"Militärpfligt Mineralogie - 19
Saß; 3) im Lateiniſchen: Kenntniß der regelmäßigen Formenlehre mit Einſchluß der
verba deponentia; 4) im Franzöſiſchen : Fertigkeit im Leſen, Kenntniß der erſten 73 Lec-
tionen der Grammatik von Plöß (Theil D; 5) im praktiſchen Rechnen: Die 4 Species
In ganzen und gebrochenen, unbenannten und benannten Zahlen, Uebung im Kopfrechnen ;
6) in Geſchichte: Biographiſche Bilder bi8 zu Karl dem Großen, aus der Lande8= und
preußiſchen Geſchichte die Könige unv die gegenwärtigen Glieder de8 Regentenhauſes. Für
die Exſpecianten der höheren Claſſen wird das Penſum ſämmtlicher unter denſelben ſtehen-
den Claſſen geſordert. Die Cadettenhäuſer im ganzen Deutſchen Reiche werden mehr und
mehr nach dem preußiſchen Muſter eingerichtet mit dem Principe , eine allgemeine geiſtige
Ausbildung auf demjelben Wege zu erreichen, den die Realſchulen zu gleichem Ziele ein-
gej laſen, von denen für je drei Armeecorp8 der deutſchen Armee eine beſtimmt iſt, wie
deren ſich jeht in Pot8dam , Erfurt, Neiſſe, Engers, Caſſel, Hannover befinden. Als
Spiße und Abſchluß aller militäriſchen Ausbildung des deutſchen Heeres, die durch die
Kriegsſchulen, Artillerie=, JIngenieur=, Marineſchulen u. ]. w. geboten wurde, iſt anzuſehen
die Kriegsakademie in Berlin, die Veranlaſſung und Gelegenheit zu einer wiſſenſchaftlichen
und geiſtigen Entwikelung bereits vorhandener Grundlage zu der Befähigung für die
höheren militäriſchen Dienſtſtufen geben ſoll. Nähere3, das ganze Militärunterrichtsweſen
Betreffendes , al8 Honorarhöhe , Berechtigung zum Eintritt und zu Freiſtellen , genauer
Lehrplan , beſondere Aufnahmebedingungen u. ſ. w. bei den einzelnen Anſtalten ſiehe in
Bujchbe>'s „Preußiſche3 Feldtaſchenbuch“, herausgegeben von Karl vy. Helldorf, Berlin
1870 bei Guſtav Hempel, ein Werk, von dem eine dritte, das ganze deutſche Heer berük-
ſichtigende Ausgabe in Ausſicht ſteht.
Militarpflicht der Lehrer. Mit Einführung der allgemeinen Militärpflicht im ganzen
deutſchen Reiche iſt die den Lehrern in BVreußen ſchon längere Zeit gewährte Vergünſtigung
einer nur ſechswöchentlichen Dienſtzeit auch auf die übrigen deutſchen Länder übergegangen,
wo bi8her die Lehrer entweder zum vollen Dienſte herangezogen wurden oder auch von dem-
jelben (wie noch jeßt in Oeſterreich und Frankreich) ganz befreit waren. Die Ableiſtung
der Militärpflicht muß der definitiven Anſtellung im Sc ſich für die zum ſtehenden Heere einberufenen Schulamts8candidaten auf die Dauer von vier
bi8 jec einmal in dieſe kurze Dienſtzeit einzutreten. Der Urſprung dieſer Vergünſtigung iſt lediglich
in dem Mangel an Lehrern zu ſuchen. Um dieſem abzuhelfen, erſchien die Cabinet8-Ordre
vom 16. März 1818, dur< welche den Schulamtscandidaten das Recht de8 einjährigen
Freiwilligen-Dienſte8 gewährt wurde und als dies nicht den gewünſchten Erfolg hatte, ſo
beſtimmte die Cabinets = Ordre vom 29. October 1827, daß die auf dem Seminare ge-
bildeten Lehramtscandidaten nur auf die Dauer von ſechs Wochen zur militäriſchen Aus-
bildung eingezogen werden ſollten, welche Verordnung in einzelnen Provinzen auch auf die
außerhalb des Seminare3 gebildeten Candidaten ausgedehnt wurde. Durch eine ſpätere Cabinet3-
Ordre vom 24. December 1829 wird e8 den Militärbehörden freigeſtellt, die zu den militäriſchen
Uebungen Tüchtigen auch außerhalb der gewöhnlichen Uebung3zeit, beſonder3 unmittelbar
nach ihrem Abgange vom Seminare einzuberufen, um die Einberufung eine8 ſchon Angeſtellten
möglichſt zu vermeiden. =- Das Privilegium der ſechswöchentlichen Dienſtzeit hat, obwohl
es dem Einzelnen ſehr gelegen kommen kann, für den Lehrerſtand doch auch ſeine bedenk=
lichen Seiten. E38 baſirt auf keinem rechtlichen Principe, ſondern mir auf dem zufälligen
Umſtande des Lehrermangels und kann daher jederzeit ohne Weiteres aufgehoben werden ;
auch entzieht es dem Lehrer alle mit der Ableiſtung der vollen Militärpflicht verbundenen
Rechte, namentlich das der Civilverſorgung. Aus dieſem Grunde erheben ſich in der Lehrer-
Ichaft mehr und mehr Stimmen ſür Beſeitigung dieſe38 Privilegium.
Mineralogie, Die8 Wort kann im weiteren und engeren Sinne gebraucht werden.
„Fm erſteren bezeichnet es die Wiſſenſchaft von den Mineralien (d. i. von den homogenen
anorganij nur die wiſſenſchaftlihe Kenntniß der Mineralien nach ihren gegenwärtigen Cigenſ 98

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