338 Muſik. -- Mutiren.
Phrajen yder nur noch durch eminente Fingerfertigkeit einen ſchnell vorüber-
gehenden Knalleffekt erregen; während die Tonſchöpfungen der claſſiſchen
und romantiſchen Schule, je öfter man ſie hört, deſto mehr erquicken und
bezaubern, eben weil ſie nicht bloß Phraſen, ſondern einen wirklichen kern-
geſunden Inhalt haben! Wohl hat man die abſchüſſige Bahn erkannt,
auf die man gerieth und iſt auch eiſrig bemüht , ſim in den muſikaliſchen
Lehranſtalten wieder auf einen beſſern Boven zu ſtellen.
E3 iſt dieſes auc) in unſern Bilvungsanſtalten für Volksſhullehrer,
welche von den Strömungen dieſer Nichtung beeinflußt werden, ſehr zu
wünſ eine ſorgfältige. AuSwahl des Uebungsſtoffes theilweiſe geboten. Am beſten
dürfte jedom dieſer Zwei erreicht werden, wenn man derartige Tonſtücke
zergliedert und fie in ihrer nackten Armſeligkeit darſtellt. Der Einfluß
einer jolhen Wendung zum Beſſern kann auf Geſ ſür claſſiſche
Muſik in und außer der Kirc Streben durc< die billigen Ausgaben claſſiſ in Stuttgart und Holle in Wolſenbüttel. Daß es für die Lehrer von -
großem Werthe iſt, ſich in der Muſik fortzubilden, liegt auf der Hand! |
Al3 Mittel dazu möchten wir ). g. muſikaliſche Conſerenzen em:
pfehlen, wie jie da und dort in Württemberg gehalten werden, auch muſika- -
lijſ m».
leiht einrichten laſſen.
Muſikhor, |. die Artikel Cantor und Geſang.
Mutiren. Ueber die Frage ves Mutirens kann erſt dann entſchieden
werden, wenn man ſich über die anatomiſche und teleologiſ des Hautorganus klax geworden iſt, weßhalb über dieſes leßtere das
Wejentlichſte hier folgt. = Die Haut, welche die ganze Oberfläche des
Förpers bedet , erſcheint als ein aus dichtem Zellſtoff gebildetes Ge:
webe, das birgſam, elaſtiſch und großer Ausdehnung fähig iſt. Die Hau!
jelbjt wird in die Oberhaut (Lpidermis) und in die Lederhaut (corimm)
getheilt ; zwiſchen beiden liegt das |. g. Malpuphiſche Schleinmeß, das man
zur Oberhaut rechnet, und der Warzenkörper, der zunächſt mit der Leder-
haut verbunden iſt, Die Lederhaut wird auch Fell (cutis) und Gefäßhaut
genannt, ijt did und zähe und kann bei Erwachſenen großen Widerſtand
leiſten, bei Kindern aber iſt ſie loderer , weicher und weniger derb , ſonach
Ichädlichen Einflüſſen leichter ausgeſeßt. Sie beſteht vorzugsweiſe aus ver-
flo faſern, was ihre Stärke ausmacht. Je mehr ſie ſich ver äußern Peripherie
des Körpers nähert, deſto dichter und feſter wird ſie. Zhre Oeffnungen
nach Außen nennt man Poren. Zuvem beſißt vie Lederhaut eine Menge
Capillargeſäße und Nerven. Die äußere Fläche der Lederhaut übergeht
in jene etwas verhärtete Maſſe, welhe man die epidermis oder Oberhaut
beißt. Sie üÜüberde>t die ganze Fläche des Körpers und iſt gefäß- und
nervenlo38. Sie wird dier an ſolchen Siellen, welche einem häufigen und
ſtarken Drucke ausgeſeßt ſind, wie etwa vie Fußſohlen oder die Handteller.
-- Die Haut bildet gleichſam die Grenzſcheide zwiſchen dem organiſchen
und unorganiſchen Naturgebiete ; ſie wird von jenem wie von dieſem un-
auſhörlich berührt und ſteht daher mit beiden in beſtändiger Verbindung,
und wird durc< ihre phyſiologiſchen Functionen zu einem ſehr wichtigen
Vrgane. Der Umſtand, daß die Lederhaut mit jenen nervoſen Warzen:
körpern verbunden iſt, die ſie zum Site des Taſtſinnes machen, ſowie der
weitere Umſtand, daß in dex Lederhaut die Talgdrüſen liegen (welche die

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