242 Geſundheitslehre in der Volksſhulc.
kommenen Harmonie ſeiner Verrichſungen ſich erfreut. Die Geſundheit iſ-
unter allen irdij Pfliht des Menſchen , inmerhalb der gehörigen Schranken derſelben all)
Pflege zuzuwenden. Die heilige Schrift jelbſt preiſt den Werth der Ge.|.
jJandheit bei Jünglingen (Spr. 20, 29.) und ſchäkßt einen kräftigen Leih
höher , als unermeßlichen Reichthum. (Sir. 30, 14---17.) Sie verſchmäht
es auch nicht, weiſe Rathſ "Seele ſatt wird, der Gottloſen Bauch aber hat kein Genügen. (Spr. 13, 25.
Sei nicht lüſtern bei einem Gaſtmahle und falle nicht über jede Speiſe her,
denn auf den Genuß vieler Speiſen folgt Krankheit und die Freßluſt führt
zur Cholera. Wegen Unmäßigkeit ſind jhon Viele geſtorben ; wer aber!
mäßig ijt, verlängert jein Leben. Chre den Arzt um der Noth willen, denn)
der Allerhöchſte hat ihn erſchaffen ; denn alle Arznei iſt von Gott und vom
Könige empfängt er Belohnung. Die Kunſt hebt ven Arzt zu Ehren undi
von den Großen wird er geprieſen. Der Allerhöchſte ſchuf die Arzneien!
aus der Erde und der weije Maun hat keinen Abſcheu davor. Ward nicht!
DUr< Holz das bittere Waſſer verjüßt, damit die Menſc kennen lernten ? Und der Allerhöchſte gab Wijſjenſ er geprieſen würde in ſeinen Wundern. Durch ſie heilet und lindert ert
den Shmerz, der Apotheker aber macht liebliche Arzneien an , bereitet get
junde Salben und ſeines Thuns iſt kein Cude. (Sir. 37, 32-38, 8.) Der
Wein hat ſchon Viele zu Grunde gerichtet. =- Der Wein, mäßig getrunken,
erjreut Herz und Gemüth; mäßiger Trunk iſt geſund für Leib und Seele]
-- Wein, zuviel getrunken , beſchwert das Gemüth, (Sir. 31, 31 ff.) Das
Erjte im menſchlichen Leben iſt Waſſer und Brod, ein Kleid und ein Haus,
vas die Blöße det. (Sir. 29, 28.) Auch Vaulus verſc dem Timotheus einen diätetiſchen Rath zu geben. Wir ſehen daraus, daß!
die heilige Schriſt den Menſchen belehrt wiſſen will, wie er ſeine Geſund-|
heit zu pflegen habe. Schon vas Sprichwort jagt, daß in den meiſten Krank:
heitsfällen dex Menſc< ſelbſt wiſſen müſſe, was ihm gut thue. Daß alſe
die Gejundheitslehre einen Theil des allgemeinen Unterricht3 bildet und
viel eher in die Volksſchule gehört, als mancher andere Gegenſtand, dürfte
heutzutage faum beſtritten werden. Seit Dr. Bernhard Chr. Fauſt (geb.
23. Mai 1755 zu Rotenburg in Kurheſſen, geſt. 25. Juni 1842 zu Büce-
burg als Hofrath und Leibarzt) ſeinen berühmten Geſundheitskatechismus
(1792) jc chen überjeßt wurde, wandte man auch der Geſundheitslehre in der Sc eine größere Aufmerkſamkeit zu und Wil mſen hat den ſiebenten Abſchnitt
jeines Kinderſreundes, der 1802 das erſtenial erſchien , in ſehr gelungener
Darſtellung derjelben gewidmet. Vorgeſchrieben iſt diejer Unierricht8gegen-
jtand durch 8. 35. der Verordnung zum k. ſächſiſchen Elementarſchulgeſeß,
durch Art. 2. ver Württembergijchen Schulordnung, durch 8. 1. des badi-
j durch einzelne Verordnungen der k. preußiſchen Regierung. Die Württem:
bergijche Schulordnung ſchreibt ausdrüdlih den Unterricht an der Hand
des Leſebuches vor. E3 haben veshalb viele Leſebücher eigene Abſchnitte
dafür , j0 3. B. die beiven Württembergiſ von Reiſer. Das von Bumüller und Schuſter behandelt die Lehre
vom Menſchen in zehn Kapiteln. Auch Ludwig und Heiniſ<< berüd-:
ſichtigen die Geſundheitslehre. Man kann es geradezu als einen Fehler be:
zeiMen , wenn in einem Leſebuche dieſer wichtige Gegenſtand Überganger
wird. Was den Umfang der Geſundheitslehre anbelangt, ſo ſollen die wich:
tigſten Verhältnijje des Menſchen in Bezug auf die Erhaltung der Geſund
heit (Diätetik) , die Verhältniſſe deſſelben zur Außennatur , die Einwirkun

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.