hier und da verſucht die Kenntniſſe und Fähigkeiten der Schüler-gelten zu laſſen ; indeſſen is
hat eine jolche Eintheilung troß einiger ſcheinbaren Vorkheile gar mancherlei Bedenken.
- namentlich veranlaßt ſie Geringſ oft eine ungerechte Beurtheilung des Lehrers. Um dieſe Nachtheile zu vermeiden, ſcheidet
- Man am Beſten die Kinder bei der erſten Aufnahme in die Schule in zwei Barallelclaſſen
(gewöhnlich mit a und hb bezeichnei) und führt dann entweder jede Claſſe in ihren weſent-
lichen Beſiandtheilen durch die ganze Schulzeit hindurch , oder bildet bei der alljährlichen
Verjezung dur gleichmäßige Vermiſchung beider Parallelclaſſen zwei neue. Beide Verfahren
haben ihre beſonderen Vortheile und Scattenſeiten.
Parvihialſichulen ſind Schulen, welche von den Kindern eines ganzen Kirchſpieles be-
jucht werden und ſich gewöhnlich im Wohnorte des Pfarrers befinden, daher auch Pfarr-
pder Kirc Namen die Schule des Kirc ſchulen (Filialſchulen) heißen. =- Zuweilen verſteht man unter Parochialſchulen auch ſämmt-
liche einem Parochus untergeordnete Schulen im Gegenſaße zu den außerhalb dieſes Kreiſes
liegenden.
Patronat, ſ. Beſeßungs8recht.
Bauje im Schulleben iſt Unterbrechung der Schulthätigkeit, Dieſe Schulthätigkeit, mag
jie eine fleinere oder größere ſein, iſt bedingt durch die Natur der Lehrenden und Lernen-
den, und der Art, daß ſie unausgeſeßt nicht verrichtet werden kann; ſie erfordert Abwech-
jelung. Der Thätigkeit hat die Ruhe zu folgen, damit dieſer wieder jene folgen könne.
Ze jünger die Schüler ſind, deſto häufiger haben die Pauſen abzuwechſcln; darum ſollte
- bei den jüngſten feine Stunde vergehen, innerhalb deren nicht eine oder mehrere Pauſen
gegönnt würden, Bei den älteren aber muß nach jeder Unterricht8ſtunde eine folche von
einigen Minuten eintreten, in dex Mitte des Geſammtunterrichtes eine8 Halbtages aber
eine größere, etwa von einer Viertelſtunde. Es darf die Schule über der Pflege des Geiſtes
nicht die des Leibes vergeſſen; überdies iſt das Ausruhen nicht Zeitvergeudung , ſondern
Sammlung von Kraſt.. Nur ſorge man dafür, daß der Jugend wirklich Gelegenheit ge-
boten wird, ſich zu erholen, ſei es in der Stuhe, ſei es (noch beſſer) im Freien; man
gönne ihr freies und lautes Geſpräch und körperliche Bewegung. Größer müſſen die Pauſen
in den heißeſten Tagen des Sommer8 werden , weil in ihnen die Abſpannung des Leibes
und des Geiſtes zugleich am Bedeutendſten nnd dafür ein entſprechendes Gegengewicht am
Plaße iſt. Wohlthätig ſind auch die ſreien Nachmittage, wenn dafür geſorgt wird, daß
während derſelben die Jugend wirklich frei hat, d. h. nicht durch eine Menge Schularbeiten
an Stuhl und Tiſch gebannt iſt. Leider wird dagegen noc< vielfach geſündigt. Andere
Paujen entſtehen durch halb- oder ganz- freie Tage vor Feſt= und Feiertagen , durch
Volksfeſte u. j. w., die größten durch die Ferien (f. d.).
Pedanterie, Pevantismus. Pedant (vom italieniſchen Pedante, d. i. Schulmeiſter)
iſi einer, welcher ſich allzu ſklaviſch an gewiſſe, beſchränkte Regeln hält, die er, obwohl
ſie nur in einem beſtimmten Kreiſe und unter beſonderen Bedingungen anwendbar ſind,
doc< ungejc darum , daß er dadurch jedwede höhere Rückſicht vernachläſſigt." Pedanterie , Pedanti8mus
kann man demnady als die Neigung oder Gewohnheit bezeichnen, ſolchen beſchränkten An=
ſichten und Regeln ausſchließend Folge zu leiſten, mithin al8 das Gegentheil von der gei-
ſtigen Freiheit und Beweglichkeit. Perſonen und ganze Stände , deren Gedankenkreis und
Thätigkeitsfeld an enge und beſchränkte Kreiſe gebunden und deren Aufgabe vornehmlich
auch die Beobachtung und Pflege des Kleinen iſt, fallen ſehr leicht in's Kleinliche und
ſind in beſonderer Gefahr, pedantiſch zu werden. Zu dieſen Perſonen gehört. unſtreitig,
was j In den vergangenen Jahrhunderten bildeten die meiſten philologiſchen Schulgelehrten treue
Abbilder eines ächten Pedanten. Aber auch heute noch giebt es Leiter größerer Lehrkörper
und Lehrer der Volksſchule in hinreichender Anzahl, welche vom Fehler der Pedanterie be=
jallen ſind. Wenn ein Schuldirector ſeinen unter ihm wirkenden Lehrern nicht nur den
Lectionsplan , ſondern womöglich auch jede einzelne Tages8lection mit peinlichſter Genauig

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