Geſtändniß. =“ Geſundheitslehce in der Volksſchule. 241
That. Und in der im Artikel : Beiſpiel der Eltern 2c. angeſührten Stelle
fährt Iuv enal in den Worten fort : | |
- Was unanſiändig iſt zu ſagen und zu ſeh'n,
Das müſſe nie die Stelle rühren,
Wo Kinder immer ſind. |
Die größte Achtung heiſ Wenn du was Schlechtes unternimmſt, verachte
Des Knaben Jugend ni Sei deiner Sünde Hinderniß!
Aber leider legen die meiſten Erwachſenen vor Kindern fich gar keine
Schranken auf und daher kömmt es, daß ein großer Theil der Jugend, be-
ſonders in den Städten, um mit Jahn zu klagen, altkluge Tauge-
nicmtſe werden, und Sünden vom Hörenſagen begriffsmäßig
fennen lernen, die das zarte Alter noh unſähig iſt, auszu-
fiben.
Dagegen ſagt vie heilige Schrift: Der Mund des Gerechten ſpricht
jinnige Weisheit und ſeine Zunge redet, was recht iſt. (P|. 36, 30.) Gilt
dies im Allgemeinen von allen menſchlichen Geſprächen, jo hat insbeſondere
- Andern gegenüber jeder Chriſt die Pflicht, von allen unlauteren Worten
fich zu enthalten. Unter euch werde nicht einmal genannt Schamloſigleit,
“ noc< thörichtes Gerede , no< Poſſen, die ja zur Sache nicht gehören (Eph.
cv H

5, 4.), und: Kein böſes Wort gehe aus eurem Munde , jondern was gut
iſt zur Erbauung im Glauben, damit es heilſam ſei den Hörenden. (Epy.
4, 29.) Für den Chriſten alſo iſt es ganz überflüſſig, ihm noh eigene
- Vorſchriften zu geben, wie er ſich in Betreff ſeiner Reden den Kindern
. gegenüber verhalten ſoll; es genügte, wenn er die Pflichten erfüllte, die ihm
auferlegen, ſeiner eigenen Seele wegen die Lippen rein zu bewahren , und
es iſt ſchon gefehlt , wenn die Gegenwart des Kindes ihn an jeine Pflicht
erinnern ſoll vdex er an die Gegenwart des Kindes erinnert werden muß.
Dagegen wird Jeder vor Gott große Verdienſte ſich erwerben , der durch
' fluge und weiſe Lehren zu Jugend beiträgt. Für ihn wird ver Mund jein eine Quelle des Le-
ben3 (Spr. 11.), und ſeine Lippen werden Weisheit ausſtreuen. (Spr. 15,
7.) An ihm wird in Erfüllung gehen: Mancher iſt geſchi>t , Ändere zu
belehren und thut damit feiner Seele wohl. (Sir. 37, 22.)
Geſtänduiß. Geſtehen heißt, auf Befragen Ctwas bejahen, einräumen,
zugeben oder entde>en; hauptjächlich wirv der Ausdru> in Bezug auf das
Zugeben oder Betennen eines Verjeheus , Gehlers oder Verbrechens ge-
- braucht. Hiernach iſt das Geſtändniß das Einbekenntniß eines Verſehens u. ). w.
Die Kinder ſind von Natur offen. Sie geben ſich in der Regel, wie jie ſind.
Wohl gibt es auch Fälle, daß ſie zurü&haltend ſind ; allein das Geſtändniß er-
- folgt doch, wofern die Kinder nur nicht durch ungerechte Behandlung und
Härte von ſich geſtoßen und verſchloſſen gemacht werden. Der Erzieher jei da-
- her dem Kinde ein liebender, umſichtiger, weiſer Freund und Vater. Jſt er
dies, ſo wird das Vertrauen und die Gegenliebe des Kindes es beſtimmen,
nichts zu verhehlen, was es gethan hat, und ſelbſt auch dann nicht, wenn es
Strafe fürchten ſollte. Auc< Schüler, welche durch eine verkehrte Behandlung
verſchloſſen gemacht worden ſind, werden nur auf dem Wege einer gerechten
und liebevollen Behandlung, mit welcher die Einwirkung auf die Einſicht des
Kindes durch entſprechende Belehrung in Verbindung treten muß, zu beſſern ſein.
Geſundheitölehre in der Volköſchule. Der Leib iſt das Organ der Seele
und kann nur dann derſelben dienen , wie nothwendig , wenn die Verhält-
- niſſe ſelbſt in normalem Zuſtande ſind, und deſſen Organismus einer voll-
Encyclopädie des Unterrichts - und Erziehungöweſen, IT. 16

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