Glaube, 977
[orxen gehen. (2 Cor. 4, 6. 3.) Der Glaube iſt eine Pflicht; denn des Herrn
Augen ſehen auf ihn (Jerem. 5, 3.) und ohne dein Glauben iſt e8 unmög-
li<, Gott zu gefallen; venn wer zu Gott kommen will, muß glauben, daß
er jei und daß cer die, welche ihn ſuchen, belehre. (Hebr. 11, 6.)“ Jede
Erziehung muß alſo eine Erziehung zum Glauben ſein, und Irrthum
oder, wenn ver Jrrthum ein bewußter und ſelbſiverſchuldeter iſt , Abfall
von Gott iſt überall da, wo nicht das ganze Werk der Erziehung darauf
zielt, zum Glauben zu führen. In dieſem Grundſaße, den die Kirche
weder auſgeben kann noc< darf, findet das Verwerfungsurtheil , welches
dieſelbe über alle Erziehungsſyſteme ſpricht, welche denſelben nicht in ſich
aufgenommen und zu Grunde gelegt haben, ſeine Rechtfertigung. Daraus
ſolgt denn 1) vor Allem, daß der Lehrer ein Mann des Glaubens38
ſei. Er muß die Wahrheit der katholiſchen Kir davon Überzeugt ſein. Der Glaube iſt ſeines Lebens Leuchte, ſeine Stüße
und jein Stab, ſein Troſt und ſein Bekenntniß. Dieſe8 Bekenntniß auch
in die Herzen Derev zu legen, die ihm zum Unterric iſt ihm ein Bedürfniß; die Früchte des Glaubens, deſſen Saamenkorn er
ausgeſäet hat, bei Andern aufgehen zu fehen, ſeine Sehnſucht. Wie er
deßhalb vorwärts ſtrebt, ein immer tüchtigerer Lehrer zu werden , ſo trach-
tet ex darnach, immer tiefer in den Geiſt der Kir und ein tüchtiger Katholik zu werden, und in dieſer doppelten Tüchtigkeit,
an der keine Seite mangeln darf, erkennt er die Geſammttüchtigkeit als
Lehrer. Er betet deßhalb täglich mit den Apoſteln: „I< glaube, o Herr;
aber vermehre Du mir den Glauben.“ (Luc. 17, 15.) Darneben ſucht er
ſich vorzüglich mit jenen Schriften bekannt zu machen, welche die Lehre der
Kirc katholiſchen Kirche zu entnehmen und Jedem, der das Gut de8 Glaubens
bei ihm angreifen will, mit der Kraft der Wahrheit gegenüber treten zu
können. Er legt aber auch ſeinen Glauben in jeinen Werken nieder. So
lebt ex aus dem Glauben (Gal. 3, 11.) und wandelt im Glauben; mit dem
Herzen glaubt er zur Gerechtigkeit und mit dem Munde bekennt er zur
Seligkeit. (Nöm. 10, 10.) So jteht der katholiſ und namentlich vor ſeinen Kindern als eine Leuchte des Glaubens unv
ſeine Lehre iſt die des Apoſtels, der da ſpricht: „Darum wie ihr den
Herrn Jeſum Chriſtum angenommen habt, jo wandelt in ihm, eingewur-
zelt und gegründet in ihm und feſt im Glauben, und wachſet in ihm mit
Dankjagung , und ſehet zu, daß euc< Niemand verführe durch Weltweisheit
und leeren Trug nach der Ueberlieferung der Menſchen, nach den Kinv-
heitslehren der Welt, ſtatt (euch zu lehren) nach Chriſto; denn in ihm
wohnet die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ (Col, 2, 6--10.) Der Leh-
rer iſt deßhalb au< weit davon entfernt, die Ablegung des GlaubenS8be-
kenntniſſes (ſ, d. A.) mit feiner Stellung für unverträglich zu halten. Scriſten,
aus welchen man die Ueberzeugung von der Wahrheit der Lehre der katho-
liſchen Kirche j<öpfen kann, find in großer Menge vorhanden. Populär
gehalten jind unter Andern: I. Gaume: Die katholiſche Neligionslehre in
ihrem ganzen Umfange. Aus dem Franzöſiſchen Üüberſeßt von Zwicen-
vpſlug. Negensöburg 1845. Manz. Buttler, Thomas: Die Wahrhei-
ien der katholiſchen Religion aus der heiligen Schrift allein bewieſen. Aus
dem Engliſchen überjeht von Dr. C. Willmann. Regens8burg 1846. Manz.
Genoude, Abbe: Darlegung des katholiſ Hurter. Mac-Hale: Die Beweis8gründe und Lehren der katholiſchen Kirche.
. Au8 dem Englijhen überſeßt von Dr. Moriz Brühl. Regensburg 1845.
Manz. Rolfus, Hermann: Der Grund des katholiſchen Glau-
bens8, Mainz 1862, Kupferberg. Preis 1 fl. 20 kr. Heinrich, Dr. J, B.:

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