18 Fortbildung des Lehrers, =“- Forthildungsſchulen,
den Schlüſſel zu allen Schäken der Fortbilvung, Gerade die geiſtliche
Sculauffiht hat eine Seite an ſich, welche der Fortbildung des Lehrers
förderlicher iſt, als alle techniſche Führung, und welche tauſende von Leh-
rexn vor dem religidſen und moraliſhen Untergange bewahrt hat, eben
die Nothwendiglkeit, in die ſie ſim dadurch verſeht jahen, Religion und Tu-
gend zu üben. Ohne ſol rechten und wahren Grundes, und dieje Uebung ſieht ihnen immer zu Ge-
bote; ſie iſt die Mutter der Selbſtveredlung, die Krone der Fortbildung.
Ein Lehrer, welcher an ſeiner Selbſtkenntniß arbeitet, die von Chriſto an-
gewendeten Heilsmittel öfter gebraucht, frommer Betrachtung gerne obliegt,
das göttlihe Wort mit heiliger Wiphegierde hört, die häuslichen und
öſjentlihen Andachtsübungen nicht verſäumt, wird auch in der öffentlichen
Achtung Fortichritte machen und in jeiner ſonſtigen Fortbildung viel we-
niger auf Abwege gerathen. --- Vergleiche Hergenröther, Erziehungs-
lehre 88. 155 und 156.
Fortbildungsſchulen. Mit dem Namen „Forthildungsſchulen“ werden
zweierlei Anſtalten bezeichnet. Einmal pflegt man ſolche Schulen darunter
zu verſtehen, welche die Stelle der EClementarſchulen vertreten. Dies ſind
meiſtens Armenj Kinder beſtimmt, denen die Verhältniſſe des Lebens keine Möglichkeit dar-
bieten , ſich an Werktagen die nöthigen Kenntniſſe in den elementaren Un-
terrichtSgegenſtänden zu erwerben. Sie werden deßhalb auc; Sonutags8-
1 Ihulen genannt. Daß aber dies keine eigentlichen Fortbildungsſc jind, zeigt ihr Zwes an. Gigentliche Fortbildungsſchulen ſind ſolche, welche
die Beſtimmung haben, die aus der Volksſchule entlaſſenen Schüler in den
erworbenen Kenntniſſen zu befeſtigen und die gewonnene Bildung zu er-
weitern. Auch von diejen Fortbildungsſ tagen gehalten. Wir mühjjen jedoch beide in der Behandlung trennen und
wollen deßhalb- die erſtern Sonntagsſ lehtern mit dem Namen: Sonn- und Werlktagsfortbildungsſchulen
bezeichnen. |
1]. Sountagsſchulen. Die Errichtung der erſten Sonntagsſchulen
wird dem Engländer Raides zugeſchrieben, allein mit Unrecht. Schon
im Jahre 1567 befiehlt die Synode von Kämmerich die Errichtung von
iol beſuchen können, Gelegenheit zu geben, ſich am Sonntage unterrichten zu
laſſen. In diejen Sehnlen ſollie außer den Grundbegriffen dex Religion
auc< Leien und Schreiben gelehrt werden können, und wenn kein paſſendes
Sqhullokal gefunden würde, ſollte man die Kir Die Obrigkeit wird zugleich aufgefordert, die Säumigen zu beſtrafen.
Allerdings aber hat Rai&es durch ſeine Sonntagsſchulen der Volksbildung
in England eine großartige Grundlage gegeben. Robert Raickes (ge-
boven 1735) war Buchhändler in Glouceſter und Herausgeber ves Glou-
ceiter Journals. An einem Sonnabende ſah er in den Straßen der Stadt
einige ungezogene Straßenjungen. Es jammerte ihn, daß dieſe Jungen,
welche am Werktage ihren Eltern mit Arveiten an -die Hand gehen mußten,
gar alles Unterricht8 entbehren ſollten und er kam auf den Gedanken , ſie
in einer Sonntagsſhule zu verſammeln und zu unterrichten. Ex hoffte
dadur< auch auf den ſittlihen Zuſtand der unteren Volksklaſſen einzu-
wirken, da er von der Vorausſeßung ausging, daß die Unwiſſenheit die vor-
züglichſte Duelle der geiſtigen und ſittlichen Geſunkenheit ves Volkslebens
tei. Raices Jammelte daher die zuchtloje Jugend in der Kathedrale und
beſtellte Lehrer und Lehrerinen, welche ſie zwiſchen den Gottesdienſten un-

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