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hafteſten Antheil nahm. Hier wurden die erſten BVerjuche zur weiter«
Ausbildung der vaterländiſchen Sprache gemacht, indem Karl nicht alle
ſelbſt den Winden und Monaten die entſprechenden deutſchen Namen gc
ſatt der lateiniſchen, ſondern auch eine fränktijche Sprachlehre entwerſe
die 1mralten Lieder ſammeln und Predigten in der Volksſprache ausarbeite
ließ. 786 und 787 ließ Karl Gelehrte, Sänger und Muſiker aus Jtalie
kommen, namentlich) auch einen Lehrex ver Granmatik und einen Reche1
meiſter. 787 exließ er einen Brief an den Abt Baugulf zu Fulda, i
welchem er in8beſondere darauf drang, daß die ſich dem geiſtlichen Stand
Widmenden einen hinreichenden Sprachunterricht erhielten, einerſeits m
die heiligen Schriften zu verſtehen, andererſeit8 um ſich bejjer aus8zudrücei
An allen Cathedralen und Klöſtern ſollten Schulen errichtet werden. Dieſe
Schreiben wurde den Vorſtehern aller Klöſter des Reiches mitgetheilt. 78
wurde dieſer Befehl wiederholt und verordnet, daß in diejen Schule
Leſen, Schreiben, Rechnen, Grammatik und Singen gelehrt werde. 79:
verordnete ex, daß den Gläubigen das Vaterunjer und das Glauben3be
fkenniniß deutich gelehrt werde und daß keiner glaube, Gott dürfe nur i1
der lateiniſchen, griechiſchen oder hebräiſchen Sprache angebetet werden
802 machte ex es allen Prieſtern, Eltern und Pathen zur Nſlicht, für di
Unterweiſung der Kinder im Glauben und im Gebet des Herrn zu ſorge)
und in einem Kapitulave von 804 befahl er, daß die, welche das Gebe
des Herrn und das Glaubensbekenntniß nicht kennten, jo lange, mit Aus.
nahme des Waſſertrinkens, ſaſten müſſen, und gegeißelt werden jollten, bis
ſie beide8 gelernt hätten. Die Grafen und Sendboten ſollten darau!'
Acht geben , in8beſondere auch die Mütter dazu anhalten. Um aber dem
Chriſjtenthume , dem Karl Eingang verſchafft hatte, und nung auch Beſtand zu verſ thümer und Klöſter, namentlich Brenen , O8nabrü>, Paderborn, Minden,
Verden und Münſter, und eine Neihe der berühmteſten Schulen blühten
unter ihm auf, Dabei wurde er aber von den fränkiſchen Biſchöfen auf
das Ffräſtigſte unterſtüßt (]. d. A. Mittelalterliches Shulwejen) und es muß
deßyalb, jo hoch auc< Karls Verdienſte anzuſchlagen ſind , doch einer
doppelten irrigen Auffaſſung auf das entſchiedenſte entgegengetreten werden.
Einmal iſt Karl nicht der alleinige Schöpfer der Bildungsanſtalten ſeiner
Zeit, jondern vor und neben ihm machten ſi< auc< die Beſtrehungen
Anderer geltend (]. d. A. Dom-, Stifts- und Kloſterſchulen), und insbeſon-
dere gebührt der Kir gethan wurde, gemeinſchaftlich geſchah. Zwar hat man daraus , daß Karl
derlei Beſtimmungen in ſeinen Kapitularien niederlegte , geſolgert, dieſe
Wiederbelebung de38 wiſſenſ Zwar gelten die Kapitularien als königlihe Willen3meinung im Gegenſaß zu
den Reichsgeſeßen, welche auf einem Reichstage die Sanction erhalien-
mußten; allein der Inhalt der Kapitularien (welche ihren Namen davon er-
hielten, daß vie Geſezesſammlung in Kapitel eingetheili war) ging aus den
engeren Berathungen des Kaiſers mit den Biſchöfen und Grafen hervor.
Dann erließ die Kirche zu derſelben Zeit die gleichen und ähnliche Ver-
ordnungen auf den Provinzialſynoden. Ueberdies wird man der Kirche
wohl auch einen Antheil ſhon um deßwegen zuſchreiben müſſen, weil alle
Männer , deren ſich Karl zur Durchſezung feines Willen8 bedienen mußte
und bedienen konnte, Geiſtliche waren ; war doch Alcuin ſelbſt Benedictiner-
abt. Dann aber liegt eine zweite Täuſchung darin , wenn man Karl ein
antiromaniſ ſtändniß des Gebetes und der Predigt in der Landesſprache drang, Karl
wußte vielmehr, daß ſein Anſehen auf das innigſte mit dem Anſehen des

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