954 Schmid, Chriſtoph. -- Schönheitsſinn, Pflege deſſelben.
injpector. 1815 exhielt er die Pfarrei Oherſtadion in Württemberg. Weitere
Ruje als Profeſſor der Moral in Tübingen und als Regens des Clerical-
jeminars in Nottenburg wies Schmid ebenfalls ab. 1826 wurde er zUu
Domcapitular in Augsburg ernannt und bekleidete zugleich die Function
eines Kreisſcholar Irden der bayeriſchen Krone, mit welchem -der perſönliche Adel vex-
bunden iſt. 1841 feierte ex in ſeiner Vaterſtadt Dinkel8bühl jein fünfzig:
jähriges Prieſterjubiläum und 1847 feierte die Stadt Aug8burg den acht-
zigſten Gehurtstag des edeln Kinderſreundes, welcher als ein noch rüſtiger
Greis in ihrer Mitte lebte. 1848 beſchenkte ihn die Univerſität Prag mit
der Würde eines Doctors der Theologie und 1850 erhielt derſelbe das
Gomthurkreuz des Verdienſtordens des heiligen Michael. Am 3. September
1854 jiarb ex an der Cholera, Uebey jeine Jugendſchriften etwas zu ſagen,
wäre überſlüſſig ; in unzähligen Exemplaren befinden ſie ſich in Aller Händen.
Namentlich haben die Nachdruer der ehrſamen Stadt Reutlingen für ſich
und um die Jugend große Verdienſte dur< die Verbreitung derſelben ex-
vorben. 1840-1846 erſchien jedoch eine Geſammt- Originalau8gabe von
der Hand des Verfaſſers bei Wolff in Augs8burg. Es ſind 18 Bänd und 24 mit der bibliſchen Geſchichte. Manz in Regenshurg hat 1864 eine
illujtrirte Ausgabe veranſtaltet, von der die Bändchen auch einzeln zu haben
jind. Viele jeiner Erzählungen, namentlich die Oſtereier, der Weihnachts-
abend, Genofeva, Heinrich von Eichenfels 2c. wurden Übrigens vielfältig .
in jxemde Sprachen überſeßt, namentlich in das Franzöſiſche und Jtalieniſche,
Der Geijt, der in dieſen Jugendſchriften weht, iſt ebenſo ſromm und rein,
als zart und kindlich, und wenn manche Erſcheinungen des religiöſen Lebens,
wie ſie heutzutage uns vor Augen treten, auch darin nicht vorkommen, ſv
liegt dom darin wieder ein Vorzug, daß ſie von aller Polemik frei ſind.
Neber jeinen KatechismuSs ſiehe den Artikel: Geſchichte de8 Religion8-
unterri Schmid in ſeinen. Erinnerungen aus ſeinem Leben ſelbſt erzählt,
vie er auf den Wunſch ves Cardinals von Diepenbrock verfaßte,
Ednellſchreiben , f. Kalligraphie, Schreibkunde.
Schönheitsſinn, Pflege deſſelben. Wer von Schönheitsſinn ſprechen will,
muß vorausſeßen, daß ſeine Leſer wiſſen, was Schönheit iſt, over den
Begriff derſelben zuerſt geben. Nun wiſſen zwar alle unſere Leſer, was
j<ön iſt in ihren Angen, aber den wiſſenſchaftlichen Begriff, den die Lehrer
' der Aeſthetik auſſtellen, dürfte voch nicht Jevem im Augenblicke gegenwärtig
ſein, Vor Kant hielt man vie Uebereinſtimmung des Gegenſtandes mit
jeinem Begriſſe für Schönheit. Das war eine ſehr gewagte Definition;
denn es gibt Gegenſtände, die au und für ſich häßlich ſind, deſſen ſämmt:
liche Einzelnheiten aber dem Ganzen vollkommen entſprechen, ſo daß die
äußere Erſcheinung mit dem Begriſſe übereinſtimmt. Wir erinnern nu
hier an gewiſſe Thiere der niederen Stufen, die kein Menſch für ſchön
ſinden wird, ſo vollkommen ſie ihrer Art nac< ſind. Kant erklärte:
Schönheii iſt Form der Zwe>mäßigkeit eines Gegenſtandes,
jofern fie ohne Vorſtellung eines Zwe>es8 an ihm wahrge-
nommen wird, und nannte das ſchön, was gefällt in ganz unin-
tere) jirter Luſt. (Analytik des Schönen 8. 1--18.) Allein einen Gegen-
ſtand für zwe>mäßig zu finden, ohne ſic) dabei einen Zweck vorzuſtellen,
das werden wahrj es wenigſtens nicht. Demungeachtet galt Kani!s Definition nicht nur als
einen bedeutenden Schritt zur näheren Löſung der Frage, ſondern geradezu

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