T= Tahakrauchen, 421
für das goth. th, ſondern für die Dehnung ht (f. H), wo vann h ſeine
Stelle immer hinter dem ti genommen hat, vergl. älterneuhochd. (15-16.
Jahrh.) That, Taht. Das einfache t verdient ven Vorzug in Blüte
(neben Blut), Brut, Flut, Glut, Armut, Wermut, Heimat,
Monat, Zierat, Wirt (wie Hirt) und in den Fremdpwörtern Bis-
mut, Wismut, Pate (auch Patt), Partei, Abenteuer, Komtur,
Kartauje, Lazarxet, Maut. Thau und Tau, Thon und Ton
werden nach der Bedeutung geſchieden. Die aus dem Griechiſchen entlehn-
ten Wörter Theologie, Theater, Thron, Apotheke, Biblio-
thek 2c. behalten ihr fremdes th. |
Tahakranchen. ES iſt hier nicht unſere Aufgabe, uns über den Tabak,
deſſen Beſtandtheile und Cinführung zu verbreiten ; man kann dies in jedem .
Converjationslexicon nachleſen. Uns beſchäftigt bloß die Frage, ob das
Tabakrauchen im Allgemeinen dem Körper ſchädlich jei, und ob es über-
haupt Gründe gidt, der Jugend im Genuſſe dieſes Reizmittels entgegen zu
treten. Nun läßt ſich nicht läugnen, daß es unmöglich iſt, zu vermeiden,
daß wir beim Tabatkrauchen keine ſchädlichen Stoffe in uns auſnehmen,
welche ji) dem Blute mittheilen. Alierdings kann die Menge dieſer jc lihen Stoſje, zu welchen hauptſächlich das Nikotin und die Theerjubſtanzen
gehören, dadurch verringert werden, vaß wir zwiſchen dem Tabak und der
Mundhöhle einen Nöhrenraum einſchieben. Erweitern wir den Theil des
Röhrenraumes, der ſich zunächſt dem brennenden Tabak befindet und ge:
ſtalten wir diejen Theil jo, daß die in demſelben ſich anſammelnde Ver-
brennungsflüjjigkeit nicht in den Tabak zurücſteigen kann, jv jammeln wir
die Hauptmenge der Berbrennungsproducte hier an und das Nöhreniyſtem
führt uns nur wenig in den Mund. Führen wir an irgend einer Stelle ,
zwiſchen der Gluth und dem: Munde den Tabaksrauch durch eine genügend -
mäßige Wajjerſchicht, ſo bekommen wir nur den üblen Rauchüberſchuß.
Wenn aljo geraucht jein muß, ſo iſt die türkiſche Wajerpfeife die zweck-
mäßigſte, die nac>te Cigarre vie unzwec>mäßigſte Ari des Tabakrauchens.
(Pappenheim;, Handbuch der Sanitätspolizei. Bd. I. S. 521.) Allein es
iſt nachgewiejen , daß, wenn auch nicht alle ſchädlichen Stoſfe ferne gehal
ten werden können, doch jene ſchädlichen Wirkungen nicht eintreten, welche
manche Aerzte dem Genuſſe deſſelben zuſchreiben, nämlich Auszehrung,
Bruſtlrankheiten, Verdauunzsſtörungen, Wahnſinn, wenn nämlich die Ge-
jundheitSverhälinijje der Raucher normal find. Demungeachtet führt das
Tabakrauchen Uebelſtände mit ſich, welche, wenn ſie auch nicht in Tabake
jelbjt, doch in den begleitenden Umſtänden liegen. - Der Rauch erhißt das
Blut und den Speichel, bewirk: dadurch übermäßigen Säſteverluſt, ſtumpft
den Gej davon, daß durch das Rauchen nackter Cigarren und des Tahafkes in kurzen
Pfeifen auch poſitiv giftige Beſtandtheile in den Speichel und dadurch in
das Blut kommen. Da auch nicht alle Körperconſtitutionen gleich ſind, ſo
läßt fic) zum voraus nicht“ leicht ſagen, ob der Genuß mehr oder weniger,
oder gar nicht nachtheilig wirkt, und, wenn man an diejes Neizmittel ge-
wöhnt iſt, jo legt man es in der Regel nicht mehr ab, Ungeachtet die Ge--
ſundheit darunter leidet. Dazu kommt noch, daß, ſobald ein Individuum
ertrankt, das Tahakrauchen ein unbedingtes Hinderniß der Heilung iſt und
abgelegt werden muß, was ſehr ſchmerzlich fällt. Betrachten wir es deßhalb
nur als Genußmittel, ſo iſt daſſelbe von höht zweiveutigem Werthe bei
Erwachjenen. Bei der Jugend iſt daſſelbe dagegen abjolut ſchädlich, weil
e3 dem Körper durc< den Speichelaus8wurf Säſte entführt, die derjelbe nicht
zu entbehren vermag. ES iſt deßhalb von Seite des Erziehers ganz ſtrenge

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