338 Zorn | | Bucht
Quälen und vor muthwilliger Tödtung zu bewahren, Bei den Erzählungen beſchränke
man ſich auf die von den Kindern gekannten Thiere und vermeide einestheil8 alle un-
wahren , anderentheil8 alle grus8lichen , Fur eine rein ſpielende und nur das Auffällige berückſichtigende ; ſpäter werde ſie eingehender
und gründlicher. =- In der Volksſchule muß ſchon in der unterſten Claſſe der zoologiſche
Unterricht beginnen (im ſogenannten Anſchammgs3unterrichte) und fich derſelbe nur auf ein=
gehende Beſchreibungen bekannter Thiere umd deren Wergleichung erſtrecken. Wo die
Schulen mehrclaſſig ſind, wird man in den oberen Claſſen eine Erweiterung inſoweit ein-
treten laſjen, als auch die wichtigſten ausſändiſchen Thiere in den Unterricht gezogen werden
und hier auf Grund des bereits früher Behandelten eine Ueberſicht über das Geſammis=
gebiet gegeben wird. Soweit e8 möglich iſt, bringe man das zu beſprehende Thier ſelbſt
zur Anſchaumg; wo das nicht der Fall jein kann, benuße man gute Abbildungen. Immer
jollen die Schüler ſelbſt juchen und finden, ihre eigenen Erfahrungen wiedergeben und nur
- da, wo dies nicht möglich iſt, trete der Lehrer docirend auf. Nicht nur dem Baue, auch
dem Leben widme man jeine Auſmerkſamkeit. = Literatur: Siegi8mund, „Die Familie
als Schule der Natur“; Lüben, Anweiſung zu einem methodiſchen Unterrichte in der Thier=-
funde und Anthropologie“; Derſelbe, „Leitfaden für den Unterricht in der Naturgeſchichte";
Leunis , „Schulnaturgeſchichte Th. 1.“; Dexſ., „Synopſis der Naturgeſchichte des Thier-
reiches"; Vogt, „Zoologiſche Briefe"; Giebel, „Die Naturgeſchichte des Thierreiches";
Brehm, „Thierbilder aus dem Walde"; Derſ., „Das Leben der Vögel"; Deſſen bekanntes
große38 Werk „über die Thiere“; Müller , „Die Singvögel Deutſchland8"; Taſchenberg,
„Naturgeſchichte der wirbelloſen Thiere“; Der]., „Wa3 da kriecht und fliegt." = Wer
tieſere Studien macht, weiß auch die dazu gehörige Literatur zu finden. =- Ausgeſtopfte
Thiere find bei Naturalienhändlern und auch oft bei Kürſchnern zu bekommen. Stkelete
jind zu befommen u. A. bei Heſtermann in Hamburg, bei Schaujuß in Dre3den , ſehr
gute (wie auch vortreffliche Infectenzergliederungen) durch den Buchhandel beziehbar bei
Otto Kubel (Bach'ſc welche für Claſſenunterricht brauchbar find, ſind ſelten. Wir empfehlen von ihnen Lüben,
Säugethieratlas. Beſonders auſmerkſam ſei auf ein neues billiges Werk von Elſſner in
Löbau gemacht: Thier-Typen. Bis jeht nur: Säugethiere erſchienen.
Zorn iſt eine Gemüthsbewegung, ſtärker als bloßer Unwille (ſ. d.). Der Zorn iſt keine8-
wegs unbedingt zu verwerfen : es giebt auch einen edlen, einen heiligen Zorn, wie ex 3. B.
wiederholt von Jeſu8 berichtet wird. Zorn und Beſonnenheit (f. d.) brauchen ſich nicht aus-
zuſ Watih und damit zu allerlei unverantwortlichen Handlungen. Wer leicht und ſchnell zornig
wird, heißt jähzornig. Vor dem gewöhnlichen, unedlen Zorn und vollends dem Jähzorn
jollte fich jeder reife Menjch , vor Allem aber der Erzieher hüten, welcher doch ſeinen
Zöglingen mit gutem Beiſpiele vorangehen ſoll. Es iſt ſchlimm genug, wenn ein Lehrer
im Zorn rohe und ungerechte Reden führt, aber noch ſchlimmer, wenn er den Schüler
unmenſchlich , vielleicht leben8gefährlic< züchtigt. Selbſt wenn kein Skandal im Publikum
entjteht und die vorgeſeßte Behörde keine Notiz davon nimmt, bleibt ein Stachel des Vor-
wurfes für lange Zeit, oft für's ganze Leben zuriü>. Daß e8 möglich iſt, ſelbſt bei reiz-
barem Temperamente (j. Reizbarkeit) den Hang zum Zorn zu überwinden , zeigen die
Beiſpiele des Sokrates und Columbus, Der Erzieher ſei auch ein Vorbild edlen Zornes,
namentlich wenn er Lügen und Gemeinheiten zu beſtrafen hat. Würdig zu zürnen, iſt eine
jeltene Kunſt. Den nur zu leicht in Wuth ausartenden gemeinen Zorn der Zöglinge hat
der GCrzieher beſonders durc< Vorſtellung der ſchre>lichen Folgen zu bekämpfen , während
er den edlen Zorn der Kinder über eine Gemeinheit ihre38 Genoſſen oſfen anerkennen muß.
Zucht. Unter Zucht als Beſtandtheil der erzieheriſchen Thätigkeit verſteht man die
Anleitung zu einem pflichtmäßigen Berhalten. Zuweilen bezeichnet man damit wohl aud)
das geſeßmäßige Berhalten ſelbſt : Sie wird bewirkt theil3 durch Angewöhnung und Vor-
bild, theils durch Vorſchriften und Geſeße und endlich durch Lohn und Strafen. Die
Zucht, welche in der Schule zu üben iſt, bezeichnet man gewöhnlich mit dem Namen Dis=
ciplin, und es findet ſich daher an jener Stelle alles übrige für den Lehrer Beachtens3werthe

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