Piariſten. -= Platon, 613
verjertigten Elementorbücher in allen öſterreichiſchen Schulen eingeführt wer-
den jollen. Ju unſerer Zeit, in zvelcher die Kirc Volks8unterricht, den man ihr entreiſſen will, ſich zueignen muß, dürfte es
jich empfehlen, dieſem Orden wieder mehr Aufmerkſamkeit zuzuwenden. -Die
Nachrichten über“ die Piariſien ſind übrigens ſehr dürftig und ungenügend.
Vgl. Helyot, Geſchichte der Kloſier= und Ritterorden. Bd, 1V, Fehr, Ge-
ſchichie der MönchSorven, 11. 51, welche jedoch gauz auf vem ſtatiſtiſchen Werke
| ves P. Karl vom heiligen Aloyſius beruht.
Pietiſtiſche Erziehung, 1. Francke,
Pläße der Schulfinder, |. Certixen,
Platon. Der „akademiſche Schwan /“ von dem Sokrates geträumt
und in deſſen Mund vei ſeiner Geburt Bienen ihren Honig gelegt haben ſollen,
um die Süßigkeit der Nedo anzudeuten, die ſpäter ſeine Zuhörer feſſelte, wurde
429 v. Chr. zu Athen geboren. Eigentlich ſoll er Aviſtocles geheißen und
den Namen Platon erſt von ſeinem Lehrer wegen ſeiner breiten Stirne oder
ß ſeiner breiten Bruſt erhalten haben, Sein Vater Ariſto rühmte ſich, von Kad-
Z mus und Kodrus abzuſtammen und ſeine Mutter Perictione war mit
Solon verwandt. Seine Jünzlingsjahre verbrachte er mit den gewöhnlichen
I Beſchäftigungen der atheniſchen Jugend; er trat in den öffentlichen Spielen
als Wettkämpfer auf und ſoll einen Sieg davon getragen haben, auch dichtete
er Tragödien, Mit 20 Jahren wurde er Sokrates Schüler und blieb acht
Jahre bei ihm, bis zu deſſen Tode , dem er jedoch , dur< Krankheit verhindert,
nicht beiwohnte, Wäre Sokrates zu- einer Geldbuße verurtheilt worden , ſo
hätte er diejelbe bezahlt, da ſeine VermögenSumſtände es erlaubten. Nach
jeines Meiſters Tode machte er große Reiſen und hielt ſich lauge in Sicilien
am Hofe des Tyrannen Dionyſius auf. Ein Delhandel, den er auf Sicilien trieb,
ſoll ihm beträchtliche Mittel v. rſchafft haben. Er kehrte jedoch, vierzig „Fahre alt,
nach Athen zurüc& und wurde der Stifter der wichtigſten philoſophiſchen Schule,
der akademiſchen, ſo genannt von der Akademie (ſ. d. A.), wo er ſeine Schüler
um fich verſammelte, Er ſtarb in ſeinem 82. Jahre, dreierlei Dinge fich rvüh-
mend, daß er ein Menſc7 und kein Thier, ein Grieche und kein Barbar und zu
Sokrates Zeiten geboren worden ſei. Das Alterthmu gab ihm den Beinamen
„des Göttlichen.“ Er iſt der einzige Schüler , der des Sokrates Lehre ganz in
ſich auſnahm und geiſtig erweitert wieder gab, wie ihm denn auch am beſten
gelang, die mündliche Methode des Sokrates ſchriftlich darzuſicllen. Unter dem
Namen Platon's find 41 Dialoge, 13 Briefe und eine Sammlung philofophiſcher
Definitionen auf uns gekommen, voch ſind nur die Dialoge unbeſtritten ächt, Bis
auf Platon beruhte die Philofophie auf zwei Syſtemen, auf dem iraditionellen,
yofitiven und dem rationellen, ſpeenlativon. Das erſtere Syſtem war das des
Pythagoras (f. d. A.), zum letztern bekannte ſich Thales oder die joniſche Schule,
welche die Verſtandesthätigkoit zur einzigen Grundlage dor Wiſſenſchaft machte.
Anaxagoras ſchon neigte ſich zur Verichmelzung der traditionellen mit der va-
tionellen Philojophie , Sokrates verkündete und Platon vollendete dieſe Ver-
- Ihmelzung. |
Was nun das Syſtem Platon's im Allgemeinen anbelangt, ſo haben wir
„nur die Wahl, es ſehr kurz zuſammen zu faſſen oder es ſehr weitläufig aus-
einander zu legen, da es einen Mittelweg wohl ſchwerlich geben dürfte. Um
nun den pädagogiſchen Anſichten auch Aufmerkſamkeit ſchenken zu können,
führen wir das Syſtem nur in kurzen Umriſſen vor, wozu wir um ſo mehr
verechtigt ſind, als auch die Anſichten über ven Menſchen und deſſen Erziehung
uns einen Bli in ſeine Geſammtlehre werfen laſſen. Wie bei Sokrates, ſo

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