438 Nieverlanve. == Niederöſterreich,
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wußte, was ein Germanismus fei. (Allg. deut. Lehrerzeitung. 1865. Nr, 6
So ſchlecht ſind die Vorbereitungsichulen. Was das Schulweſen der Kc
tholiken in Holland betrifft, [ov verſteht es ſich von ſelbſt, daß daſſelbe i
ſrüheren Jahren in dem allgemeinen Schulweſen auſging. Allein in dei
Kampfe der Katholiken mit vem ProteſtantiSmus wurde auc< die Schul
nicht vergeſſen und es wurden ungemeine Anſtrengungen gemacht, eigen
Schulen zu gründen. Der Biſchof von Roermonde verband, nach belgiſchen
Beiſpiele, mit der großen Erziehungsanſtalt in der Abtei Roldik (Herzogen
rath), welche ein Prieſterfeminar und eine Mittelichule umfaßt, auch ei
Lehrerjeminar , welches 30 Zöglinge aufnimmt. Allein es ſind noch z1
wenige Nachrichten über dcs katholiſ um demſelben einen eigenen Abſchnitt widmen zu können. Großen Einfluſf
auf das katholiſche Schulweſen ſben die religiöſen Genoſſenjhaften aus
Als Napoleon 1810 die Nirderlande Frankreich einverleibte, beſtanden num
15 Klöſter, die im Jahre 1812 bis auf 2 unterdrüät wurden. Seit 1830
aber leben fie wieder auf und 18632 zählte man 39 Mannsldſter mit 815
und 137 Frauenklöſter mit 2188 Mitgliedern. Unter den männlichen Ge-
noſſenſchaften ſind auch vie Brüder des weiblichen die Urſülinerinnen von Tildok und die Schweſtern von der Liebe
zu Tilburg, welche ſich mit dem Unterrichte beſchäftigen und Über ganz
Holland verbreitet ſind. Daß dieſes von Seite der Proteſtanten jehr un:
liebjam gejehen wird, läßt ſich begreifen. Da man aber direct die Katho-
lifen nicht angreien darf, jo beginnt man den Kampf indirect, Man greiſt
nämlich die Privatſchulen an, indem man nach Schulzwang und Aufhebung
des Schulgeldes ruft. Auch hereiten die Schulinſpectoren den Privatſchulen
bereits mannigfache Verlegenheit. Die Kirche hat aljv alle Urjache, auf
der Hut zu fein.
Riederöfferreim, Bekanntlich iſt das Erzherzogihum Oeſterreich im Jahr
1849 in die drei Kronlänver : Oeſterreich) ob der Enns, Deſterreich unier
der Enns und in das Herzvogihum Salzburg vingetheilt worden. Deſter-
reich unter der Enns oder Niederöſterreich iſt in die vier Kreije Wiener-
Nouſtadt , St. Pölien, Krems und Kornneuburg geſchieden, und beſißt auf
einem Flähenraume von 360,08 [] Meilen 1,681,697. Seelen (nach der
Zählung von 1857). Die kaiſerliche Reſidenzſtadt Wien, zugleic<ß die Reichs-
hauptſiadt und dieſem Kronlanve angehörig, ſollte hier auch berührt werden,
doc erfordert es die ganze Entwiälung und Wichtigkeit des dortigen Sc weſens, daß ihm ein eigener Artikel gewidmet werde (ſf. d. A. Wien). Die
vortigen Schulzuſtände zu beſchreiben, wie ſie vor der Reformation oder
vor der Zeil Maria Thereſia's beſchaffen waren, würde uns zu weit ſühren ;
wir begnügen uns daber, zu bemerken, daß es in Niederöſterreich beim
Beginn des vorigen Jahrhunderis zwar nicht an Sculen fehlte, daß ſie
ſic) aber in einem Zuſiande befanden, welcher dem ihres Nichtvorhanden-
jeins faſt gleichzuſtellen war. Als aber gegen die Mitte des lehtgedachten
Johrhunder:s die neuen Schulverbeſjerungen auftauchten, Shulkfomimijſionen
eingeteßt , Normoiſchulen errichtet, Lehrbücher beigebracht und Mittel für
ESdqchulzwec» aufgebracht witrden, da gewann das Schulweſen Niederöſterreichs
bald eine andere G-ſtalt. Den erfolgreichen Anſtoß dazu gaben die Vor-
ſchläge, welche Meßmer (ſ. d. A.) zur Verbeſſerung des einheimiſchen
Sculwejens machte, und welche zur Folge hatten, daß die Kaijerin. im
Mai 1770 die Niederſeßzung einer eigenen Schulkommiſſion für Niederöſter-
reich unter dem Vorſiße des Vice-Statthalters Grafen von Lanthieri an:
prdnete, als deren Mitglieder die Regierungsräthe Konſtantin Alexander

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