angeſtrebt.
Schulverfaſſung. Unter Sculverfaſſung verſteht man die geſeßlich geordneten Ein-
richtungen zum Zwecke der Gründung , Erhaltung, Einrichtung und Leitung der Schulen.
Sie beſtimmt zunächſt den Antheil, den die bei der Schule intereſſirten Gemeinſchaften,
Familie, Gemeinde , Kirche und Staat, an ihrer Gründung , Unterhaltung und Leitung
haben. Sodann hat ſie zweiten8 ſeſtzuſezen , wie viele und welche Arten von Schulen
nöthig ſind und welche Mittel dieſelben zur Erreichung ihrer Zweeke bedürfen. Sie muß
daher den Begriff der Volk8ſchule und ihrer Unterarten (einfache Volks8ſchule, Bürgerſchule 2c.),
jowie den der höheren Schule und ihrer Arten (Gymnaſium, Realſchule, Seminar) genau
präcijiren ; ferner die ſachlichen Veranſtaltungen, welche der Schule nöthig ſind, als:
Schulräume, Schulzeiten , Lehrplan , DiSciplinarordnung 2c. regeln und ausführliche Vor-
ſchriften über die Vorbildung, Anſtellung, die Pflichten und Rechte der Lehrer ertheilen.
Ueberhaupt gehört in die Schulverfaſſung Alles, was in Bezug auf die Schule äußerlich
ſeſtgeſtellt werden kann. Vergleiche hierzu Schulregiment, Shulre regulativ,
Schalvermögen. Zum Schulvermögen gehört Alles, was nach geſeßlicher Anordnung
oder nach beſonderen Rechtstiteln zur Verwendung für die Zwecke der Schule beſtimmt iſt.
E3 beſteht daher aus den Schulgebäuden, dem etwaigen ökonomiſchen Zubehör , womit
die Schule dotirt iſt, den Schulgeräthen, den Fonds milder Stiftungen, wo ſolche aus-
drüclich für die Schule beſtimmt oder in Ermangelung einer beſonderen Beſtimmung von
der Regirung der Schule zugewieſen ſind, den bei Kirchſchulſtellen bisweilen üblichen Zu-
flüſſen aus der Kirchencaſſe , den Erträgniſſen des Schulgeldes und der Schulſteuer, be-
jonderen Strafgeldern, 3. B. für Schulverſäumniſſe u. a., den in manchen Orten herkömm-
lich beſtehenden Abgaben bei Käufen von Grundbeſiß, der hier und da eingeführten Kirc dpder Hauscollecte für die Schule u. fj. w. Die fünf leßtgenannten Einnahmen ſowie die
Zinſen der Stiſtungen ſließen in eine beſondere Caſſe, Schulcaſſe genannt, doch ſind die

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.