2eben, Firchliches, -- Lebensbeſchreibungen. 83
Weije, denn der öffentliche Gottesdienſt iſt entweder ein öffentlich-
gemeinjamer oder ein öffentlich-individneller (vereinzelter) und
der Privatgottesdienſt iſt ebenjals entweder ein gemeinſamer oder ein
indivivnelier.
Der öffentliche, gemeinſ das Gebet in der Schule und in der Kirc Meßopfer, jowie bei den verſchiedenen Anläſſen, 3. B. Prozeſſionen, Be-
grähniſſen 26, Es gehört ferner dazu die Anhörung ves göttlichen Wortes in
Predigt und Chriſtenlehre, ſowie die gemeinſchaftliche Feier der kirchlichen
Gebräuche. Der öffentliche individuelle Gottes dienſt begreift in
ſich den Empfang der heiligen Sakramente und das öffentliche Bekenntniß
des Glaubens, und zwar jowohl das poſitive, welches in der Ehrer-
bietung gegen die Geheinmiſſe und die Wahrheiten der Kirche als das
negative, das in der Abwehr der Angriffe auf dieſelben beſteht.
Der gemeinj andac der Menjh jelbſtthätig beitragen kann, das Reich Gottes in ſeinem inneren
Leben zu feſtigen und Gnade vom Herrn zu empfangen, alfo vorzüglich
das Gebet und die Erwe>ung der göttlichen Tugenden und anderer Acte
innerer Frömmigkeit, das Leſen guter Bücher 2x. Es iſt alſo dies ein
jehr umfaſſendes Gebiet, welches wir in ſeine einzelnen Theile zerlegen und
gejondert behandeln mußten. Man vergleiche daher die Artikel: Andacht,
Abendmahlsfeier der Kinder, Beichten der Kinder, Erbauung,
Frömmigteit, Gebet, Gott, Gottesdienſt, Kinderſeelſorge,
Religionsöunterricht. Dazu: Hirſ d: 228-238, Deßelben : Katechetik. 8. 109. Berthes: die Elementar-
jildungslehre in Fragen und Antworten. 2, Auflage, Mainz 1862. S. 148.
Ohler, Lehrbuch der Erziehung und des Unterrichts. 8. 139-156.
A. Pfiſter Kinderlegende , f. Legende.
Lebenöbeſchreibungen. Als pädagogiſches Bildungsmittel ſind die Le-
bensSbejhreibungen von einem doppelten Standpunkie aus zu betrachten.
Cinmal bilden ſie die Grundlage des Geſhicht8unterrichte8; denn
es iſt in der Volksſchule jedenfalls unmöglich, dieſen Unterricht in einer prag-
matiſchen Ueberſicht zu geben und ihn anders zu ertheilen , denn anknüpfend
an die Lebensgeſchichte großer Männer. Aber auch in der erweiterten
Yolksſchule und in höheren Bürgerſchnlen werden die Früchte des Ge-
jhichtsunterrichts ſehr dürftig ſein, wenn nicht die einzelnen Perſönlichkeiten,
welche die Träger der Geſchichte ſind, ganz ſcharf hervortreten. Dann aber
dienen die Biographien hauptſächlich zur Charakterbildung und es
dürfte wohl nichts tieferen Einfluß auf den durch die Phantaſie beſtimmten
Willen ausüben, als die Thaten großer Männer und die aus dem Ge-
müthe dargeſtellten Beweggründe dieſer Thaten, der Jugend in geeigneter
Erzählung vorgetragen. Allein es handelt ſich hier um etwelc nijje, die ſcharf in das Auge zu fäſſen ſind. Einmal iſt eine Gef < i >-
lichteit, zu erzählen, dazu unbedingt nothwendig. Auf dieſen Punkt haben
wir ſchon in dem Artikel: Bibliſche Geſchichte aufmerkſam gemacht,
und es jollte in den Prieſter- und Scullehrerſeminarien auf den freien
Vortrag einzelner Geſchichten weit mehr Gewicht gelegt werden. Dann
handelt es ſich darum, daß die Charaktere wahrheit3getreu geſchildert
werden, und daß nicht einzelne Perſönlichkeiten au8gebeutet werden, um
ſchiefe und irrige Anſichten beizubringen. Schief und irrig ſind aber in
»der Regel alle Lieblingsanſichten, weil ſie faſt immer auf Vorur-
theilen beruhen. Es ſoll deßhalb der Lehrer vor Allem ſich ſelbſt in die
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