Walde: Sn 305.
wollen , Unterriäht erhalten. Auch beſtehen in der Walachei mehrere deutſche Erziehungs-
anſtalten, Die zum Theil aus Staatsmitteln unterſtüßt werden. In der Moldau iſt
das Unterrichtsweſen, wie ſchon gejagt, noh viel ſchlechter beſtellt. Schulen und Privat-
erziehungösanſtalten giebt es da nur in Städten und auch dieſe ſind nur wenig beſucht.
Dorfſ ohne jeglichen Unterricht auf.
Waldek. Da3 Volksſchulweſen hat in den Fürſtenthümern Walde>= Pyrmont in den
lehten 30 Jahren einen bedeutenden Aufſchwung genommen. Schon 1846 erſchien für die
Fürſtenthümer ein Schulgeſes. Dasſelbe ſührte Ort8ſchulvorſtände, in denen die Lehrer
Siß und Stimme haben, ein, bildete Diſtrictsſchuldirectionen und gab der Wirkſamkeit der
Oberſchulbehörde beſtimmte Grenzen. Im Jahre 1855 erſchien eine verbeſſerte Schul-
ordnung, die mit dem Nachtrag8gejeze von 1865 noch heute zu Recht beſteht. Die Ober-
leitung des Schulweſens iſt in Folge des Acceſſion3vertrages vom 18. Juli 1867 auf
Preußen übergegangen und zwar ſeit dem 1. April 1869 auf das Provinzial-Schulcollegium
der Provinz Heſſen-Naſſau. Nach der potitiſchen Eintheilung des Landes beſtehen 4 Schul-
freije. An der Spiße eines jeden ſteht ein Kreisſchulvorſtand, welcher aus einem päda-
gogiſch gebildeten Manne, einem Geiſtlichen und dem betreffenden Kreisrathe (jeht Kreis8-
amtmann) beſteht. Ein Mitglied desſelben hat die Schulerziehung und den Schulunterricht
im Kreiſe zu leiten und zu beaufſichtigen. Ueber den Befund der Viſitation jeder Schule
iſt von ihm nach einem beſtimmten Schema ein Protocoll aufzunehmen. Jſt der Kreis-
Ihulauſſeher ein Lehrer, ſo tritt bei der Prüfung ſeiner Schule an ſeine Stelle ein anderer
von der Oberſchulbehörde mit dieſem Geſchäft beauftragter Kreisſchulaufſeher. In jeder
Schulgemeinde beſteht dann ein Schulvorſtand , gebildet aus dem Geiſtlichen, dem Lehrer,
dem Bürgermeiſter und zwei von der Gemeindevertretung gewählten Mitgliedern der Schul-
gemeinde. Sind mehrere Lehrer am Orte, ſo tritt der erſte al8 Mitglied ein, von mehreren
Geiſtlichen der älteſte. Den Vorſiz führt der Geittliche. Derſelbe vertritt die Schule in
allen Angelegenheiten nach außen, handhabt die äußere Ordnung im Schulweſen und über-
wacht den Schulbeſuch. Der Ortsgeiſtliche führt die Aufſicht über den Lehrer und die
innere Einrichtung der Schule, kann dem Lehrer bis auf drei Tage Urtaub ertheilen und
iſt gegen ihn zu Ermahnungen und Verwarnungen berechtigt. -- 2) Die Schulen. In
der Schulordnung von 1865 wird für die Elementarſchulen gefordert: Unterweiſung in der
Religion8lehre , innerhalb der nach den conſeſſionellen Bedürfniſſen von der betreffenden
Oberkir Ziel die Befähigung zum richtigen mündlichen und ſchriftlichen Gebrauche derſelben angeſtrebt
werden ſoll; Unterweiſung im Gebrauche der bürgerlichen Rechnungsarten, im Geſang und
in den nothwendigſten gemeinnüßigen Kenntniſſen. Nur da, wo in zweckmäßig gebildeten
Abtheilungen der Unterricht ertheilt wird, dürſen mehr als 50, keinesfalls aber über 80
Kinder gleichzeitig unterrichtet werden. Sind mehr als 120 Schüler vorhanden, ſo iſt ein
zweiter Lehrer anzuſtellen. Das ſchulpflichtige Alter beginnt mit dem vollendeten ſechſten
Lebenöjahre und dauert bei den Mädchen 7 und bei den Knaben 8 Jahre, Die regel-
mäßige Aufnahme und Entlaſſung der Schüler erfolgt nur zu Oſtern. Böswillige Schul-
verſäaumniſſe werden mit Polizeiſtrafen von 10 Sgr. bis 10 Thlr, oder entſprechender
Gefängnißhaft belegt. Für die Elementarſhulen darf von der Gemeinde ein regelmäßiges
Schulgeld nur bis zu 1 Thlr. und für die gehobenen Schnlen nur bi8 zu 1*!3 Thlr.
pro Jahr erhoben werden. Mit den Clementarſchulen ſind an allen Orten für die Knaben
Fort bildungsſchulen und für die Mädchen Näh- und Strieſchulen verbunden. Die Knaben
ſind gehalten, während der nächſten 2 Jahre nach ihrer Confirmation die Fortbildungs-
jhule in mindeſten3 4 Stunden wöchentlich zu beſuchen. Hauptſächlich wird darin gelehrt
Rechnen und Deutſch (Geſchäftsaufjäße). Für die Fortbildung3= , Näh- und Strickſchule
darf von der Gemeinde kein höherer Saß als 10 Sgr. jährlich gefordert werden. =
3) Die Lehrer. Für die Heranbildung der Lehrer beſtand früher kein eigentliches Se-
minar. 1828 wurde jedoch eine „Fürſtlich Walde>'ſ Leben geruſen. In den 30 er, 40er und 50 er Jahren hat ſich um die Ausbildung der
Handwörterbuch f. d. Volkſſchullehrer. 2, Bd. 20

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