Glaubensbekenntniß. 979
die Kirche derjenigen Perſonen zum Unterrichte, denen ſie die niederen
kirchlichen Verrichtungen anvertraute und hiezu die Weihe ertheilt hatte.
'Die Präfecten der Katechetenſ „Nur die Lehre des Chriſtenthums vorgetragen und in das tiefere Verſtänd
'miß eingeführt, jondern auch Vhiloſophie na< Plato und Ariſtoteles,
Geometrie , Rhetorik , Grammatik 2x. gelehrt wurde, wurden von den Bi-
ſchöfen von Alexandria ernannt und beaufſichtigt. (Euſebius: Kirchen-
geſchichte. 6. Buch.) Und durc< das ganze Mittelalter hindurch finden wir
Jein einziges Beijpiel einer Schule, die nicht durch Perſonen, welche der
Kirche angehörten, geleitet worden wäre, mit Aus8nahme der ſogenannten
„Sqchrieſj als Erziehungsanſtalten betrachtet wurden. Es iſt hinlänglich bekannt, wel-
"hen Angriffen die Hieronymiten (ſ. d. A.) vder die Brüder des ge-
-„meinſ obwohl jie weder Prieſter noc< Ordensgeiſtlihe waren. Zur Zeit nun,
va der Schuldienſt durch geweihte Diener der Kirc -meßnern verſchen ward , waren beſondere Vorſchriften darüber noch nicht
nothwendig, weil bei der Wahl dieſer Perſonen zu den niederen Kirchen-
„ämtern j Neberlafſſung des Schuldienſtes an dieſe Aus8gewählten darum nicht mehr
- leicht ein Anſtand obwalten konnte. In den ſpäteren Zeiten der abgeſon-
derten Beſehung und in Deutſchland beſonders nach der Reformation war
Borſicht igeboten ſowohl für die Kir Familienväter. Alle unmittelbar nach der großen Glaubensſpaltung abge
haltenen Synoden ſchärfen deßhalb ein, den Glauben und die Sitten der
anzuſtellenden Lehrer zu prüfen. „Es iſt in unſeren Tagen von großer
Wichtigkeit,“ jagt die Disceſanſynode von Harlem 1564, „welche Lehrer
den Schulen vorgejeßt werden, weil von ihnen das Heil oder das Verder-
ben dex Jugend abhängt.“ „Diejenigen,“ ſagt die Dibceſanſynode von
Augsburg 1610, „welche ihre Kinder durc< Privatlehrer unterrichten
laſſen, ermahnen wir im Herrn, daß ſie genau Acht haben, welche Religion
und welche. Sitten Die haben, welche die Erzieher ihrer Kinder ſein ſollen.“
Es Jollen deßhalb nur vom Biſchofe approbirte Lehrer angeſtellt werden.
Das Provinzialconcil von Salzburg 1569 verordnet: „Weil bei der
Auswahl der Lehrer und Erzieher eine nicht gewöhnliche Sorgfalt anzu»
wenden iſt, jo verordnen und befehlen wir, die diesfälligen Beſtimmungen
ver vorigen Salzburger Synode erneuernd, daß Niemand, weſſen Standes,
Würde oder Amtes er immer jein mag, einen Schuldirector , Lehver oder
Gehilfen an öffentlihen oder Privat - Knaben - oder Mäd viele oder nur für einen Schüler, für welchen Gegenſtand immer, wenn
er auch unentgeltlich lehren oder nur wiederholen würde, anſtelle, der ſich
nicht vorher ſeinem BViſchofe oder deſſen Generalvicar oder Offizial oder
Commiſſär geſtellt und ſic) einer Prüfung über feine Religion, feinen
Glauben, feine Sitten, ſein Leben, ſein Verhalten und ſeine Kenntniſſe
unterzogen hat, damit ficher und mit Nußen die Jugend ſeiner Leitung au-
- vertraut werden könne.“ „Jeder Lehrer muß vom Biſchofe oder Dechant
| approbirt jein, die professio fidei ablegen und von ſeinem früheren Pfar-
rer ein Sittenzeugniß vorlegen; dann kann er angeſtellt werden.“ Die
| Synode von Arras 1570 fordert: „Au Diejenigen, welche auf eigene
| Koſten Privati - Mmiſſär nicht geprüfte und approbirte Lehrer an denſelben anſtellen, das
| Präſentations- und Anſtellungsrecht für dieſen Fall, und die jo angeſtellten
* Lehrer werden abgeſebt und durc< approbirte ertekt.“ Die Synode von
Ypern 1630: „Kein Pfarrer darf einen Lehrer, der nicht ein ſchriftliches

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