5998 Gotte3dienſt. =“ Gottlos,
dienſtes zu furz kommen, der Unterricht wird- nicht nur ein unlebendiger
bleiben, jondern man wird ihm auch die gehörige Zeit nicht widmen. Als
Nachübung, die auch anderen Schulzwecen zu ſtatten kommt, mag man die
Feſtgebräuche 2. in einen ſchriftlichen Anſjaß niederlegen laſſen. -- Hin:
ſichtli< des Empfanges der heiligen Sacramente ]. d. A. Abendmahls- -
feier und Beichten der Kinder. -- Nun iſtznoch des ſo weſentlichen
häuslichen Gottes dienſtes zu gedenken. |
Veber den Werth des häuslichen Gottes dienſtes ſagt Hirſ „Die häuslihe gemeinjame Andacht hat einen mannigfaltigen , jehr wohl-
thätigen Cinfluß auf die religiös - ſittliche Bildung der Jugend. Einmal
wedt und nährt ſie den religiöſen Glanhen und Sinn des Kindes, ſchon
ehe dajjelbe den katechetiſchen Unterricht beſucht , ſie iſt eine treffliche , ja
nothwendige Vorbereitung auf dieſen ; ſpäter wirkt ſie dieſem Unterrichte
und den mit ihm zujammenhängenden frommen Uebungen mit, wiederholend
zu Hauſe und mehr und mehr eingewöhnend, was in der Schule und Kirche
gethan worden. Aber auch auf die pädagogiſche Wirkſamkeit der Eltern
übt jie den ſegensSreichſten Einſluß : der mit ſeinen Kindern betende Vater
gewinnt an Berehrung und Liebe bei dieſen : er ſteht ihnen höher , ſein
Wille wird ihnen ernſter und heiliger ; auch geben ihm die Gebetesworte
jelbſt Anlaß , bei ſeinen Ermunterungen, Rügen und Straſen verſtärkend,
bej Maße ijt der Fall bei der betenden Mutter. Endlich auch ſoll ein gott-
liebender und gottesfürdtiger Sinn in den Familien ſich von Vater auf
Sohn forterben ; wie iſt aber ſolches denkbar , es werde denn dieſer Sinn
in der häuslichen GotteSverehrung unterhalten, und dem aufblühenden Kinde
durch fie eingepflanzt.“ Man kann no< hinzufügen , daß der öffentliche
SotteSdienſt ohne den häuslichen nie leiſten kann, was er im Bunde mit
diejem leijtet. Aber wie muß der leßtere beſchaffen ſein, wenn er den an-
gedeuteten Nußen bringen joll ? Es muß darin Geſeß, Eruſt und
firhli jtimmte Zeit haben und den Kindern als etwas Unerläßliches erſcheinen.
JZ) es den Eltern da und dort nicht möglich , ihn zur feſtbeſtimmten Zeit
und gemeinjhaftlim mit den Kindern zu halten, ſo trage man den älteren
Geſchwiſtern oder ſonſt Jemanden auf, dies an ihrer Statt zu thun, da-
mit die Kinder jenen Gottesdienſt als eine heilige und unverbrüchliche Ory-
nung achten lernen. Zſt je einmal dieſe Ordnung nicht eingehalten wor-
den, jo drüde man darüber ſein tiefes Bedauern aus und ſuche das Ver-
jäumte nachzuholen. Was gebetet wird , werde mit wahrer Andacht , mit
Aufmerljamkeit , in der rechten leiblichen Haltung gebetet. Man vermeide
jede Vebereilung und jehe darauf, daß je kleiner die Kinder noch ſind, deſto
fürzer auch die Gebete ſeien. Was die Kinder beten, ſollen ſie deutlich
ausjprechen und das Kreuzzeichen ehrerbietig machen. Endlich foll ſich der
häusliche GottesSdienſt möglichſt enge an den kir jelbſt kirchlicher Art jem. Er muß mit den verſchiedenen Zeiten des Kir-
übereinſtimmen. Es dürfen keine ſelbſterdachten, ſondern nur ſolche An-
dachten jein, welche die Tradition geheiligt, die Kirc S. Magazin für Pädagogik von Haug. 1855. Heft 10-12.
Gottesfurcht, f. Fur Gotteswort, |. Gottesdienſt.
Qottlo8 heißt -- dem Wortſinne nach -- jener Menſch, welcher ſic<
prattiſc; von Gott losjagt , ſich über die göttlihen Gebote frech hinwegſeßt
und ohne Scheu vor Gott die gröbſten Verbrechen ausübt. Mit ſolchen

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