124 Lehrmittel, -- Lehrplan und Lehrziel.
3) Die Ueberfüllung mit Lehrmitteln iſt weder für die Lehrer, noh ſür
die Schüler von Gewinn, vielmehr von großem Nachtheil. Ganz Recht hat
daher Zerrenner, wenn er verlangt, daß die Lehrmittel, deren die Kin-
der bedürfen, möglichſt vereinfac werden ſollen, und dies gilt auch von den Lehrmitteln, die für den Lehrer
Jelbſt beſtimmt ſind. 3) Jene wie dieſe müſſen von dem Lehrer, damit er
nicht einer gefährlichen Experimentirſucht verfalle, ſo ſorgfältig ausgewählt
werden, daß ſie ihrem Zwede möglichſt entſprechen. Was bloß dem Vri-
vatlehrer dienlich iſt, joll der Volfsſchullehrer nicht für ſich beanſpruchen ;
Lehrmittel, welche ſich mit Vortheil nur beim hänslichen Unterrichte an-
wenden laſſen, ſollen in einer Volksichule, wo ſich bereits hewährte Lehr-
mittel ſinden, nicht verſucht werden. 4) Es zeugt gegen ven Lehrer, wenn
er zu viel nach Lehrmitteln haſcht und den ganzen Unterrichtserfolg von
ihnen erwartet. Gs zeugt aber für ihn, für die Gründlichkeit jeines Wij-
jens und Unterrichtes, wenn er auch) mit wenigen, aber guten Lehrmitteln
jein Ziel zu erreichen weiß. 5) Ein Lehrmittel kann an ſic) zwec>mäßig
jein, wie etwa ein Gerav- oder Federhalter; für die Schule wird es aber
erſt ziweämäßig, wenn es mit Umſicht gebraucht wird; die Federnhalter,
wo man die Schreibſinger an ein metallenes Scheibhen oder in Vertiefun-
gen legt, dantit fie an die rechte Lage gewöhnt werden, ſind gewiß zweck-
mäßig; allein der Lehrer muſſ darauf achten, wann er die Schüler dieſes
Hilfsmittels zu ent wöhnen habe, wie ex denn auch ohne daſſelbe eine
richtige Federhaltung zu Stande zu bringen wiſſen wird. 6) Ex ſoll die
ver Schule gehörenden Lehrmittel ſchonlich behandeln und den Schülern
einjchärfen, auf ihre eigenen Lehrmittel forgfältig zu achten.
Lehrplan und Lehrziel. Zu den Mitteln, welche ein geordneter und er-
jolgreicher Unterricht erheiſc demſelben eine in deutlichen Zügen abgejaßte überſichtliche Darſtellung der
methodiſchen Behandlung des gejammten Lehrſtoſfes durch alle Stufen hin-
dur<, und derſelbe unterjheidet fich fonac< weſentlich von dem Stunden-
und Lektion3plan. Jm Lehrplan findet man, welche Auswahl des Unter-
richtsſtoffes getroffen und wie er für die einzelnen Klaſſen vertheilt iſt;
ferner das Verhältniß der einzelnen Theile eine3 und deſſelben Gegenſtan-
des untereinander und der verſchiedenen Lehrgegenſtände unter ſich, Um-
ſang und Ziel des Unterrichtes, Lehr- und Lernmittel. Jndem der Lehr-
plan angibt, wa3 und wie viel aus jedem Fache gelehrt und gelernt
werden muß, wird er zur unentbehrlihen Norm des Unterrichtes. Ohne
ihn, der aus feſten und bewährten Lehryrincipien hervorgegangen iſt, gibt
es nur Willkür, keine Ordnung im Unterrichte, und es geſchieht dann rein
zufällig, wenn der Unterricht ineinandergreift, oder etwas zu rechter Zeit
und am rechten Orte und in ſachgemäßer Verbindung gelehrt wird. Cine
planloſe Arbeit aber wird in ihren Erfolgen ſtets mangelhaft ſein. Daher
jagt Denzel: „Der Lehrſtoff muß für jede Klaſſe nach jährigen Kurſen
beſtimmt zugeſchnitten werden; denn ſonſt kommt bei einer ſo zahlreichen
Menge von Kindern in der That keine Ordnung in den Unterricht. Ueber-
haupt iſt hier für Alles, was man thut, eine ſtehende Norm nothwendig:
ſonſt arbeitet man in's Weite und Blaue hinein, Alles wird ſchwankend
und Unſicher, und in der Unordnung gibt es keine Methode.“ Dem Lehrer
jelbſt muß ein guter Lehrplan das größte Bedürfniß ſein, weil er ihm das
Geſchäft erleichtert. Die Schulbehörden haben daher auch längſt eingeſehen,
daß für gute Schulpläne geſorgt werden müſſe, und ſol geſ Süsktind, Geſek über die Volksſ S. 2 1, ſj. = Die erſte Frage wird nun wohl dieſe ſein: Welche

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