-Unterrichtsftunden . | Unterrihtsplon
N Unterricht in: | Geometrie | Zeichnen Turnen weibl. Handarb;
gefordert von allen | = |
Volksſchulen in Anhalt? nein nein nein nein.
Baden ? ia ja nur f. Knaben ja.
Gotha ? nein ig allgemein nein.
Preußen ? ja ja nur f. Knaben ja.
Sachſen ? ja ja allgemein ja.
Württemberg? nein nein nein nein.
Zürich ? ja ja allgemein ja.
Cines Commentar8 zu dieſer Ueberſicht bedarf es füglich nicht. =- Der, den Unterrichts-
gegenſtänden zu entnehmende Unterxricht3ſtoff wird im Unterricht8plane (ſ. d.) abge-
grenzt, auf alle Fälle bleibt aber dem Lehrer überlaſſen, den feſtgeſtellten Stoff zweckmäßig
auf die einzelnen Lehrſtunden zu vertheilen. Hierbei wird das Wort Goethe's zu beachten
jein: „In der Beſchränkung zeigt ſich erſt der Maſter !“
. Unterrichtsftunden. I. Zahl derſelben und zwar a) der Unterrichtsſtunden, welche eine
Schulclaſſe zu erhalten hat. Die Geſeßgebung von Zürich (1859) beſtimmt al8 Maximalzahl
27, während die preußiſche (1872) für die eindlaſſige Volksſchule 30, für die dreiclaſſige
28 und für die mehrclaſſige bis 32 Stunden feſtſezt. Für die unterſte Stufe ſind 22 Stunden
angenommen. Jn den gehobenen Bürgerſchulen einzelner Städte geht man über die ge-
nannten Maximalzahlen nicht unweſentlich hinaus, ſicher zum Schaden der heranwachſenden
Generation. b) Zahl der Unterrichtsöſtunden, zu welcher ein Lehrer zu verpflichten iſt.
Noch immer ſehen die meiſten Schulgeſeßgebungen, auch die neueſte ſächſiſche, die Zahl 32
feſt, ganz gewiß zu hoh! Statiſtiſche Tabellen beſtätigen ja, daß die Sterblichkeit unier
den Lehrern eine der größten iſt. Der Grund dazu liegt eben in der aufreibenden Lehrer-
thätigkeit Wichard Lange ſagt in ſeinem Buche: „Zehn Jahre aus meiner pädagogiſchen
Praxis" : „Mancher, der hinter dem Ladentiſche ſteht oder am Comptoirpulte ſißt, denkt
jehr weiſe: Stunde iſt Stunde und fünfſtündige Arbeit eben nur fünfſtündige Arbeit.
Nein, ſo iſt's nicht. Des Lehrers Arbeit iſt eine nervenaufregende und nervenaufreibende,
gewaltige Arbeit. Die Thätigkeit des Gehirn8, der Lungen und de8 Kehlkopfes alteriren
noc< am Wenigſten ; die geddppelte Aufmerkſamkeit auf Gegenſtand und Jugend zugleich ;
die äußerſte innere Anſpannung, welche zur Umſicht, zum Alle8bemerken, zum ewigen Veberall-
jein treibt; die Aufregung des Gemüths . . . . Gemüthsirrungen und Gemüthsleiden ſind
es vornehmlich, welche auch eine kernige und ſtroßende Kraft in einer Weiſe zu ſchwächen
und zu reduciren und eine gewaltige innere Spannkraft in einem Grade zu lähmen ver=
mögen, von welchem der draußen ſtehende Nichtſchulmann kaum einen Begriff hat.“
DU. Deconomie der Unterrichtsſtunden. a) Vertheilung derſelben. Dieſe hat durchaus nach
pädagogiſchen Grundſäkßen zu erfolgen. Stunden, welche eine geiſtige Friſche vorausſeßen
müſſen, haben ihren Plaß im Vormittagsunterrichte zu finden, außerdem ſind die Unter-
vichtsſtunden ſo zu legen, daß keine Häufung ſowohl der ſogenannten „Denkſtunden“, als
der für ſchriftliche Arbeit beſtimmten eintritt. db) Eintheilung der einzelnen Unterrichtsſiunden.
Manche, zumeiſt jüngere Lehrer laſſen ſich leicht im Feuer der Begeiſterung dazu hinreißen,
den weitaus größten Theil der Stunde auf Darbietung neuen Stoffes zu verwenden, bis
ſie inne werden, daß die Annahme, die Schüler hätten alles Gehörte auch gleichzeitig geiſtig
verarbeitet, irrig geweſen ſei. Vielmehr muß in faſt jeder Unterrichtsſtunde eine ziemlich
gleichmäßige Dreitheilung zu bemerken ſein : 1) Wiedergabe des in voriger Lection Behan
delten; 2) Darlegung, reſp. Entwickelung des neuen Stoffes; 3) Feſtſtellung und Ein-
übung desſelben. Dieſe Oeconomie bedingt eine Beſchränkung der Materie zwar zum
Schaden der Vielwiſſerei, aber zum Heile einer gründlicheren Jugendbildung.
Nuterricgisplan. Ueber die Nothwendigkeit eines ſolchen kann e8 unter Pädagogen
keine Meinungsverſchiedenheit geben. E3 fragt fich nur, was ein Unterricht8plan nothwendig
zu enthalten habe? Zunächſt das Ziel der betreffenden Schulcategorie , ſowie die Unter-
richtöziele der einzelnen Stufen , Claſſen. Sodann da8 Weſentliche über den Gang, auf
welchem das vorgeſteckte Ziel erreicht werden ſoll, Hierbei kommt die Auswahl der Lehr-

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