238 - Geſichtsfinn.
men unterſcheiden : die querliegende X- Form ſür tieſliegende Naſenwurzeln,
die querliegende 1 - Form für elwas mehr ſich hebende mud der ſogenannte |.
Jeſſerjon'iche Naſenbügel für Naſenwurzeln, welche ver Stirnhöhe gleich-
kommen vder ſie gar überſteigen. --- Endlich muß die Brille in der Lage |
befeſtigt werden, welche man ihr durch zwe>dmäßige Conſtruction des Bügels
gegeben hat. Hiezu eignen ſich am beſten die gegliederten Stangen , bei
welchen das erſte Glied bis über das Ohr geht, und das zweite ſich in die
Furche hinter dem Ohre anlegt.
2) Der Vewegungöapparnt des Angapfel8s. Die Bewegungen des Aug-
apjels find Rollbewegungen und haben die Aufgabe , die Vorderfläche der
Hornhaut und der Pupille nach dem zu betrachtenden Gegenſtand hinzu:
wenden. Sechs Muskeln drehen zu dem Behufe den Augapfel auf drei
imaginären Aren, die man ſich durc< ſeinen Mittelpunkt gezogen denken |
muß, und zwar dreht ihn ein oberer (Fig. 1. bd.) und unterer (Fig. 1. ec.)
gerader Muskel um die Axe von Außen nach Innen --- erſterer nach Oben,
leßterer nach Unten =, ein äußerer und ein innerer gerader Muskel um |
die Axe von Oben nach Unten =- erſterer nach Außen, lehterer nach JIn-
nen =, und je ein ovherer und ein unterer (Fig. 1. >d. im Durchſchnitt)
jehiejer Muskel um eine Axe , die von Oben und Außen nach Unten innen
verläuſt und die Sehaxe unter einem Winkel von 35" ſchneidet; der obere
Ichiefe Muskel zieht die Hornhautmitie nach Außen und Unten, der untere
nach Außen und Oben. Die Wirkung dieſer ſechs Muskeln , fei es allein,
jei es combinirt , iſt es nun, welche die verſchiedenen Nichtungen von dem,
was man Bli> nennt, vermitteln. Während ſich 3. B. beim gerade aus
gerichteten Blie alle je Bli>d nach Außen der äußere gerave Muskel , beim Blid nach Oben der
obere gerade Und vbere ſchiefe Muskel, beim Bli& nach Außen und Oben
der äußere gerade , der vbere ſchiefe und der obere gerade Muskel 1. [. |.
Die entgegengeſeßt wirkenden Muskeln müſſen natürlich während dieſer Zeit
erihlajfen. Findet dies nun nicht ſtatt, ſondern tritt ein unregelmäßiges
Spiel , eine Art Krampf in dieſen ſechs Muskeln ein , j0 äußert ſich dies
durc< ein ſtetiges, dem Willen und Bewußtſein entzogenes Hin- und Her-
rollen des Anugapſels. Bei Kindern hat man dieſe „Augenunruhe,“
die jedes ſcharfe Sehen unmöglich macht, ſchon manchmal nach Erkältungen,
bei Wurm- und Zahnreizen , bei Ergüſſen in vie Schädelhöhle , beſonders
aber bei Horuhautſle&>en beobachtet, Man laſſe fie ſtet8 ein Object ärzt-
licher Behandlung ſchon aus dem Grunde ſein, weil ihre Urſache dann auch
wirklich ermittelt wird. -- Das „Schielen,“ wobei die betrefſende Per-
jon, wenn ſie einen Gegenſtand betrachtet, nur das eine Auge nach dem-
telben hinrichtet, während das andere Auge eine ganz andere Richtung ein-
nimmt, beruht auf der Verkürzung eines der eben genannten ſec und muß operativ, d. h. durch Trennung des betreffenden Muskels beſei-
tigt werden , ſoll anders das ſchielende Ange nicht allmälig jc jiverden und zuleßt ganz erblinden. Erwachſene Schielende, deren Schielen
aus früher Jugend datirt, ſind in der Negel auf dem j Ihon total erblindet, ohne es zu wiſſen. Man ermahne de38halb die Eltern
ichielender Kinder , ja bei Zeiten die Schieloperation vornehmen zu laſſen ;
venn damit wird dem ſchielenden Auge nicht nur ſeine Sehkraft erhalten,
jondern auch bei dem betreffenden Kinde eine wirkliche Entſtellung beſei-
tigt. --- Nach diejer Darſtellung ſollte es für den Pädagvgen nicht ſhiver
jein , das ferne zu halten, was dem Auge des Zöglings ſchaden, und das
vorzufehren, was demjelhen wohlthätig ſein kann. |
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