90 Präparandenanſtalt . : Präparätion = = - -*'
correct und fein vorzutragen, al8 durch allgemeine leere muſikaliſche Phraſen ſich. über
hochgeſhäßte Componiſten emporheben zu wollen. Die beigefügten Werke. von Meiſtern
aber mögen Denen, welhe e8 mit dem Präludium Ernſt meinen, eine Quelle reichen Ge-
nuſſes und trefflicher Bildung erſchließen. Literatur: Rin>, op. 37 (23 Sgr.), op. 47
(14 Sgr.), op. 96 (127/29 Sgr.); v. Eyken 25 Vorſpiele (10 Sgr.) ; Kühmſtedt op. 5,
2 Hefte (3 15 Sgr.); v. Eyken op. 11 (15 Sgr.); Heſſe op. 31 (12?/8 Sgr.); Flügel
op. 59 (12 Sgr.), op. 33 (12/2 Sgr.); Thomas op. 7 (25 Sgr.), op. 10; E.F,. Richter
op. 20 (20 Sgr.) ; Ritter, „Orgelſchule", 3. Bd. (3 Thlr.) ; Merkel op. 21 (15 Sgr.),
op. 47, 48, 2 Hefte (a 15 Sgr.); Hering, „Orgelmuſik (1 Thlr.); Brämig, „Orga-
niſtenſchule", 3 Bd. (1 Thlr. 24 Sgr.) ; Brand, „Elementar-Orgelſhule", 2. Bd. (1 Thlr.
3 Sgr); M. G. Fiſher, Choral-Vorſpielbuch (2 Thlix.).
Präparandenanſtalt. In manchen Gegenden Norddeutſchlands fällt der Begriff
- „Bräparand" zuſammen mit dem gewöhnlicheren „Seminariſt“ und bezeichnet überhaupt
Jeden, der ſich für ein Schulamt vorbereitet; in Süddentſchland , Sachſen und Preußen
verſteht man darunter nur Diejenigen, die ſich auf den Beſuch eine8 Seminare8 vorbereiten.
Wird alſo unter Präparandenanſtalt ein Seminar verſtanden, jo iſt auf den Artikel „Se=-
minar“ zu verweiſen. Präparandenanſtalten im lekßteren Sinne dagegen fallen zujammen
mit den jogenannten „Brojeminarien“, Ueber die Vorbereitung ſür das Seminar gehen
gerade in neueſter Zeit die Anſichten ſehr auseinander. Daß der zukünftige Lehrer ſeinen
Unterricht bis zum Eintritte in ein Seminar bei einem Lehrer genießt, wird immer jel-
tener, die Vorbildung durc< eine beſondere Schule immer gewöhnlicher. Die geſteigerten
Anſprüche an die Lehrerbildung im Allgemeinen haben auch größere Anſprüche an die
Präparandenbildung mit fich gebracht, Anſprüche, denen man nur in beſonderen Schulen
genügen zu können meinte. Ja, man hat ſogar verlangt, daß der zukünftige Scminariſt
erſt eine Nealſchule beſuche und ſich dann auf dem Seminare nur ſeine fachwiſſenſchaftliche
Bildung aneigne, während bezüglich der allgemeinen Bildung dann Wiederholungscurſe
genügen würden. Die bi8 jekt daſür vorliegenden Erfahrungen ſind jedoch keine gün=
ſtigen geweſen. Auch den Proſeminaren ſagt man nicht viel Gutes nach. Mag es ſein,
daß, wie die Lehrer an denſelben behaupten, der allgemeine Lehrermangel Veranlaſſung iſt
zur Aufnahme der auch am Schlechteſten vorgebildeten Knaben und daß dadurch der Unter=
richt in den Proſeminarien beeinflußt wird in der Weiſe, daß vorzug8weiſe auf das Cin-
pauken poſitiven Wiſſens größerer Werth gelegt wird ; wir können uns vor der Hand no
nicht von der Ueberzeugung lo8machen, daß die Vorbereitung bei einem Lehrer der Vor-
züge Jehr viel hat. Zunächſt wird, ein küchtiger Lehrer natürlich voraus8geſeßt, =- der
Praxis beſonderer Vorſchub dadurch geleiſtet. Derartige Präparanden ſind in der Regel
bereit3 Gehülſen des Lehrer8, wenigſtens in der Unterclaſſe und ſo lange mit den meiſten
Lehrerſtellen auch Kir Jahrelang Gelegenheit hat, die Orgel zum Gotte8dienſte zu ſpielen oder ob er im Pro-
ſeminare wöchentlich einmal vor dem Lehrer an*s Clavierſpiel kommt und erſt im Seminare
die Orgelſtunden beginnen. Auch das glauben wir beobachtet zu haben, daß Knaben,
die längere Zeit nach der Schule noch den Einſlüſſen des Landlebens zugänglich waren,
die in Bezug auf Erwerbung ihrer Kenntniſſe mehr auf ihre eigene Thätigkeit, als auſ
das Dociren de3 Lehrer3 angewieſen waren, an Leib und Seele friſcher und kräſtiger
in's Seminar kommen, als ſolche, die ſchon lange auf den Bänken einer höheren Scule
geſeſſen , und wo ſich in dem Wiſſen Jener Lücden zeigten, da thaten dieſelben für das
Ausfüllen derſelben in der Regel ungleich mehr als Andere. Mit einem Worte: die größere
Selbſtändigkeit der nicht im Proſeminare Vorgebildeten ſcheint uns ebenſo unbeſtreitbar wie
unſhäßbar zu ſein. Es käme darauf an, Mittel und Wege zu finden, wie die Privat-
vorbereitung der Präparanden zu einer für den Bedarf ausreichenden würde und doch
nicht ausartete in einen Induſtriezweig, den auch untüchtige und gewiſſenloje Lehrer er-
greifen fönnten.
Prüparation. Daß der Lehrer ſich auf jede Unterrichtöſtunde vorbereitet, iſt ſo ſelbſt-
verſtändlich, daß darüber kaum ein Wort zu verlieren iſt. Daß namentlich bei älteren
Lehrern, die den in der Stunde zu behandelnden Gegenſtand ſchon wiederholt tractirt

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