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wohner war reformiri, allein in der neueſten Zeit haben vie Katholiken ſich
Neigungen, böſe. ==“ Niederlande, 4.97
oben ſhon vorgetragen. 5) Da bei böſen Neigungen wegen ihres oft ver-
- deten Entwiälungsganges auch das Unſcheinbare nicht gering anzuſchlagen
. iſt, 10 wolle es der Erzieher damit genau nehmen, erwägend, daß eine in
Ihrer Stärke ziemlich vorangeſchrittene böſe Neigung ſchwer mehr zu bewäl-
tigen ift. 6) Es liegen viele Erfahrungen varüber vor, vaß gar ſo ſtille,
: in ſich gekehrte Schüler an ſtarken Anſäßen zu böſen Neigungen leiden ; ſie
: | werden alſo jedenfalls die beſondere Auſmerkfamkeit des Lehrers anf fich
:) ziehen. 7) Zſt eine böje Neigung bereits weit vorangeſchritien, dann braucht
es großen Ernſt und eben jo große Vorſicht, ihr eine edle Neigung zu ſub-
- ſtituiren, oder fie in eine gute umzuwandeln. Vemerkt mant z. B, au einem
4 Mädchen die Neigung zur Gefalljucht, die jo gefährlich werden kann, vann
4 wird man ihm auf Grund des Triebes, Andern zu gefallen, ein Object uud
Motive hingeben mühßſen , deren Annahme es in den Stand feht, in einem
höhern Sinne wohlgefällig zu werden. Damit iſt dann die böte Neigung
yerdrängt und eine gute an deren Stelle gejehi? 8) Man ertödtet ireilich
alle böſen Neigungen im Keime, oder vielmehr: iman entzieht ihm.n allen
Boden, wenn man da, wo die Erziehung beginni, gute Neigungeit zu
- pflanzen jucht. Dies Geſchäft iſt aber von dem der Abwehr oder Heilung
böſer Neigungen ganz verſchieden und kann in der von Bene>e aufgeſtellten
: Orvnung vor ſich gehen, nur muß ſeinen Rubriken noc< eine dreizehnte,
- nämlich die der religivjen Neigungen hinzugefügt werden. Wie uun
die Pflege ver einzelnen guten Neigungen zu erfolgen habe, iſt in den be-
- treffenden Artikeln nachzuſuchen; die allgemeine Anweiſung dazu findet ſich
in den Artifeln : Gefühl, Gefühlsvermögen und Tugend,
Niederlande. Das Königreich der Niederlande oder Hollaud hat nad
ver YoSreißung von Belgien nom einen Umfang von 641 Quadra(meiien,
von welchen das Großherzogihum Luxemburg mit 47 und Limburg mii 40
- Quadratmeilen zum deutſchen Bunde gehören. Es zerfällt in 72 Provinzen :
Nord-Holland, Süd: Holland , Seeland , Brabant, Utrecht, Gelveru , Over-
- Yſjel, Lrenihe, Gröningen, FriesSland, Luxemburg, Limtura. Diete zwölf
Provinzen waren 1859 von 3,348,747 Seelen bewohnt, von venen 1,164,142
Katholiken, 600,600 in. zwei Secten gefpaltene Lutheraner, 38,000 Menno-
- niten, 42,000 Separatiſten, 5000 Remonſtranten und viele Juden ſind, von
- denen in Amſtervam allein 26,000 wohnen. Die größere Zahl der Ein-
-*
jo vermehrt, daß es ebenſo viel Katholiken wie Reformirie gibt. Die“ ge-
genwärtige Bevölkerung veirägi 35'/. Millionen. Diefe Einwohner ſind aun<
ihrer Abſtammung nach getrennt. In den vormaligen 7 vereinigten Pro-
vinzen wohnen die Holländer, die Frieſen in Friesland und auf den Jnſeln,
in Nordbrabani die Flamänver, in Limburg und Luxomburg Wallonen umd
Deuti die Niederlande gebracht, der im achten Jahrhundert die Kirche vonUireh!
gründete, welches im zwölſten Jahrhundert fünf ausgezeichnets Schulen
hatte, Mehr als in einem andern Lande fanden in Holland die ſtädtiſchen
Schreib unv Rechenſchiulen Anfnahme, und wir finden ſolche in- Dortrecht
1290, Graveſand 1322, Leyven 1324, Rotterdam 1328, Delft 1334, Anmſter-
cam 1334, Harlem 1389, Alkmaar 1398, Hoorn 1358, Haag 1393, Schie-
dam 1394, Notterdam 1402. Dieſe Schulen hießen Schvol en Schryfam:
bacht, Schoole en Koſtern (Schul: und Schreibhanvwert, Schule und Küſterei).
Die Scoolmy ſier3 wurden zu den Ambach(s Lieden over Hand:
»werksleuten gerechnet, welche eigene Zünſte bvildeten. Der Ausdru> Shvoole
en Koſtern deutet darauf hin, daß die Schule keine3wogs von der Kirche
getrennt war. Die Brüder des gemeinſamen Lebens (ſi, d., A.)

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