Lehrplan und Lehrziel. ; 137
varauf ausgehen ſoll, ſih dem Schüler in Landſchaftsbildern zu präſen-
tiren , 10 joll ihm die Geſchichte hauptſächlich in Charakterbildern vorgeführt
werden. €) Die Naturkunde zerfällt in Näiuageſchicqte und Naturlehre.
Es kann in erſterer Hinticht gefordert werden : Kenntniß der drei Natur-
reiche, wobei jelbſtverſtändlich weder von einer Vollſtändigkeit: noc< von
einem Syſtem die Rede jein kann; es genügt, wenn aus den einzelnen
Reichen, Klaſſen und Ordnungen diejenigen Körper ausgehoben werden,
welche als die Träger vder Repräſentanten einer größeren Gruppe oder
eines umſajjenderen Complexes erſcheinen. Da es hier nicht an Verſiun-
lichungsmitteln fehlt, jo läßt ſich das gedachte Ziel leicht erreichen. Uebrigens
iſt der naturgeſ fange I Was die Naturlehre betrifft, ſo müſſen die verſchiedenen Witterungs-
erſcheinungen erklärt werden; die Geſeße und Kräjte, auf welchen die
Pumpe, das Barometer, der Blißableiter, der Telegraph, der Dampf be-
ruht, müſſen möglichſt anſchaulich dem Verſtändniſſe der Schüler nahege-
bracht werden. Je mehr dieſex Unterricht durc< einen -- wenn auch nur
dürſtigen =- phyſikaliſchen Apparat unterſtüßbt werden kann, deſto frucht-
barer wird er jein.
9. Gejang. Skala-Uebungen nach Noten und nicht nac) Ziffern;
Verbindung der Töne zu Terzen und Sexten, und Cinübung 2- oder aud)
3ſtimmiger Geſänge. Untcr den vielen Lehrmitteln dazu zeichnen ſich aus
Waldmanns und Brauns Gejanglchre , Mayers und Preyers Liederſamme-
lungen für Fatholijhe Volksſchulen. Taß zu den Lehrmitteln das kirchlich
en Gejangbuch zu rechnen iſt, wird nicht eigen8 bemerkt werden
dürfen.
10. Zeichnen in Berbindung mit der Formenlehre, Es ſoll dem
Trieb und der Freude der Kinder am Malen in allen Schulklaſſen Nahrung
gegeben werden. Das Ziel und der Lehrgang hiefür ſind in dem Art.
„Raumlehre“ näher bezeichnet.
11. Turnen. Man hat darunter jolche Spiele zu verſtehen, durc)
wel heit und körperliche Kräftigung dienlichen Weiſe geübt werden. S. d, A.
Turnen.
12. Gedächtnißübungen. Nebſt dem KatechiSmus und deim, was
die Übrigen Unterricht8gegenſtände fordern, Kirchenlieder und poetiſche
Stücde.
Daß das Unterrichts8ziel, welches der voranſtehende Lehrplan angibt,
jür Stadtſchulen etwas weiter geſteät fein muß, wurde ſchon angedeutet.
Ebenſo verſteht es jich von ſelbſt, daß die einzeln aufgeführten Unterricht8-
gegenſtände nicht alle in beſondern Stunven behandelt zu werden brauchen ;
es können deren mehrere, beſonders mittelſt der Concentration des Unter-
richtes ſehr enge mit einander verbunden und in Einer Lektion berückſich-
tiget werden. So laſjen fich insbeſondere die Gegenſtände der Uebung
mit dem jachlichen Unterrichte verknüpfen. Wex übrigens einen genauern
Lehrplan zu erhalten wünſcht, der findet die Ausführung des durch die
Verordnung des badiſchen Miniſteriums d. IJ. vom 30. Mai 1834 feſtge-
ſeßten Lehrplanes in den Jahresberichten des Ettlinger Semimarprogramms.
Dieſer Lehrplan iſt durch Beſchluß der Gr. Oberſchulconferenz vom 16. März
1837. Nr. 74. als Normallehrplan angenommen und vertheilt den Lehrſtoff
auf fünf Klaſſen ſür die Schüler von 6--7, 7-8, 8-9, 9--11 und
11--14 Jahren und bietet ſomit ein vorgerüctercs Lehrziel. Wir ſchließen
mit der j's: „Wie in formeller Beziehung richtiges
Anjc

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