524 Oxt8 - Schulauſſicht, =- Overberg.
trag zu bringen und überhaupt dahin zu wirken, daß auch die materiellen Be-
dürfniſſe der ſeiner unmittelbaren Auffic geſtellt und in feiner Weiſe geſchmälert werden. €. Ex hat darüber zu wachen,
daß das Schulhaus ſammt der Sculeinrichtung vor jeder vermeidlichen Be:
ſchädigung geſichert und reinlich gehalten werde. In ökonomiſchen Angelegen»
heiten hat ſich der Seelſorger in der Regel an den Schul-Bezirksaufjeher und
nur, wenn Gefahr am Verzuge iſt, unmittelbar an die politiſche Bezirksbehörde
zu wenden. d. Die zum feelſorgerlichen Amte gehörigen Sculacten hat
er zu ordnen, und abgeſondert in dem Pſarrarchive aufzubewahren,
Streitigkeiten der Lehrer unter ſich over mit den Gemeinden, oder ein-
zelnen Eltern ſoll der Seelſorger möglichſt hintanzuhalten juchen und,
wenn er ſolche im gütlichen Wege beizulegen nicht vermag, die Anzeige an
ven Sc Eltexn und Gemeinden Für das Intereſſe der Schulen zu gewinnen. Er
wird dafür ſorgen, daß das Schuljahr in einer feierlichen Weiſe begonnen
und geſchloſſen werde. Dieſelben Pflichten hat er bezüglich der Wieder-
holungsſhulen zu exfüllen. Bei ſeinem ganzen Wirken muß ſich übrigens
der Seelſorger gegenwärtig halten, daß in ſeinem Schulamte keine äußeren
Zwangsmittel liegen. Allies, was er daher leiſten kann, beſteht im Lehren,
Ermuntern, Ermahnen und Zurechtweiſen. Wo dieje Mitiel nicht ausreichen,
hat ex die Sache den vorgeſezten Behörden zur Kenntniß zu bringen. --
Auch der Geſchäftskreis der weltlichen Schulauſjeher iſt umſtändlich
regulirt. Es iſt nämlich für jede Ort3- und Pfarrjhule ein weltlicher
Orts - Schulauſſeher beſtellt, der im Namen der Gemeinde die Aufſicht über
die Schulen führt und aus der Mitte der Bürgerſchaft gewählt wird, Er
fungirt als Vermittler in allen Vorfällen zwiſchen der Schule und der
Gemeinde. Seine Wahl erfolgt im Einverſtänduiſſe mit dem Seelſorger,
der das Recht, Jemand auszuſchließen, hat. Die Wahl bedarf höherer
Beſtätigung. Der Schulaufſeher ſoll die Schule und den Lehrer beobachten,
und alle wahrgenommenen Gobrechen zur Kenntniß des Seeljorgers , als
des unmittelbaren Schulvorſtandes, bringen, den er in dem gejammten
vorbeſchriebenen Geſchäftskreiſe unterſtüßt. Wir können uns daher der
Mühe überheben, ſeine Obliegenheiten ſpeciell aufzuführen. Sie ſind in
Helſer's „öſterr. Volk8ſchule“, Bd. 117. 88. 733--891. umſtändlich hbeſchrie-
* pen. -- Dieſe Einrichtung dürfte Manchem zu einfach erjheinen, wenn ihnen
nicht bemerkt wird, daß der Gemeindevorſtand einen gemeſjenen Antheil
an der Behandlung der Orts - Shulangelegenheiten nimmt. Derjelbe hat
ven Orts-Shulauſſeher nicht nur bei dem, was er Gutes und Nüßliches
ſür die Bildung und Erziehung der Jugend in Antrag bringt, mit ſeinem
Beiſtande zu unterſtüßen, ſondern ihn auch, wo es Noth thut, mit ſeinem
Anſehen gegen Unbilden und bös8willige Angriſſe zu beſchüßen. Jusbejondere
hat er die äußeren und ökonomiſchen Verhäitnijje der Schule zum Gegen:
ſtande ſeiner Obhut zu machen. Was bei dieſer Einrichtung allein vermißt
wird, iſt das collegialiſche Zuſammenwirken des Seeljorgers, Shulaufjehers
wid Gemeindevorſitandes zur Berathuing der Schulangelegenheiten. Auch
fehlt die Betheiligung und Beiziehung des Lehrers bei diejen Berathungen,.
Overberg, Bernard, „der Lehrer der Lehrer“, wie ihn billig die
Grabſchrift ſeiner Freunde nennt, iſt eine jener wunderbaren Erſcheinungen,
deren treues aufopferndes Walten nur in der Tieſe der riſtlichen Charitas
ihre Erklärung ſindet. Ex wurde im Os3nabrüc>k'ſchen, in Hö>el, einer kleinen
Bauerſchaft der Pfarrei Voltlage am 1. Mai 1754 geboren. Seine Eltern
waren ehrliche Krämersleute. Des „Krämers Bernd“, wie man den
Knaben hieß, war ſ

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