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Menſchenliebe, 279
vas Leben zu laſſen. d) Die Nächſtenliebe Jeſu war eine beſtändige
diebe. Der heil. Johannes ſagt von ihr: „Da Jeſus die Seinigen, die in
vieſer Welt waren, lieb hatte, jo kiebte er jie bis ans Ende.“ 13, 1. Keine
Trübſal konnte vas Feuer ſeiner Liebe auslöſhen, nicht Undank, nicht Ver-
fennung, nicht Beleidigung. So liebt der Chrijt ; hat ihn ein Anderer bes-
leidigt, jo hat er darum das Recht, geliebt zu werden, ſo wenig verloren,
als er aufgehört hat, ein Werk Gottes zu ſein. EZ ſteht zwar nicht immer
in unſerer Macht, jagt Pater Hillegeer, gegen unſere Beleidiger keine Ab-
neigung zu fühlen ; aber fühlen und beiſtimmen ſind zwei verſchiedene Dinge,
Die Zärtlichkeit unſerer Nächſtenliebe verliert nicht8 durc< auſjſteigende Ge-
finnungen entgegengeſeßter Art ; ſie wird dadurc< zu einem Kampfe heraus-
gefordert, der ſie läutern und ſehr verdienſtlich machen kann. &) Die Näch-
fenliebe Jeſu war eine allgemeine Liebe und gleich, einem wohlthätigen
Thau, der auf Dornen wie auf Nojen, auf den Palaſt wie auf die nied-
rige Hütte fällt. Niemand darf von der Liebe ausgeſchloſen werden, auch
nicht der Feind. Auch der Feind, auch der Samaritan iſt unjer Nächſter.
Daher ſagt Jeſus: „Liebet eure Feinde, thut Gutes denen, die euch haſſen,
und betet für die , welche euch verſolgen und verleumden.“ Matth. 5, 44.
Vom Kreuze herab hat Jeſus dieſes Gebot jelbſt noch geübt, indem er für
ſeine Peiniger betete und für ſeine Beleidiger ſtarb. Den Freund zu lieben,
Liſt nichts Großes, ſagt das Evangelium ; den Feind zu lieben, dazu gehört
j Seelenſtärke und GottesSliebe. Das Maß der Liebe aber, die wir an Freund
] und Feind üben follen, iſt in dem Gebote ausgedrü>t: „Alles, was ihr
jwollet, daß euch die Leute thun, das ſollet auch ihr ihnen
Iihun. -- 4) Hinſichtlich der Bethätigung der Nächſtenliebe und ihres
Zuſammenhanges mit andern Tugenden erinnern wir an das Wort
j des Apoſtels: „Die Liebe iſt geduldig, iſt gütig; die Liebe beneidet nicht,
j ſie handelt nicht unbeſcheiden ; ſie iſt nicht aufgeblajen, ſie iſt nicht ehrgeizig,
] ſie iſt nicht ſelbſtiſüchtig, ſie läßt ſich nicht erbittern, fie denkt nichts Arges,
j ſie freuet ſich nicht der Ungerechtigkeit, hat aber Freude an der Wahrheit ;
j ſie erträgt Alles, ſie glaubt Alles, ſie hofft alles, jie duldet Alles. Die Liebe
] hört nie auf.“ 1 Kor. 13, 4--8. Es iſt johin der Liebe eigen, alle Tugen-
den zu üben, die Fehler des Nächſten zu ertragen, ihm in feinen Nöthen
I durch die Werke der leiblichen und geiſtlihen Barmherzigkeit beizuſtehen und
j ihn durch einen guten Wandel zu erbauen. In dieſer Bethätigung der
j] Nächſtenliebe gibt es eine gewiſſe Ordnung, vie ſich theils nach dem Grade
| der Hilf8bedürftigkeit (äußerſte, ſc j den engern Beziehungen (Verwandtſchaft, Neligion, Vaterland 2c.) richtet,
1 in welhen wir zu den Nothleidenden ſtehen. Der größeren Noth iſt vor
der geringeren abzuhelfen, den eigenen Angehörigen und Glaubensgenojjen
' 1. bei gleicher Noth -- vor den Fremden und Andersglänbigen. -- Die
'1Shuljugend muß ernſtlich zur Bethätigung der Nächſtenliebe
14 angehalten werden. Man ſoll die Kinder vermögen, daß fie gegen
einander freundlich , dienſtgefällig und ſchonend ſich betragen; man ſoll ſie
in die Lage verſeßzen, gegen Arme und Nothleidende mildthätig zu jein; man
| foll ſie, um ihr Mitgefühl zu pflegen, zu den Kranken führen, ſie mittheil-
| jam madchen, und ſie das Seelenvergnügen fühlen laſſen, welches darin liegt,
|] wenn man nichts genießen und haben kann, ohne Anderen davon mitzuthei-
“I len. Münch (Univerſal-Lexikon) macht auch d en Vorſchlag, daß Kinder,
zumal vermöglicher Eltern, in deren Häuſern Noth und Mangel unbekannte
Dinge ſind, hie und da abſichtlich in ſolhe Umſtände oder in eine Lage
j verſezt werden, in der ſie empfinden, wie wehe der Hunger oder Durſt thut,
] oder daß es die Eltern darauf anlegen, die Kinder ein anderes Ungemach
] erfahren zu laſſen und hiedurch kennen zu lernen, 3. B. drüdende Hiße,

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