Stdiſhüle = Sthln..- = c= 228-.
daß die Anſtellung und Beſoldung - „der Lehrer an den Bolksſchulen, jowie die Errichtung
neuer Schulen lediglich vom Staate: zu geſchehen habe. Die Frage, ob für die Volksſchule-
das Staats = oder Communalſchulprincip das richtigere ſei, iſt ebenſo, wie die über das .-
Beſekhungsrecht (]. d.) verſchieden beanwortet worden. In der Praxis gilt die Unterhaltung.
der Schule überall in erſter Linie noh als Gemeindeſache, ſo. daß der Staat höchſtens -
aushelſend eintritt, und in Bezug auf Beſehung3rec Princip rein durhgeſührt.
Stadtſchule, Dieſer Name beſagt eigentlich nur, daß die damit bezeichnete Schule
einer ſtädtiſchen Gemeinde angehöre. Der Unterſchied zwiſchen Dorf und Stadt bringt .
natürlich auch einigen Unterſchied in die Organiſation der Schulen, je mehr aber in der
neueren Zeit jene Verhältniſſe ſich einander nähern, deſto mehr gleichen ſich auch die Ver-
ſchiedenheiten der Schulen aus. Jm Allgemeinen gilt jedoch Folgendes: Die größere Kinder-
zahl ermöglicht in der Stadtſchule eine weitergehende Gliederung der Altersſtufen (Drei-
bis Zehnclaſſenſyſtem) und die höheren Anſprüche des Leben38 an intellectuelle Bildung ver-
langen eine Erweiterung der Lehrgegenſtände und ein höheres Unterricht8ziel , ſowohl. im
Ganzen, als auch für die einzelnen Stufen insbeſondere. Deshalb wird auch die Anzahl
der Lehrkräfte eine verhältnißmäßig größere ſein müſſen und in vielen Städten fordert man
für die oberen Stellen Lehrer von akademiſcher- Bildung. (In Preußen muß der Rector
einer Stadtſchule einer beſonderen Prüfung ſich unterziehen.) Die Arten der Stadiſchulen
ſind aber, da dieſe meiſt den verſchiedenſten örtlichen Bedürfniſſen Rechnung tragen ſollen
und oft auch verſchiedenen Urſprunges ſind, ſehr mannigfaltig und keine8weg8 ſtreng von
einander geſchieden, jo daß der Name derſelben (Stadtſchule, gehobene Stadtſchule, miitt-
lere und höhere Bolksſchule, Bürgerſchule u. a.) keinen ſicheren Schluß auf ihre Einrichtung
und ihren Standpunkt zuläßt.
Stammeln iſt die durch fehlerhafte Bildung der Sprechorgane verurſachte undeutliche
und unrichtige Ausjprache gewiſſer Leute, bis8weilen verbunden mit dem gänzlichen Wegs=
falle einzelner Conſonanten , die der Stammler nicht hervorzubringen vermag. C3 wird
nicht nur -- wie das Stottern =- in der Rede, ſondern auch beim Singen wahrgenommen.
-- Durch Spaltung der Oberlippe (Haſenſharte) wird die Ausſprache der Lippenlaute,
durc< da3 Fehlen oder die unregelmäßige Stellung der Schneidezähne die Schärfe der Ziſch-
laute (f 3 j<), durc< einen voluminöſen oder nicht genug beweglichen Zungenmuskel die
Deutlichkeit der Zungenlaute (r Ul) beeinträchtigt, während durch den Mangel des Gaumen-
jegels mit dem Zäpfchen, ſo wie durch das Fehlen des harten Gaumens, welcher Naſe
und Mundhöhle trennt, eine ſcheinbare Spaltung des Gaumens (der Wolfsrachen) ſich bildet,
wodurch die Ausſprache de3 p b t d k und g unmöglich gemacht wird. Ein zu ſtarkes ſeit-
liches Hervortreten de3 weichen Gaumens hindert die Ausſprache der höheren Vocale , ſo
daß dieſelben entwedes gar nicht, oder nur ſchreiend hervorgebracht werden können. Wenn
der Stammelnde an dieſen Abnormitäten in ſo hohem Grade leidet, daß ſeine Sprache
unverſtändlich wird, jo jagt man, daß er „lalle.“ =- Eine Beſeitigung oder Minderung
dieſe8 Uebels iſt nur auf operativem Wege möglich. -- Da3 ſogenannte Stammeln und
Lallen des kleinen Kindes, welches die Sprache no< nicht in der Gewalt hat, iſt in der
hier gegebenen wiſſenſchaftlichen Definition nicht mit einbegriffen ; denn es beruht nicht auf
Verbildung der Sprechwerkzeuge, ſondern auf unzureichender Uebung, und verliert ſich, wenn
dem Kinde richtig und deutlich vorgeſprohen wird, von ſelbſt.
Starrfopſ, ſ|. Eigenſinn.
Starrſinn, t Cigenſinn.
Stehlen. Nur in höchſt ſeltenen Fällen wird das Stehlen im Kindesleben vorkommen
oder ein Hang dazu ſich äußern. Einmal fehlt den meiſten Kindern noch jedweder Reiz
dazu, der in der Erkenntniß de8 Werthes der irdiſchen Güter liegt, das andere Mal iſt
ihnen in der Regel alle Gelegenheit zum Diebſtahl abgeſchnitten. Des Erzieher3 Thätig-
keit in Bezug auf das Stehlen wird demnach mehr im Bewahren als im Heilen beſtehen.
Das Stehlen iſt eine Verlezung dex Ehrlichkeit, daher beſteht ſeine Pflicht zunächſt darin,
Alles auſ's Sorgfältigſte zu beachten, was die Ehrlichkeit in Gedanken, Worten und Hand-
lungen begründet (f. Aufrichtigkeit , Falſchheit, Ehrlichkeit , Lüge u. f. w.), weiter hat er

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