976 Girard Gregor, -- Glaube.
erhielt Unterricht im väterlichen Hauſe, bis ex im zehnten Jahre die latei-
nijehe Schule bejuchte. Nachdem ex dieſe Schule in jec trat ex in den Franzis8canerorden, machte ſein Noviziat in Luzern , ſtudirte
Theologie zuleßt in Würzburg, wo er auch vie Prieſterweihe empfing,
Wohl nicht Vielen beſchied das Schiſal einen jolchen Wechſel der Stellung,
wie dem jungen Orden3manne, Ex arbeitete in der Seelſorge, war ſodann
Proſeſjor am Gymnaſium in Ueberlingen , ſpäter Lehrer der Philoſophie in
jeinem Kloſter in Freiburg. Als ſolcher widmete er feine Aufmerkſamkeit
auch dem Volksichulweſen, das in dem gemiſchten Kanton Freiburg, wo
es deuljiche und jranzöſijche Schulen gab, tief im Argen lag. Ex wollte
aber eine Geſtaltung des ganzen Unterrichtö8weſens nur im Anſchluß an
die Übrigen Kantone dev Schweiz ausgeſührt wiſſen uud reichte deßhalb
einen Drganiſationsplan der eidgenöſſiſchen Negierung ein, die in Luzern
den Borort hatte. Von diejey wurde er 1789 einberufen und arbeitete
einige Monate im Büreau der Abtheilung des öſjentlichen Unterricht8. Doch
konnte er nicht viel ausrichten umd kehrte wieder nach Freiburg zurück. Als
die Tagjaßung 1797 nag Bern überſiedelte, wurde Girard als katholiſcher
Pfarrer nach Bern berufen. In dieſer Zeit zog Peſtalozzi die Aufmerk-
jamkeit dex Regierung anf fic. Die Tagſaßung jowohl als der Stadtrath
von Freiburg ſchi>ten Commiſſäre nam; Burgdorf, unter welchen Girard
war. Auf den Bericht diejer Commijſion, die Vieles lobte, Einiges tadelte,
ſprach die Tagjaßung Peſtal ozzi ihren Dank für ſeine Bemühungen
aus. 1804 ging Girard nac< Freiburg, um das Volksſhulweſen ſeiner
Vaterjtadt gänzlich zu leiten. Aber es fehlte an gebildeten Lehrern, weß-
halb Girard Peſtalozzi nochmals in Yverdon beſuchte; um ſein Inſtitut in
Augenſchein zu nehmen und einen ausführlichen Bericht über daſſelbe ver-
öſfentlichte. Girard führte, um nicht ſo viele Lehrer zu brauchen, den
wechſelſeitigen Unterricht ein. So regierte er das Schulweſen bis
1823, in welchem Jahre ex wegen mannigfaltigen Conflicken mit der Kir-
henbehörde jeine Stelle niederlegte. Doc< nahm er im Oxrden eine hervor-
ragende Stellung ein, von 1827--1834 war er uvc Philoſophie in Luzern. Seit dieſem Jahre lebte er in feinem Kloſter in
Freiburg in ſtiller Zurüdgezvgenheit und ſtarb erſt am 6, März 1850,
Girard war ein lieben5würdiger, edler und milder Charakter. Ueber ſeinen
Streit mit der bijc<öſlichen Behörde liegt zu wenig Material vor, um daraus
ein Urtheil zu jhöpfen; doch betraf er mur Unterrichtsfragen. Joſeph
Meyer, Hergang, Wohlfahrt und beide Shmidt haben keinen
Raum geſunden, des Wirkens dieſes armen Franzi8caners zu gedenken.
Glanbe. Glauben heißt etwas ſo ſür wahr halten, daß man dabei
zugleich das Bewußtjein ſeiner Gewißheit hat. Der das Bewußtjein der Wahrheit der hriſtlichen Lehre nicht nur aus der Ver-
nunft, jondern auch aus der göttlichen Offenbarung und aus der Lehre
Der Unjehlbaren, mit göttlicher Autorität ausgeſtatteten Kirche. (S. d. A.
Autorität3beweije.) Der Glaube iſt dem Chriſten ein feſter Grund für das,
was er hoſſt, eine gewiſſe Ueberzeugung von vem, was er nicht ſieht.
(Hebr. 11, 1.) Der Glaube trägt das Licht in ſich felbſt. Darum ſagt der
römiſche Katehismus: „Es glaube aber Niemand, daß die Kenntniß des
Glaubens ungewiß ſei, weil wir das nicht ſehen, was uns zu glauben
vorgeſtellt wird; denn wenn auch das göttliche Licht, wodurch wir jenes
inne werden , keine deutliche Erkenntniß der Dinge uns verſchafft, ſo läßt
es uns doch darüber nicht in Zweiſel. Denn der Gott, welcher vas Licht
aus der Finſterniß leuchten hieß, hat in unſeren Herzen ein Licht ange-
zündet, daß uns das Cyvangelium nicht verborgen ſei, wie Denen, die ver-

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