8 . Plitik | - Portugal
und Vornehmthuerei hervorrufen oder nähren und in Dieſen die Gefühle der Zurücſehung-
de8 Neide3, der Eiferſucht und Mißgunſt erwecken. Die unterſte Art der Polemik in- der
Schule, bei welcher dann die Kritik vollſtändig in Affect aufgeht, iſt aber, wenn ein Lehrex
in Gegenwart der Schüler auf einen der Mitlehrer ſtichelt, denſelben zu verkleinern ſucht,
deſſen Art und Weiſe zu lehren und DiSceiplin zu halten , indirect oder direct als falſch
hinſtellt, die von demſelben getroffenen Cinrichtungen fritiſixrk und ohne Weiteres als un-
zwedmäßig bezeichnet und beſeitigt u. [, w.
Bolitif, |. Zeitereigniſſe. |
Bolytechniſche Schulen gehören zu den höheren Gewerbeſchulen und find eigentliche
Verufsanſialten, nicht alſo Anſtalten, die nur die allgemeine und harmoniſche Bildung des
menſchlichen Geiſtes und Gemüthes im Individuum zum leßten Ziele haben. Auf ven
„Boſytehnijhen Schulen“ werden künftige Techniker aller Art in den zur Ausübung der
Künſte und Gewerbe erforderlichen Kenntniſſen und Geſchiklichkeiten wiſſenſchaftlich vor-
bereitet und zwar geſchicht das hauptjächlich durc< ein tieferes und ſyſtematiſchere8 Eingehen
in die techniſchen Wiſſenjc Disciplinen iſt beim Unterrichte maßgebende Norm; aber neben der Doctrin wird ven
Studireuden zugleich Gelegenheit geboten , das Gelernte in praktiſcher Anwendung zu üben.
Der Curjus einer polytechnijcßen Schule knüpft im Allgemeinen da an, wo der Curſus8
einer Realſchule erſter Ordnung (Norddeutſchland) zum Abſchluſſe gelangt; daher iſt die
Realſchulbildung für das Polytechnikum ſo recht eigentlich die Vorbildung. =- Nach den
Hauptrichtungen , welche die: polytechniſche Schule verfolgt, unterſcheidet man auf ihr drei
verſchiedene Sectionen : Die Section für Ingenieurwiſſenſchaften im engeren Sinne, die
Section für den Majchinenbau und die Section für techniſche Chemie. Al3 vierte kommt
auf einigen, wie auf der dresödener polytechniſchen Schule, noch eine Section für Lehrer
in Mathematik und exacten Naturwiſſenſchaften hinzu. = Giebt es auch jekt die meiſten
polytechnijhen Schulen in Deutſchland, ſo wurde doch die erſte derartige Anſtalt in Frank-
reich zu Paris, im Jahre 1794 als UKecols centrale des travanx publics errichtet und,
wie untex das Kriegsminiſterium geſtellt, ſo ganz in militäriſcher Weiſe und vorwiegend
zu höherer militäriſcher Vorbildung eingerichtet. In Deutſchland wurde zuerſt 1801 in
Prag ein „Polytechniſches Inſtitut“ gegründet, dem das 1818 in Wien errichtete folgte.
Seitdem giebt es vom Staate errichtete polytechniſche Schulen in Dre8den, Hannover,
Stuttgart, Karlsruhe, neuerdings in Aachen. In der Schweiz iſt bekannt und berühmt
Zürich.
Portugal, In dieſem Lande wurden die erſten Elementarſchulen 1759 durch Pombal
eingerichtet und die Reform des Elementarſchulweſen8 begann mit dem Geſeße von 1836,
welches modiſicirt und vervollſtändigt wurde durch die Verordnungen von 1844 und 1850.
-- An der Spiße des geſammten Unterricht3weſen8 ſteht der Oberſtudienrath, dem der
Miniſter de38 Zunern präſidirk und welcher aus drei Sectionen zuſammengeſeßt iſt, von denen
eine ausjchließlich das Elementarſchulweſen zu verwalten hat. Die Viſitation der Schulen
gej und jür Bezirke, wo der Geſchäſtskreis ein zu großer iſt, außerordentliche (unbeſoldete)
Viſitatorxen beigegeben ſind. == Der Schulunterricht iſt obligaioriſch. Aeltern und Vor-
münder find bei Geldſtrafe (500 bis 1000 Reis == ?/6 bis 12/3 Thlr.) und bei Verluſt
ihrer politiſchen Nechte auf fünf Jahre verpflichtet, ihre Kinder und Mündel vom ſiebenten
bis fünfzehnten Jahre in die Schule zu ſchien, ſobald die Entſernung von derſelben
weniger als 1 Viertelslegra (= */4 geographiſcher Meile) beträgt. Kindern, welche von
ihren Aeltern nothwendig zum Verdienen des Lebensunterhalte8 gebraucht werden, iſt nach-
gelaſſen, die Schule täglich bloß eine Stunde zu beſuchen. Aller Elementarunterricht iſt
unentgeldlich. Die Schule iſt vollſtändig von der Kirche getrennt, indem die Geiſtlichen
gar nichts mit ihr zu thun haben. Die Elementarſchulen zerfallen in niedere und höhere.
Zene umſaſſen Lejen, Schreiben, Rechnen, allgemeine Sitten= und Anjtandslehre, grammatiſche Uebungen, die Elemente der portugieſiſchen Geographie und
Geſchichte , dieſe dagegen portugieſiſche Grammatik, Linearzeichnen , allgemeine Geographie
und Geſchichte , heilige Geſchichte, Arithmetik und Geometrie mit Anwendung auf die

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