Kaxl der Große, = Katechet. 563
römiſchen Stuhles verknüpft ſei und daß der Kirc des Staates jei. Darum ſchärfte er in ſeinen Kapitularien die Beobachtung
der kirchlichen Vorſchriften auf das ſtrengſte ein. Vom römiſchen Stuhle
in3bejondere erklärte er , daß er ſelbſt ein kaum zu ertragende8 Joch von
ihm gerne und mit Ergebung tragen würde. Von Karl dem Großen ſagt
ein berühmter Geſchichtſ und die Religion diente ihm, da ex den Schoos der Kir zugleich erweiterte und jo den Grund zu Deutſchland8 Größe legte.“
Aatechet. Gigenſchaften deſſelben, Die katechetiſche Thätigkeit
iſt nicht nur ein Zweig, ſondern die Grundlage der kir keit, oder des kir Auftrage der Kirche zu verwalten, d. i. die Jugend in der zu Unterweiſen hat, löſt dieſe ſchwierige Auſgabe nur unter beſtimmten
Vorausſeßungen auf jeiner Seite. Man fordert nämlich von ihm neben
dem eifrigen Zuſammenwirken mit der göttlihen Gnade, daß ex mit allen
- jenen Eigenſchaften ausgerüſtet jei, ohne welche ſich eine gedeihliche Ver-
; waltung des beſagten Amtes nicht denken läßt. Im Allgemeinen hat
ſhon der heil. Karl Borromäus dieſe Eigenſchaften in folgende Punkte
zuſammencefaßt : Der Katechet ſoll eine Leuchte für die Unwiſſenden ſein
. ſowohl durch das Wort der Wahrheit, worin er ſie unterrichtet, als durch
das helle Beiſpiel der Erbauung, worin er vor ihnen wandelt. Lehre und
That müſſen bei ihm harmoniren, um die erleuchtende Einwirkung auf die
Jugend zu verſtärken. Da aber beides, Wort und Wandel, von der höchſten
Liebe und zur Einprägung der Liebe gefordert werden, jo muß der Ka-
techet von der Liebe zu Gott und zu den Katehumenen ganz entzündet jein;
ohne dieſe Liebe iſt ſein Unterricht ein tönendes Erz und ſein Beiſpiel eine
klingende Schelle. Zu dieſer doppelten Liebe muß der lebendige Geiſt der
Wiſſenſchaft und des Eifers hinzukommen , jenes Eifers, der nicht Mühe
und Anſtrengung ſcheut, um das katechetijyhe Amt tüchtig zu verwalten und
um mit Umſicht, Feſtigkeit und Ausdauer das Ziel der katechetiſchen Unter-
weiſung zu erreichen. Ueber dieſe Erforderniſſe ſagt Sailer: „Das
lebendige Wort und no< mehr das lebendige Beiſpiel .des Lehrers
müſſen das todte Element beleben , daß es eine lebendige Erkenntniß in den
Hörenden hervorbringen könne. Was nun mtr das lebendige Wort und
das lebendige Beiſpiel und noc< mehr der lebendige Geiſt ver Wahr-
Heit vermögen , das vermag kein KatechiSmus , das kann von keinem ge-
fordert werden. I< erinnere dies nicht ohne Urſache, denn das von allen
Seiten wiederhallende Geſchrei um einen nenen KatechiSmus beweiſt nur zu
deutlich, daß die meiſten, die mitſchreien, zu viel Gewicht auf die Form
legen , und viel zu wenig auf das lebendige Wort, auf das lebendige Bei-
ſpiel und auf den lebendigen Geiſt der Wahrheit.“ Paſt. U. S. 261. --
Im Beſondern wird von vem Katecheten verlaugt, a) daß er die nöthige
Wiſſenſ li Sinn, ft) Geſundheit und würdige körperliche Haltung, 5) endlich
eeinen mit den übrigen Lehrkräften friedlich zuſammenwirkenden Geiſt
beſiße. Was nun zuförderſt die katechetiſche Wiſſenſchaft betrifft, jo
muß der Katechet -- felbſtverſtändli< = mit dem im KatechiSmus und
der bibliſchen Gaſchichte gebotenen Lehrſtoff vertraut jein und zwar in
einer Weiſe, daß er denſelben den Kindern verſtändlich zu machen Weiß.
Seine Wiſſenſchaft iſt um fo gründlicher, je klarer er darüber zu den
Kleinen ſprechen kann. Was er gut verſieht, wird er auch Andern zum
Verſtändniſſe bringen. Sein Wiſſen muß jedoch ein detaillirtes und in ihm
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