Nachſprechenlaſſen. = 3659
- wirkt, je zarter dieſes iſt.“ (Einleitung in die Erziehungs- und Unterrichtslehre.
1. Thl.) In der früheren Zeit war das Taktloſen nud Taktſprechen
: Jehr in Uebung, Selbſt Peſtalozzi machte davon noch vielfach Gebrauch. Ter
- Schlend rian hatte ſic< aber ſchon früher eingeſchlichen und man wendete
-. gegen jolches Chorleſen und Sprechen ein: a) es erzeuge einen unnatürlichen,
- widrigen Schulton; b) es ſchläfere die Schüler ein und mache ſie gedanken-
- 108; 6) es ertödte die Selbſtthätigkeit der Schüler ; d) der Lehrer könne
nicht finterſcheiden , wer gut oder ſchlecht ſpreche oder leſe. Es war gewiß
'. manicher dieſer Vorwürfe gegründet, indeſſen kömmt doch Alles darauf an,
- wie man Etwas treibt. Wenn Niemeyer (Grundſäße der Erziehung und
- des Unterrichts, 111. Thl.) ſagt, „um des Mißbrauc - Vortheile nicht überſehen,“ ſv hat er gewiß recht, und wir glauben , daß
: das Taltleſen und Taktſprechen von ganzen Schülerabtheilungen zu
| empfehlen ſei, wenn man nicht zu oft und mit gehöriger Sorgfalt
' und Umſicht von Seite des Lehrer8 Gebrau< davon macht. Dieſe
- Manier beſchäftigt viele Kinder auf einmal, reißt Manche aus der Zer-
ſtreuung zurüä und nöthigt zur Aufmerkſamkeit. (S. auch Nebe, „der
- Squllehrerberuf.“) Der Einſörmigkeit dieſer Uebung kann auch dadurch
- vorgebeugt werden, daß der Lehrer die Kinder einzeln aufruft und ſie
wiederholend zuſammenfaſſen läßt, was vorher in mehreren Säßen vor-
- und nachgeſprochen wurde. Ebenſo kann der Lehrer Fragen an die Kinder
| einfügen. Ueberhaupt ſind wir mit Sch waxrz (|. deſſen Lehrbuch der
| Pädagogik und der Didaktik, S, 170.) einverſtanden, wenn er ſagt, daß
der Schüler mehr ſprechen müſſe, als der Lehrer. -- Man ſieht hieraus,
- daß die Lehrform des Nachſyrec ' kann. 3) Bei dem Vorzeigen von Dingen darf der Lehrer nicht
eilfertig und oberflählie verfahren. Die genaue Anſ - und der deutliche Begriff erfordern, daß alle Merkmale, die an einem
- Gegenjtande wahrzunehmen ſind, vor die Sinne ver Kinder ge-
bracht werden müſſten. Dazu gehört aber eben Zeit. Erſt wenn
. ein Gegenſtand genau zur Erkenntniß gebracht iſt, geht man zum nächſten
: Gegenſtande über, und man verfährt al8dann mit derſelben Beharrlichkeit
und Genauigkeit. Ueber die verſchiedenen Anſchauungs- und Verſinnlihungs-
mittel |). den Art. Anſhauungsvermögen 2. S. 80. Die Anſchau-
ungsmittel für den früheſten Unterricht ſind Bil der. Nicht ſelten ſind
dieſelben jehr complicirt und dann mehr geeignet, den kindlichen Geiſt zu
zerſtreuen, als ihn zu feſſeln. Es iſt daher gute Auswahl zu treffen. (S.
auc) Niemeyer, „Grundſäße der Erziehung und des Unterrichts 2c. [. und
DI. TIhl.) Beim Rechnen bediente ſih Peſtalozzi vornehmlich der
' Striche. (S. deſſen Einh eiten- und Bruchtabelle u.ſ.w.) Graſer
| hielt die Fenſterſcheiben für ein beſſeres Verſinnlihungsmittel. (Ele-
mentarjichule für's Leben.) Gräfe (Grundſätze des Rechnungsunterrichts.
1. Theil.) hält für nöthig, ſich mehr erer zählbaren Dinge zu bedienen. --
Bei der Brudlehre iſt amn Dingen, die man vor den Augen der Kinder
. und gejprächsweiſe mit ihnen zertheilt, die Entſtehung der Brüche
zu zeigen. -- Die Bruchtabelle des Peſtalozzi benüßt man daher am
Beſten, wenn man ſie erſt nach und nach vor den Angen der Schüler ent-
ſtehen läßt. Man überſchäßt den Werth der complicirten Rechnungs-
maſchinen, -- Fär den mineralogiſ „Mineral- und Pflanzenſammlungen mehr als Bilder zu empfehlen: Für
den zovlogiſchen - Unterricht ſtehen wohl die Abbilvungen am leichteſten
- zu Gebot; indeſſen bietet das Leben vielfach Gelegenheit, den Kindern
:bebendige Anſchauungen zu verſchaffen. Daß auch für die übrigen
Theile des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts ein einfacher, guter

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