9( - Mineralogie Miſdjungsrechnung
Wir können ſie zerfällen in Minerognoſie (Phyſiologie, Terminologie, Syſtematik, Charak-
teriſtik und Phyſiographie), Minerogenie, d, i, die Bildung3= und Entwickelungsgeſchichte
der Mineralien, in Parageneſis, d. i, die Lehre von der Geſehmäßigkeit ihres Zuſammen-
vorfommens und in Lithurgik, d. i. die Lehre von ihrem Gebrauche. -- Von dem Unter-
richte in der Volksſchule muß gefordert werden, daß er auch die Mineralogie, den ſchwierigſten
Theil der Naturgeſchichte in ſein Bereich ziehe, doh der Art, daß ſie dem kindlichen Geiſte
und dem Zwecke der Bolksſchule gemäß behandelt werde. Hieraus reſultiren folgende Forderungen:
1) Der Unterricht ſei anſchaulich. Es müſſen alſo dem Schüler die Mineralien, welche
bejprochen werden, wirklich vorgeführt werden ; es darf nicht nur über ſie geredet (geſchwaßt)
werden, Am Beſten iſt e8, wenn jeder Schüler over wenigſtens je mehrere ein Exemplax
de8 zu beſprechenden Minerals während des Unterrichtes in den Händen haben. Sehr wünſchen8=
werth iſi es, daß die Schule verſchiedenartige Stücke (in Bezug auf Größe, Geſtalt, Farbe)
beſit, damit der Schüler befähigt werde, wenigſtens in den meiſten Fällen das Mineral
wieder zu erkennen. Hier gilt mehr als anderwärts : Viel ſehen! 2) Der Schüler werde
angeleitet, Alles, joweit es ihm möglich iſt, ſelbſt zu finden. So prüfe er mit dem ihm
zu Gebote ſtehenden Mitteln (z. B. Fingernagel , Kupfermünze, Glas, Meſſer) die Härle
jelbjt, (auf peinliche Genauigkeit fommt es in der Volksſchule nicht an), ob eine Abfärbung
ſtattſindet, ob ſich die Farbe de8 Pulver38 von der des Striches unterſcheide; ſo wäge ex
die relative Schwere vermittelſt der Hand und vergleiche ſie mit der anderer Körper, unter-
juche das Verhalten zum Lichte u, ]. w. Nichts iſt ſchädlicher als Vorſagen und die An-
wendung der wiſſenſchaſtlichen Methode, wo die elementare allein am Orte iſt. 3) Der
Unterricht beſchränke ſich auf die am Häufigſten vorkommenden, daher bekannteſten Mineralien
und berückſichtige beſonder3 die in der Umgegend vorkommenden und zum Bauen und zu
gewerblichen Zwecken angewandten Steinarten. Die Volksſchule ſoll ja eine allgemeine Bildung
jhaffen, nicht Fachbildung, und es kommt ihr ja nicht auf die Menge des Stoffes an, ſondern
auf die Weije, wie er angefaßt wird. 4) Der Unterricht verbinde mit der Kenntniß der
Mineralien an ſich die ihrer Anwendung im Leben und die ihres Auftretens in den ge-
wöhnlichſten Geſteinen (Fel8arten). Er biete alſo nicht nur reine Mineralogie, ſondern zu-
gleich angewandte und das Clementarſte der Geognoſie. Der Lehrer verſäume hierbei auch
nicht, auf die Bildung der wichtigſten Geſtein3maſſen, wie auf das Verhältniß zur Pflanzen=-
welt einzugehen. 5) Der Unterricht jchreite vom Leichteren zum Schwereren fort, ſei über=
haupt planmäßig angelegt. Einen Leitſaden für die Hand des Schülers betrachten wir als
ganz entbehrlich. Zum Studium ſür den Lehrer ſind zu empfehlen : Leuni8, „Sculnatur-
geſchichte 111, Orykiognoſie und Geognoſie“; v. Kobell, „Grundzüge der Mineralogie";
Naumann, „Clemente der Mineralogie"; Quenſtädt, „Handbuch der Mineralogie"; Plattner=
Richter, „Die Probirkunſt mit dem Löthrohr"; Kopp, „Kryſtallographie“; v. Cotta, „Die
Geologie der Gegenwart"; Fraas, „Vor der Sündfluth“; Vogt, „Geologie.“
Miſchungsrec Die Quantität der zu miſchenden Sorten, die Qualität derſelben und Qualität der Miſchung
oder die Mitteljorte. Die Quantitäten ſind nach dem Volumen oder dem Gewichte aus-
gedrüdt. Die Qualitäten können auf verſchiedene Weiſe ausgedrückt werden; meiſt werden
ſie in der Form von Preis oder bei Legirungen (Metallmiſchungen) als Feingehalt aufs
treten. Ze nachdem die Auſſuchung eines der obigen Stücke gefordert wird , ſtellen ſich
3 Arten von Aufgaben heraus ; 1) Aufgaben, welche das Aufſuchen der Mittelſorten,
2) Aufgaben , welche die Aufſſuchung einer in der Miſchung vorkommenden Quantität,
und 3) Aufgaben, welche die Aufjuchung einer in der Miſchung auftretenden Qualität
ſordern. Die Anzahl der in der Miſchung vorhandenen Qualitäten und Quantitäten kann
keinen Einfluß auf die Anzahl der Aufgabenarten üben, weil man die eine Quantität, wie
auc< Qualität, findet wie die andere. Die 1. und einfachſte Art von Aufgaben gehört
der jogenannten Durchſchnittsrehnung an und fordert die Aufſuchung des Mittelwerthes
oder der Miſchungsqualität. Die zu miſchenden Quantitäten können (3) gleich ſein. In
dieſem Falle haben wir die eigentliche Durchſchnittsrechnung auszuführen und die Summe
der Qualitäten durch die Anzahl der Quantitäten zu dividixen. Z. B.

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