126 Lehyplan und Lehrziel,
Centraliſiren und Uniformiren) die Schule vor Erſtarrung unv Mechanis-
mus bewahrt. Wir müſſen e8 daher als Hauptregel bei Feſtſcehung des
UnterrichtsSzieles aufrecht halten, daß jener ſelbſtſtändigen Thätigkeit des
Zehrers, in welcher das lebensfriſche Beſtehen und Fortſchreiten der Schule
ihre Bürgſchaft ſindet, Rechnung getragen werde. 8) Daß ſich ſodaun Ziel
und Umfang nach den beſtehenden Schuleinrichtungen und Organiſationen
zu ordnen haben, dürfte von ſelbſt einleuchten. Es iſt 3. B, für ſich klar,
daß den Landſchulen in der Regel ein. engeres Ziel geſte>t werden muß,
als den Stadtſchulen ; ſo den einklaſſigen gegenüber ven mehrklaſſigen.
Hiejür ſtimmt auch Ohler (Lehrbuch der Erziehung 1. 159.), wenn er
jagt: „Daß der einklaſſigen Schule weniger zugemuthet werden kaun als
den mehrklaſſigen, und daß auch unter dieſen die Anforderungen ſich ſtei-
gern, je günſtiger die Berhältniſſe ſind, verſteht ſich wohl von ſelbſt. Bei
Auſſtellung eines allgemeinen Lehrplanes wird man veßwegen die ein-
Llajjige oder ungetheilte Shnle zu Grunde legen müſſen, uud
das, was dieſe leiſten kaun, iſt von den übrigen jedenfalls zu ſordern.
Ueberhaupt wird es bei den mehrklaſſigen Schulen nicht zunächſt auf Ex-
weiterung des Stoſſes, ſondorn auf tiefere und allſeitigeve Begründung
ankommen“. Nicht minder einleuchtend dürfte es ſein, daß ſür die bedingt
nothiwendigen Unterrichtsſtoffe nicht überall und nicht in jeder Beziehung
das gleiche: Ziel gefordert werden kann, weil vie Bedürfniſſe nicht die glei-
mag, das Zeichnen zu betreiben, als an einem andern; ähnlich bei andern
Lehrgegenſtänden. Hieraus ergibt ſih, daß neben dem allgemeinen Lehr-
plan ein beſonderer beſtehen muß, welcher auf dieſe Beſonderheiten Rück-
ſicht nimmt. <) Nach dem Ziele und Umfange richtet ſich theilweiſe auch
das jür jeden Gegenſtand anszuwerſende Zeitmaß. Uebrigens ertheill
Zerrenner in dieſer Hinſicht folgende Vorſchriften : 1) je wichtiger ein
(Gegenſtand. au und für jich (abſolut) over gerade für eine beſtimmte Bil-
dungsfinfe oder eine heſtimmte Art von Schülern iſt; 2) je mehr ein Lehr-
gegenſtand dur die Art ſeiner Behandlung auf die allgemeine Bildung
einwirkt; 3) je mehr Zeit erfordert wird, mm in einem Fache die nöthigen
Kenntniſſe und Geſchidlichfeiten zu erwerben; 4) je umſaſſender ver Lehxr-
gegenſtand iſt: deſto mehr Zeit erfordert er.“ &) Die Vertheilung des
Lehrſtojfes anf die geſammte Schulzeit muß iu methodiſcher Auſſtufung und
mit Berſcſichtigung der geiſtigen Entwi>elung erfolgen, in welche die Kin-
der im Berlauje der Jahre eintreten. Je mehrere Lehrer an einem und
demtelbon Schulcomplex zuſammenzuwirken haben, deſto weſentlicher iſt eine
exacte Vertheilung des Lehrſtoffes. Ohler ſtellt für dieſelbe (a. a. O.)
ſoigende Grundfäße auf: „1) Es iſt zunächſt dafür Sorge zu tragen, daß
jede Klaſſe dem Stoffe nach ein Ganzes befonmt; denn nur da, wo das
Find bei der Wiederholung die Ueberſicht über ein Ganzes hai, erfaßt c3
tar und ſicher anch die Theile. 2) Je kleiner die Kinder ſind, veſtv
mehr hat ſich diefes Ganze auf das Weſentlichſto, gleichſam auf deu
Kern zu beſchränfen. 3) Diejes Weſentliche uuß in jeder Klaſſe im Zu-
jammenhange wiederichren, aber ſich immer mehr entſaliten und erweitern,
je mehr die Fähigkeiten und fonſtigen Kenntniſſe der Schüler zunehmen,
Ju der Religion 3. B. ſollen (dem Geſagten zufolg2) nicht bloß die Eigen-
Ihajten Gottes und einige abgeriſſene bibliſche Geſchichten, ſondern die we-
tentlichſten Wahrheiten der ganzen Religion im Zuſammenhange den Stof
für die Elementarklaſſe bilden, Dieſe treten in ver Mitielklaſſe wieder aui,
erweitern fich aber zu einem größeren Pnfange; in der Oberklaſſe iſt dies
wieder jv, nur daß inner mehr Wahrheiten, Folgerungen, Anwendungen
in den Kreis hineingezogen werden. Jm Rechnen ſollen die Schüler in det

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