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„bedeutend verbeſſert worden iſt, auch ſeit 1864 nach Berlin, Stuttgart. und anderen deutſchen |
Städten verpflanzt worden. Man nennt ſie hier und da auch, und eigentlich wohl richtiger,
RKindergotte8dienſt, da ſie fich auf Geſang, Gebet, Vibelleſen und Bibelerklären beſchränkt.
Die Lehrer und Lehrerinnen dieſer Sonntagsſchule ſind ſelten Fachmänner , meiſt Laien.
und Jungfrauen und werden gewöhnlich in einer Vorbereitungsſtunde von einem Gäiſtlihen
angewiejen, wie ſie ihren Stoff zu behanvein haben. Die Oberleitung derſelben geſchieht
in Deutſchland ſaſt nur durch Geiſtliche, in Amerika aber häufiger durch Laienſuperintendenten.
Spanien. Das Sculweſen dieſes Landes wurde geregelt durch ein Regulativ im
Jähre 1825, und ein das geſammte Unterricht3weſen umfaſſendes Geſeß brachte das Jahr
1857, welches aber, joweit es den Elementarunterricht betraf, am 2. Juni 1868 auf=
gehoben, jedoch durch Erlaſſe der republikaniſchen Regirung bereits den 14. und 21. October
deöjelben Jahres wieder in Kraft geſeßt wurde. Das neueſte Unterricht8geſeß datirt vom
„Jahre 1869. An der Spiße des geſammten Schul- und Erziehungs8weſens ſteht der all
gemeine Unterrichtsrath, beſtehend aus 5 Mitgliedern der Nationalakademie, 10 vom Semis-
nare, 10 yon den Inſtituten gewählten Profeſſoren, aus 10 Schullehrern und 10 Notabeln.
Die Ueberwachung der mittleren und unteren Schulen liegt ferner den Provinzial = Schul=
räthen und Ortsſchulräthen (Localjunten) ob. Jene zählen je 2 Provinzialabgeordnete und
12 andere Mitglieder, von denen 4 von den Lehrern, 2 vom Seminare und 6 vom Provinzial-
landtage ernannt werden ; dieſe dagegen beſtehen je nach der Größe des Ortes aus 15,
9 und 5 Mitgliedern. Behufs Viſitation der Primärſchulen giebt es Provinzial = und
3 Generalinſpectoren. Die Schule iſt vollſtändig von der Kirche getrennt. = Der Clementar-
unterricht iſt unentgeltlich und obligatoriſch. Lehrgegenſtände der niederen Primärſchulen
ſind: Chriſtliche Lehre und heilige Geſchichte , Leſen , Schreiben , die Anfang8gründe der
kaſtiliſchen Grammatik und die der Arithmetik, orthographiſche Uebungen und je nach den
örtlichen Bedürfniſſen einige Begriffe vom Landbau, von Handel und Induſtrie, In den
höheren Primärſchulen treten noch hinzu : Geometrie, Linearzeichnen, Feldmeßkunſt, Geſchichte
und Geographie, Phyſik, Chemie und Naturgeſchichte. Hinſichtlich der Methode unterſcheidet
man Schulen mit individuellem, mit gleichzeitigem, mit wechſelſeitigem Unterrichte und mit
gemiſchter Methode, Die tägliche Unterricht8zeit iſt in der Regel 3 Stunden Vor - und
3 Stunden Nachmittags, an einigen Orten 4 Stunden. Alle Schulen, welche ganz oder
theilweiſe aus öffentlichen Mitteln, milden Stiftungen oder beſonder8 dazu beſtimmten Fonds
unterhalten werden, ſind öffentliche. Die Unterhaltung der Schulen iſt zunächſt Sache der
Gemeinde ; doch empfangen arme Gemeinden Staatsunterſtüßungen. -- 1868 wurde an-
geordnet, daß womöglich in jeder Provinz eine Normalſchule (Seminar) zur Heranbildung
von Lehrern und eine dergleichen zur Vorbildung von Lehrerinnen errichtet werden ſolle.
Die Madrider Normalſchule führt den Titel Centralnormalſchule. Die Lehrer find unab=
jebbar und können ohne ihren Willen nicht auf eine andere Stelle verſeßt werden. Um
als Lehrer fungiren zu können, muß man 20 Jahre alt ſein und das Lehramts8diplom be-
ſihen. Außer freier Wohnung für ſich und ſeine Familie hat jeder Lehrer einer niederen
Primärſchule in Orten von 500--1000 Einwohnern mindeſtens 2500 Realen (8 2 Sgr.
2 Pf); 3500 Realen: 1000--3000 Einw. ; 4400 Realen: 3000---10,000 Cinw. ;
5500 Realen: 10,000 -- 20,000 Einw.; 6000 Realen: 20,000 -- 40,000 Cinw. ;
3000 Nealen: von über 40,000 Einw. und 9000 Realen in Madrid. Der Gehalt der
höheren Primärlehrer iſt um je 1000 Realen höher, dagegen der der Lehrerinnen
um je ?/3 geringer, =- Penſion8berechtigt ſind nur die Lehrer, welche das 60, Leben3jahr
überſchritten haben. Frühere Penſionirung findet nur bei ſchwerer Krankheit ſtatt. Bei
20, 25 und 35 Dienſtjahren erhält der Penſionär 2/5, 3/5 und 5 ſeiner Beſoldung.
Wittwen und Waiſen erhalten %4 der Penſion. =- Ende 1860 zählten die öffentlichen
Schulen 1,101,520 Schüler (die höheren Primärſchulen 22,049 Knaben und 1,149 Mäd-
djen , die niederen 620,275 Knaben und 342,541 Mädchen, die Primärſchulen mit ge-
miſchtem Geſchle Knaben und 2135 Mädchen, und die Primärſchule für Erwachſene 23,199 Knaben und
64 Mädchen) und die Privatſchulen 80,398 Knaben und 69,728 Mädchen. Obgleich
fich ſeit 1845 die Anzahl der Schüler in den ſpaniſchen Volks8ſchulen auf mehr als das

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