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durc die durch ihn veranlaßten Erörterungen mancher Fragen gewonnen hät.
Seine Schriſten ſind: M6moires sur Vart d'instruire les 80urds muets de
naisSancee. Bordeaux 1789, -- Klemens de grammaire gentrale appli
que a lalangue Francaise. Paris 1790. -- Cattchigme 4 Vusgage des Sourds
mmets, 1796. -- Cours d'instrüction d'un Sourd muet de naisSance 1800. Ff
Ueber das Taubſtummeninſtitut in Paris hat die A. Allgem. Zeitung vom
10. und 11. Sept, 1852 berichtet, |
Siebenbürgen, Dieſes öſterreichiſche Kronland beſißt auf 99,751 Quadrat:
Meilen 1,926,727 Einwohner. Es läßt ſich denken, daß bei ſeinem Ueber-
gang von der türlfijchen in die dſterreichiſche Botmäßigkeit (1699) rüdſicht-
lich der Schulen in einem übeln Zuſtande ſich befunden haben werde. Die
Einführung ordentlicher Schulen nahm 4hren Anfang mit der Errichtung
der öſterreichiſchen Militärgrenze, aljo im ſechſten Decennium des vorigen Jahr-
hunderts. Im Rodnaer Bezirk des zweiten wallahiſchen Regimentes wollte
man mit der Schuleinrichtung beginnen. Zwar fand man dort „hinreichend
viel“ Schulen in den Landesſprachen vor, aber im erbärmlichſten Zuſtande.
Die Popen ſelbſt waren ſaſt ohne alle Bildung und kaum des Leſens kundig.
Die bedeutendſte Anſtalt, jagt Helfert, war zu Blaſendorf, wo die Kalugier von
der Regel des hl. Baſilius in zwei vomgriechiſc Seminarien die wallachiſche Jugend in den Elementargegenſtänden, dann in
den lateiniſchen niedern und höhern Schulen unterrichteten. Die Militär-
verwaitung begann nun damit, nicht nur „auf die Einſührung wobhleinge-
ric Chriſtenthum , in dem wallachiſchen und griechiſchen Leſen und Schreiben,
vaun im Rechnen das Augenmerk zu richten, ſondern auc< auf die Er-
lernung der deutſchen Sprache, weil dem Militär daran gelegen war, da-
durch brauchbare Subjecta zu erzielen,“ bedacht zu ſein. Der Anfang wurde
mit Najzod, dem Stabsquartier im Nodnacx Bezirk, gemacht, und eine deutſche
Ehnle eingerichtet, an welche ſich demnächſt ein Gymnaſium reihen ſollte;
Daſilianermönc bejorgen. Zn dem benachbarten ſächſiſchen Biſtrit gab es deutſche und
Tateinijge Schulen. In ähnlicher Weiſe ging man auch in den übrigen
VPäititärdijirikten vor. Aus den Jagd- und Fiſcherei-Erträgniſjen wußte man
die Bejoldung der Schulmeiſter zu beſtreiten, wallachiſche A B C-Büchel und
KaticechiSmen anzuſchaſſen und den Kindern gratis hinaus8zugeben, den wallach-
iſchen Unterojſizieren , welche ſic) der deutſchen Sprache befliſſen, Zulagen
von monatlic) 20--30 fr. zu verleihen, endlich den Eltern, die ihre Kinder
in die veutſcten, namentliche Aushilfen zu reichen,
auf daß ſie für Kleidung und Koſt derſelben in der Stadt die nüöthige Be-
zahlung leijten könnten. So nahm die Sache ſchnell ihren guten Fortgang,
bejonders im Rodnaer Bezirke , was namentlich dem Umſtande zu verdanken
war, daß man das Volk nicht argwöhniſch machte durc< Anwendung von
Zwang. Auch die Civilverwalt:img des Landes that das Jhrige; ſie ſ fich an die Miilitärverwaltung an, und ſorgte wenigſtens auf ven Kamexral-
berrimaften für eine ordentliche Beſtellung des Schuldienſtes. Von Wien
aus fam an das ſiebenbürgiſche Thefauriat der Befehl, daß alle von dieſem
onzujiellenden ab aerario beſoldeten Schulmeiſter „nebſt den übrigen nöthigen
Cigenſhaften und guten Sitten auch der deutſchen Sprache kundig ſein und
die Jugend im Leſen und Schreiben lehren ſollen.“ Im Waiſenhauſe zu
Zermannſtadt waren der Prieſter Johann Theophilus Delpini und der
zur Cinführung der neuen Lehrart von Wien aus dahin geſchite P. Griep
voll Eijer für die gute Sache. Im Laufe des Jahres 1772 war die ver-
bejjerte Unterricht8weiſe jhon in vollem Gange, und zeitlich im Mai 1773

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