442 ' Temperament, =- Theorie.
ſröhliche Kreije ziehen, ihn von Träumereien abhalten, ihm die Freuden
zeigen, die das Chriſtenthum gewährt und ihm die Hoffnungen vor Augen
ſtellen, mit denen es unjer Leben erheitern will, --= Das Phlegma ſchließt
in fich die Anlage zur Affekiloſigkeit und iſt daher für äußere Eindrücke,
weniger zugänglich, daher auc< die Liebe zur Ruhe und Gemäclichkeit, .
welche beim Phlegmatiker hervortritt. Im Handeln iſt dieſer ſchwerfällig,
lanqiam und beionuen, und richtet ſich dabei nicht gern nach Andern, ſon-
dern lediglich daynaGd, wie es für ihn am bequemſten iſt. Da er nicht
emyſindlich iſt, 19 kann man mit ihm leicht im Frieden auskommen. Zeigt
ſich ein Kind mit dieſem Temperament behaftet, iv bevarf es zur Erfüllung
ſeiner Pflichten ziemiich ſtarker Äntriepe, Soll ver Phlegmatikus nicht in
Trägheit, Gleichgütigfeit, Sinnlichkeit und Pilichtvergejſenheit verfallen, ſo
muß er in rer Selbjiverlenanung geſibt werden, und man muß mit den
Objecten ſeiner Beſchäftigung wechſeln , damit er zur Thätigkeit deſto eher
ſümulirt werde. Nach der Verſchiedenheit der Temperamente
hat fich vie Anwendung von DiSciplinarmitteln zu richten;
denn es iſt für fich liar, daß man bei Strafen wie bei Belohnungen anders
mit dem Phiegmatifer, anvers mii vem Gholorifor verfahren muß; anders
will der Sanqauinifer, ander8 der Molancholiker bohandelt ſein. Lob und
Tadel, Drohung und Züchtigung kömen ohne Nachtheil und Ungerechtigkeit
nicht bei jevein Temperamente in gleichem Maße angewendet werden. Daß
man ven Phleqmatiker JcHärier rititeln dart als den Welancholiker, verſteht
ſich von feibtt, und daß der Sanguiniker anders zu rügen iſt als der
Choleriker, begreift fich ebeno leicht. Daraus geht zugleich hervor, wie
nothwendig das Studium der Tempereannento von Seite des Erzieher3 und
Lehrers iſt. =- Wir könnten noch von ven äußern Kennzeichen oder Aus-
prägungen der Temperamente jprechen ; wir könnien jagen, daß ſich der
Choleriker dur) eine hohe Stirne, vurc< ſ bräunliche Geſüchtstarbe, durch ſtarken jeſten Knochenbau, durch Derbheit
der Muskeln, durch trogene jeitaufliegende Hant, durc< gleichmäßig ver-
theilte und höhere Temperatur der phyſiſchen Wärme fowie durch einen
kräftigen Puls zu erkennen gebe; daß) ver Melancholiker ein verberes8 Mu3-
felſſeitch und ſtärkere Entwiätung der jehwammigen Knochenenden zeigt,
dunfelfarbiges Haar, f und längliche Naſe beſitzt ; daß ver Sanguiniker fich durc< zarie, länglich
runde Gliedmaßen, viurc< weiße und vinne Haut, durch helles, blaßgelbes,
li wechſelnde Bunibewegung und Lehenswärme kenntlic) macht ; daß endlich
der Phleamotiler einen großen, runden Kopr, kurzen dien Fals, breites
gedunfenes HSojſicht, kleine Nate, tiefliegende Augen, unanſprechende Geſicht3-
bildung, vorwaliende Fetthildung, wäßerige Beſchaffenheit des hleichrothen
Blutes, langjamen und kleinen Wuls und geringe äußere Hauntwärme ſich
ausprägt, daß aber alle dieſe Kennzeichen nicht untrüglich ſind ; fie ver-
dienen wohl die Beachtung des Erziehers, fein Urtheil werden ſie aber nicht
Ihlechtbhin beſtinmen, 5a, wie ſchon bemerft worden iſt, ein Temperament
zwar das Uebergewicht im Menſchen haben kann, aber nicht ohne Bei-
miſchung von andern Temperantenton ift, “
Thätigfeitötrieb, |. Trioho.
Theater, |. Kinverſchauijpiele.
Theilnahme, ſ. Deiileid,
Theorie, Dieſer Name iqs griechiſchen Urſprungs (Dewpia == das Be-
IDanen, Betrachten, Unterſuchen) und bezeichneie auch ſchon bei den Griechen

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